Die Wartezeit auf die zweite Staffel von „Pluribus“ auf Apple TV dürfte sich in die Länge ziehen. Hauptdarstellerin Rhea Seehorn macht sich trotzdem schon Gedanken über die Zukunft ihrer Figur Carol.
Carol, das Kollektiv und eine Atombombe
In „Pluribus“ gehört Carol zu den wenigen Menschen, die weiterhin gegen das außerirdische Virus immun sind. Dieses Virus hat den Großteil der Weltbevölkerung infiziert und in ein gemeinsames Bewusstsein überführt. Am Ende der ersten Staffel setzt Carol eine scheinbar leichtfertige Drohung tatsächlich um: Sie zwingt den Schwarm, ihr eine Atombombe zu überlassen. Die Bombe landet schließlich in einer Kiste in ihrer Vorstadtsiedlung in Albuquerque. Was sie damit anstellen will, bleibt offen.
Diese Frage liegt bei Serienschöpfer Vince Gilligan. Rhea Seehorn ist aber mindestens so neugierig wie die Zuschauer:innen, wie sie in einem neuen Interview mit Deadline erklärt. Sie sagt, sie habe keine Ahnung, was Carol mit der Bombe vorhat. Für die Darstellung der Figur sei das jedoch kein Problem gewesen.
Impulsivität statt Masterplan
Seehorn beschreibt Carol als extrem impulsiv und unüberlegt. In ihrer Sicht handelt es sich bei der Bombenforderung nicht um einen ausgeklügelten Plan, sondern um eine Kurzschlussreaktion. Carol habe versucht, ihre impulsive Seite zu zügeln, doch das habe nur zu einer Scheinsituation geführt: einer falschen Beziehung mit jemandem, der ihr letztlich die eingefrorenen Eizellen stiehlt.
Diese Erfahrung verstärkt laut Seehorn Carols Wut und vor allem ihre Angst. Sie fühlt, dass für sie erneut die Zeit gegen sie läuft. In diesem Moment fordere Carol deshalb die größte Bedrohung, die ihr einfällt. Seehorn glaubt nicht, dass ihre Figur zu diesem Zeitpunkt schon eine konkrete Vorstellung davon hat, was sie mit der Bombe machen wird. Sie betont aber, dass das ihre persönliche Einschätzung sei und sie sich für die zweite Staffel noch überraschen lassen müsse. Es könne gut sein, dass das Drehbuch ihr im Nachhinein einen durchdachten Plan zuschreibt.
Gestohlene Eizellen als „Akt der Liebe“
Carols Eizellen wurden schon vor dem sogenannten „Beitritt“ entnommen, aus völlig alltäglichen Gründen: Sie und ihre Frau wollten sich die Option auf ein gemeinsames Kind offenhalten. Das gemeinsame Bewusstsein nutzt diese Eizellen später jedoch für eigene Zwecke. Wie Carol von Zosia erfährt, mit der sie eine unglückliche romantische Beziehung eingeht, sollen die Eizellen dazu dienen, Carol langfristig für das Kollektiv zu gewinnen.
Seehorn erklärt, sie habe nachgefragt, ob Carol ihre Eizellen nicht einfach zurückfordern könne. Das passe aber nicht zum Antrieb des Schwarms, dessen „Imperativ“ es sei, weiter zu infizieren. Serienschöpfer Vince Gilligan habe dazu ein Bild aus der Elternschaft verwendet. Er vergleiche das Vorgehen des Kollektivs mit elterlicher Liebe, etwa wenn Eltern ihre Kinder „manipulieren“, damit sie eine Jacke anziehen oder Gemüse essen. Die Frage sei, ob das noch Manipulation sei oder schon Fürsorge, wenn man überzeugt ist, das Richtige zu tun.
Nach dieser Logik empfindet das Schwarmbewusstsein seine Einflussnahme als Akt der Liebe. Wenn es als höchstes Ziel gilt, Menschen zu lieben, darf dieses Handeln nicht gestoppt werden. Aus dieser Perspektive werde Zosia nicht aufhören, Carols Eizellen zu nutzen, wenn sie glaubt, damit irgendwann deren DNA so zu verändern, dass Carol sich dem Kollektiv anschließt.
Wie es mit der Bombe und Carols Eizellen weitergeht, wird „Pluribus“ in der zweiten Staffel auf Apple TV klären – irgendwann.
Via: https://gizmodo.com
