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Pixel Watch 5 im GPS-Härtetest: Kann Google wirklich Apple und Garmin schlagen?

Google verspricht bei der Pixel Watch 5 die bislang genaueste GPS-Aufzeichnung für Workouts. Sogar besser als Apple Watch Ultra 3 und Garmin Fenix 8 Pro. Auf dem London-Marathon-Kurs zeigt sich, was wirklich stimmt.

Was Google an der Pixel Watch 5 verändert hat

Google bewirbt die Pixel Watch 5 neben Gesundheits- und Wear-OS-Verbesserungen vor allem mit deutlich präziserer GPS-Routenaufzeichnung. Laut Hersteller soll die Uhr die Apple Watch Ultra 3 und die Garmin Fenix 8 Pro in Sachen Genauigkeit übertreffen. Beide gelten bei vielen Sportler:innen als Referenz, auch der Autor nutzt sie und hat bislang nur selten vergleichbar gute GPS-Leistung gesehen. Frühere Pixel Watches konnten ihn in diesem Punkt nicht überzeugen, entsprechend groß war die Skepsis gegenüber Googles Ankündigung.

Technisch verfügt die Pixel Watch 5 wie Fenix 8 Pro und Watch Ultra 3 über Dualband-GPS. Die Uhr empfängt Signale über zwei Frequenzbänder von den großen Satellitensystemen und soll so gerade zwischen hohen Gebäuden, in dichten Wäldern oder bei schlechtem Wetter stabiler und genauer arbeiten. Dualband-GPS findet sich inzwischen in vielen Modellen, in eigenen Tests lieferten Apple, Garmin und Suunto damit bisher die besten Ergebnisse.

Zusätzlich setzt Google auf vorhandene Kartendaten. Gebäudestrukturen aus Google Maps werden mithilfe von KI genutzt, um Reflexionen und Abweichungen der GPS-Signale in Häuserschluchten besser zu korrigieren. Weltweit verteilte GPS-Referenzstationen helfen außerdem, atmosphärische Einflüsse auf die Satellitendaten zu kompensieren.

Weil GPS die Akkulaufzeit sichtbar belastet, komprimiert die Pixel Watch 5 die Rohdaten zunächst und schickt sie anschließend an einen Server. Dort werden die Daten verarbeitet und korrigiert, bevor die finale Route in der Google-Health-App landet. Die aufwendige Berechnung findet also überwiegend außerhalb der Uhr und nach dem Lauf, der Radtour oder der Wanderung statt.

Testaufbau auf dem London-Marathon-Kurs

Für den Vergleich bot sich ein besonders anspruchsvoller Abschnitt des London-Marathon-Kurses an. Dieser ist für massive GPS-Probleme bekannt. Mit einem Startplatz für den Doppel-Tages-Marathon 2027 im Blick ging es auf die Meilen 18 bis 20 auf den Isle of Dogs, umgeben von Hochhäusern rund um Canary Wharf. Von dort liefen die Testläufe zunächst in eine Richtung und danach auf derselben Strecke zurück.

Die Garmin Fenix 8 Pro erhielt eine verkürzte Version der offiziellen Marathon-Route, weil sich dort der Kurs am einfachsten einspielen ließ. Auf einem Handgelenk trug der Autor die Pixel Watch 5, auf dem anderen die Apple Watch Ultra 3 und die Fenix 8 Pro. Für den zweiten Lauf wurden die Uhren seitenverkehrt getragen, um eventuelle Einflüsse der Position zu minimieren. Alle drei Modelle zeichneten die Läufe mit ihren eigenen Trainings-Apps auf.

Im Anschluss wurden die Strecken über das Vergleichstool IloveGPX ausgewertet. Die von der Pixel Watch 5 erzeugte TCX-Datei musste dafür zunächst in das GPX-Format umgewandelt werden, was problemlos gelang.

