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Perplexity AI bietet 34,5 Milliarden US-Dollar für Google Chrome und verspricht Weiterführung des Chromium-Projekts

Perplexity AI möchte Google Chrome übernehmen und bezieht dabei auch das Open-Source-Projekt Chromium mit ein. Hintergrund sind anhaltende kartellrechtliche Herausforderungen für Alphabet/Google.

Googles kartellrechtliche Probleme

Alphabet und Google stehen seit Jahren weltweit im Fokus von Kartellbehörden. Im Jahr 2022 bestätigte das Europäische Gericht weitgehend die Entscheidung der EU-Kommission, Google wegen Missbrauchs seiner Android-Dominanz mit einer Strafe in Höhe von 4,3 Milliarden Euro zu belegen. Der Grund: Hersteller mussten Google Search und Chrome vorinstallieren. Im Herbst 2023 begann in den USA ein Verfahren des Justizministeriums. Der Vorwurf lautete, Google halte durch große Zahlungen an Partnerunternehmen wie Apple seine Stellung als Standardsuchmaschine auf Browsern und Smartphones. Parallel reichten Generalstaatsanwälte Klagen gegen Googles Werbegeschäft und Exklusivverträge ein. Richter Amit Mehta entschied 2024, dass Google durch die Sicherung des Suchmonopols gegen US-Kartellrecht verstößt. Das folgende Verfahren schloss im Mai 2025 ab, aber eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Das US-Justizministerium fordert nun von Alphabet die Abtrennung des Chrome-Browsers und des Open-Source-Projekts Chromium. Bereits jetzt gibt es laut Berichten mehrere potenzielle Käufer, darunter Yahoo, OpenAI und Perplexity AI. Google selbst lehnt den Verkauf ab und verweist auf angeblich gefährdete Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer:innen, sofern eigene Technologien tief im Browser integriert bleiben.

Bis August 2025 wird mit einer richterlichen Entscheidung gerechnet. Alphabet wird voraussichtlich Berufung einlegen und gleichzeitig eine einstweilige Verfügung anstreben, um Maßnahmen zu verhindern. Auch in weiteren Verfahren, wie im Fall von Googles Werbegeschäft sowie nach dem Urteil im Verfahren Epic gegen Google bezüglich Monopolen im Play Store, drohen kartellrechtliche Konsequenzen.

Perplexity AI bietet 34,5 Milliarden Dollar für Chrome

Im Mittelpunkt der aktuellen Entwicklung steht laut Wall Street Journal das Übernahmeangebot von Perplexity AI für den Chrome-Browser über 34,5 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert dabei: Perplexity AI selbst wird aktuell mit ungefähr 18 Milliarden US-Dollar bewertet. Auch wenn der exakte Marktwert von Chrome umstritten ist, schätzen Branchenexpert:innen diesen auf 20 bis 50 Milliarden US-Dollar. Das Angebot von Perplexity AI liegt somit genau in der Mitte dieser Einschätzung.

Zusätzlich zur finanziellen Offerte gibt das Unternehmen die Zusage, das bisher von Google koordinierte Open-Source-Projekt Chromium weiterzuführen. Diese Verpflichtung soll Google einen reibungslosen Übergang und die Fortführung bestehender Entwickler:innen-Strukturen sowie Sicherheitspraktiken sichern. Bisher gibt es von Google jedoch keine Anzeichen für die Bereitschaft, das Angebot ernsthaft zu prüfen. Entsprechend ist ein erfolgreicher Abschluss aktuell eher unwahrscheinlich, zumindest solange sich Googles Strategie nicht ändert oder rechtlicher Druck weiter zunimmt.

Ungewisse Zukunft für Chrome und Chromium

Ob es zu einem Verkauf von Chrome und damit einer grundlegenden Veränderung im Browsermarkt kommt, hängt letztlich von den kommenden Entscheidungen im Kartellverfahren ab. Perplexity AI will mit dem verbindlichen Versprechen, das Chromium-Projekt zu erhalten, auch die Community von Nutzer:innen und Entwickler:innen ansprechen. Solange Google jedoch keinen Kurswechsel signalisiert, bleibt die Zukunft von Chrome und Chromium weiter offen und Beobachter:innen müssen die richterlichen Entscheidungen abwarten.

Via: https://wccftech.com

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Michael Reimann

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