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Ransomware-Angriff auf Foxconn zeigt, wie verwundbar Lieferketten sind

Ein aktueller Ransomware-Fall beim Elektronikfertiger Foxconn macht deutlich, wie angreifbar selbst etablierte Konzerne bleiben. Besonders heikel: Betroffen sind offenbar auch Daten großer Technologiekunden.

Angreifer melden 8 Terabyte gestohlene Unternehmensdaten

Eine Ransomware-Gruppe versucht derzeit, den Elektronikhersteller Foxconn zu erpressen. Die Angreifer behaupten, 8 Terabyte Unternehmensdaten entwendet zu haben, darunter Schaltpläne und Projektdetails von Kund:innen wie Dell, Google, Apple und Nvidia. Foxconn reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von Wired zur Glaubwürdigkeit dieser Angaben, bestätigte aber, dass einige nordamerikanische Werke „einem Cyberangriff ausgesetzt“ waren. Betroffene Fabriken nähmen nach Ausfällen inzwischen schrittweise den Normalbetrieb wieder auf.

Foxconn ist für Erpresser:innen besonders attraktiv, weil der Konzern weltweit agiert und zahlreiche Tochtergesellschaften betreibt. Dort liegen nicht nur eigene Konstruktionsdaten, sondern auch vertrauliche Informationen von Kund:innen. Das Unternehmen fertigt elektronische Komponenten und komplette Geräte, darunter auch Apples iPhones. Laut Allan Liska, Bedrohungsanalyst beim Sicherheitsunternehmen Recorded Future, rücken Akteur:innen hinter Ransomware zunehmend Ziele in den Fokus, deren Ausfall Lieferketten beeinträchtigen kann – physisch oder softwareseitig. Vor diesem Hintergrund sei es nicht überraschend, dass ein Hersteller wie Foxconn ins Visier gerät, der für viele Unternehmen weltweit produziert und sensible Daten verwaltet.

Nitrogen-Gruppe mit Verbindungen zu bekannten Erpresserbanden

Die Angreifer:innen, bekannt als Nitrogen-Gruppe, setzten Foxconn am Montag auf ihre Veröffentlichungsseite für Datenlecks. Nitrogen trat 2023 erstmals in Erscheinung und gehört zwar nicht zu den prominentesten oder aktivsten Ransomware-Akteuren, ist jedoch kontinuierlich tätig und verzeichnete unter anderem Ende 2024 Aktivitätsspitzen. Die Gruppe soll Verbindungen zur berüchtigten Ransomware-Bande ALPHV/BlackCat haben.

Foxconn ist bereits mehrfach Ziel von Erpressungsversuchen geworden. Im Dezember 2020 traf ein Angriff mit der Ransomware DoppelPaymer ein Werk in Mexiko, bei dem die Täter:innen 1.804 Bitcoin forderten, damals rund 34 Millionen US‑Dollar (ca. 31,4 Millionen Euro). Im Mai 2022 legte die Gruppe LockBit ein weiteres Foxconn-Werk in Mexiko teilweise lahm und störte die Produktion. Zuletzt griff LockBit 2024 die Foxconn-Tochter Foxsemicon Integrated Technology an, kombinierte Website-Verunstaltungen mit der Drohung, Daten zu veröffentlichen.

Fehlerhafte Verschlüsselung verschärft die Risiken

Nitrogen setzt neben der Drohung mit Datenlecks häufig klassische Ransomware ein, die Systeme betroffener Unternehmen verschlüsselt. Forschende gehen davon aus, dass das Ransomware-Programm der Gruppe auf weit verbreitetem „Conti 2“-Code basiert. In der Implementierung steckt jedoch ein Konstruktionsfehler: Die Entschlüsselung der Daten ist nicht möglich, selbst wenn die Angreifer:innen bereit wären, Schlüssel oder Werkzeuge zur Wiederherstellung bereitzustellen. Ob dieser technische Mangel eine Rolle bei der aktuellen Reaktion Foxconns spielt, ist bislang unklar.

Ransomware und Daten-Erpressung bleiben ein hartnäckiges Sicherheitsproblem, bei dem Täter:innen bekannte Ziele wiederholt angreifen und stets neue Eskalationsstufen erreichen. Erst in der vergangenen Woche waren in den USA tausende Schulen rund um Abschlussprüfungen und andere Jahresendaktivitäten lahmgelegt. Auslöser war eine Sicherheitsverletzung beim Bildungstechnikanbieter Instructure, der daraufhin den Zugriff auf seine Lernplattform Canvas nach einem Angriff durch Erpresser:innen vorübergehend sperrte.

Via: https://www.wired.com

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Michael Reimann

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