Ergebnisse: Route beeindruckt, Pace bleibt kritisch

Schon beim ersten Lauf zeigten sich Unterschiede. Auf der Karte waren erste deutliche Abweichungen bei der Garmin Fenix 8 Pro zu erkennen. Die Tracks von Apple Watch Ultra 3 und Pixel Watch 5 über weite Strecken eng beieinander lagen. Wegen gesperrter Bereiche wich der Autor stellenweise von der geplanten Route ab und legte einige zusätzliche Schleifen in dem bekannten Problemabschnitt ein. Gegen Ende auf der Trafalgar Way näherten sich alle drei Spuren wieder an. Dann wich die Fenix 8 Pro kurz vor dem Ziel in Poplar erneut leicht vom Kurs ab.

Bei der gemessenen Distanz lagen Pixel Watch 5 und Apple Watch Ultra 3 nah beieinander. Aber beide über dem ursprünglich geplanten 5-Kilometer-Lauf. Die Fenix 8 Pro erfasste die Strecke mit einem Plus von 0,2 Meilen beziehungsweise 0,3 Kilometern noch länger. Der gemittelte Laufspeed war bei Apple und Google ähnlich, während Garmin einen langsameren Durchschnittstempo-Wert berechnete.

Im zweiten Lauf auf derselben Strecke, aber in entgegengesetzter Richtung, saß die Pixel Watch 5 links, Fenix 8 Pro und Apple Watch Ultra 3 rechts. Anfangs liefen alle drei GPS-Tracks nahezu deckungsgleich. Je näher es wieder an die Hochhäuser von Canary Wharf ging, desto stärker wichen Apple und Garmin vom realen Kurs ab. Die Route der Pixel Watch 5 lag hier am dichtesten an der tatsächlich gelaufenen Strecke. Sie zeigte aber rund um Heron Quays und Bank Street ebenfalls Schwächen.

Bei der Distanzmessung kamen erneut drei verschiedene Werte heraus. Wieder zeichnete die Garmin Fenix 8 Pro die längste Strecke auf, während die Apple Watch Ultra 3 der geplanten 5-Kilometer-Distanz am nächsten kam. Laut Garmin war der Autor dabei konstant schneller unterwegs als laut den beiden anderen Uhren.

Für Läufer:innen zählt im Wettkampf nicht nur die Streckenlänge, sondern vor allem die Pace. Ungenaue GPS-Daten können zu falschen Tempoangaben führen, etwa wenn in Häuserschluchten Positionssprünge auftreten und die Uhr dadurch ein zu hohes Lauftempo berechnet. Während der Läufe schwankten die Pace-Anzeigen aller drei Modelle deutlich. Die Pixel Watch 5 tat sich vor allem in den ersten Minuten schwer, ehe sich die Werte stabilisierten; ein ähnliches Muster war bei Apple und Garmin zu beobachten. In den erwarteten Problemzonen hatten alle drei Uhren sichtbare Schwierigkeiten.

In der Auswertung über die jeweiligen Apps zeigte die Pixel Watch 5 einzelne Kilometerabschnitte schneller an, als es sich subjektiv angefühlt hatte. Das bestätigt, dass die Routenaufzeichnung zwar sehr stark ist, die Tempoermittlung aber nicht immer mithält.

Nach zwei relativ kurzen Läufen in schwieriger Umgebung lässt sich kein endgültiges Urteil über die GPS-Qualität der Pixel Watch 5 fällen. Der Testverlauf überrascht jedoch: Statt abzufallen, lieferte Googles Uhr die verlässlichste Darstellung der tatsächlich gelaufenen Route. Die Apple Watch Ultra 3 schlug sich ebenfalls gut, während die Fenix 8 Pro teils deutlichere Ausreißer zeigte. Wer vor allem eine genaue Streckenaufzeichnung möchte, könnte von Googles Ansatz profitieren, besonders beim Wandern.

Für ambitioniertes Laufen und Rennen bleibt die Frage, ob die Echtzeit-Pace künftig genauso präzise wird wie die Route. Hier wirkt die Pixel Watch 5 noch nicht durchgängig überzeugend. Möglicherweise kann Google mit einem Software-Update nachbessern. Fest steht: Die neue GPS-Architektur zeigt, wie sich Smartwatch-GPS mit Hilfe umfangreicher Positionsdaten und KI verändern kann – und sie macht die Pixel Watch 5 zu einer ernstzunehmenden Option für den Start beim London-Marathon im kommenden April.

Via: https://www.techradar.com

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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