OpenAI öffnet ChatGPT weiter für externe Dienste und führt einen eigenen App-Store ein. Damit rückt das Unternehmen dem Ziel einer zentralen „Alles-in-einer“-App ein Stück näher.
Am Mittwochabend hat OpenAI ein App-Verzeichnis gestartet, in dem Ihr alle derzeit verfügbaren Werkzeuge für ChatGPT durchsuchen könnt. Gleichzeitig hat das Unternehmen sein Software-Entwicklungsset (SDK) freigegeben, damit Entwickler:innen neue interaktive Erlebnisse bauen können, die direkt in der ChatGPT-Oberfläche laufen. OpenAI-Chef Sam Altman hatte bereits im Vormonat angekündigt, man werde „im Laufe der Zeit die offensichtlichen Funktionen entwickeln, die Ihr bei einer robusten Plattform erwarten würdet“. Die Einführung eines App-Stores ist ein deutliches Signal in diese Richtung.
Mit dem Start des Verzeichnisses ändert OpenAI auch die Bezeichnung bestehender Funktionen. Die bisherigen „Connectoren“, mit denen Ihr Daten aus anderen Diensten wie Google Drive oder Dropbox in ChatGPT ziehen konntet, heißen nun ebenfalls Apps. Eine Support-Seite beschreibt die Umstellung genauer: Chat-Connectoren werden zu „Apps mit Dateisuche“, Deep-Research-Connectoren zu „Apps mit Tiefenrecherche“ und synchronisierte Connectoren zu „Apps mit Synchronisation“.
Außerdem weist OpenAI darauf hin, dass Apps Informationen aus der ChatGPT-Erinnerung nutzen können, sofern Ihr diese Funktion aktiviert habt. Bei kostenlosen Benutzer:innen sowie Plus-, Go- und Pro-Abos kann OpenAI Daten verwenden, um seine Modelle zu trainieren, wenn in den Einstellungen die Option „Modell für alle verbessern“ eingeschaltet ist.
Wer ChatGPT interaktiver mit anderen Diensten verknüpfen will, greift zu den Apps, die OpenAI bereits im Oktober eingeführt hat. Dazu gehören etwa Anbindungen an Spotify, Zillow und weitere Angebote. Einige dieser Apps stehen inzwischen in zusätzlichen Märkten zur Verfügung. So funktioniert Spotify in ChatGPT nun auch „im Vereinigten Königreich, in der Schweiz und in der gesamten EU“.
Neu hinzugekommen ist eine Apple-Music-App. Sie hilft allen Nutzer:innen dabei, Musik zu finden oder Wiedergabelisten zu erstellen und ermöglicht Abonnent:innen, ihre Musikbibliothek direkt aus dem Chatbot heraus zu verwalten. Ebenfalls neu ist eine App des Lieferdienstes DoorDash. Sie kann Rezeptideen, Essensplanung und regelmäßige Einkäufe in einen konkreten Warenkorb umwandeln, ohne dass Ihr das ChatGPT-Fenster verlassen müsst.
Noch unklar bleibt, wie OpenAI den neuen App-Store in ein tragfähiges Geschäftsmodell überführen will. Auf diese Frage gibt es bislang keine detaillierte Antwort. In der Ankündigung heißt es lediglich, man prüfe „zusätzliche Monetarisierungsoptionen im Laufe der Zeit, einschließlich digitaler Güter“. OpenAI will mehr Informationen teilen, sobald klarer wird, wie Entwickler:innen und Nutzer:innen die neuen Apps erstellen und verwenden.
Damit steht fest: OpenAI baut ChatGPT schrittweise zu einer Plattform aus, die weit über reinen Textchat hinausgeht. Wie sich das Angebot wirtschaftlich trägt, wird sich jedoch erst noch zeigen.
Via: https://www.theverge.com
Titelbild: OpenAI
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