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Nothing Headphone (1) Pro: Studio-Funktionen, Triple-Treiber und starker ANC im Überblick

Nothing bringt mit dem Headphone (1) Pro sein bislang ambitioniertestes Over-Ear-Modell. Die Kopfhörer zielen auf Pendler:innen ebenso wie auf Audio-Profis im Studio.

Triple-Treiber, Studio-Kooperation und Hi-Res-Audio

Der Headphone (1) Pro löst das Modell Headphone (1) ab, das 2025 von TIME zu den besten Erfindungen des Jahres gezählt wurde. Statt eines einzelnen Treibers setzt Nothing nun pro Ohrmuschel auf ein Drei-Treiber-System: einen 40-Millimeter-Basstreiber für mehr Druck im Tieftonbereich, einen separaten Präzisionstreiber für Mitten wie Stimmen, Klavier und Gitarren sowie einen Höhen-Treiber mit xMEMS-Technik. Die Silizium-Membran des xMEMS-Treibers soll Transienten wie Becken oder Synth-Attacken klarer abbilden und insgesamt für mehr Detailreichtum sorgen.

Für die Abstimmung kooperierte Nothing mit den Metropolis Studios in London. Ergebnis sind professionelle Audio-Werkzeuge in der Nothing-X-App und ein besonders aufgeräumtes Klangbild. Neben einem Balanced-EQ als Standard gibt es mehrere benutzerdefinierte EQ-Profile und eine dynamische Raumklangfunktion mit fünf Modi, darunter ein „Studio B“-Modus, der den Mischraum von Metropolis nachbilden soll.

Der Headphone (1) Pro unterstützt Hi-Res-Audio kabellos sowie per USB-C-Kabel bis 24 Bit/192 kHz. Zusätzlich steht eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für klassischen Kabelbetrieb zur Verfügung. Über Auracast kann der Kopfhörer zudem als Sender oder Empfänger fungieren, etwa um Audio mit anderen kompatiblen Geräten zu teilen.

Flat-EQ-Schalter und aktives Noise-Cancelling

Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal ist der physische Flat-EQ-Schalter an der linken Ohrmuschel. Er deaktiviert EQ- und Raumklang-Bearbeitung und stellt eine möglichst neutrale Wiedergabe bereit, die sich speziell an Produzent:innen und Toningenieur:innen richtet. Der kleine Schalter sitzt abseits der übrigen Bedienelemente in einer Innenecke, sodass Ihr ihn nicht versehentlich betätigt.

Beim aktiven Noise-Cancelling setzt Nothing auf ein adaptives System mit zehn Mikrofonen. Der Hersteller spricht von bis zu 46 Dezibel Lärmreduktion und einer 40 Prozent besseren Geräuschunterdrückung im Vergleich zu früheren Modellen aus dem eigenen Portfolio. Besonders in starkem Wind oder dichtem Verkehr sollen die Verbesserungen auffallen. Überarbeitete Ohrpolster mit einer acht Millimeter starken Silikon-Barriere und neuer Schaumstoffauskleidung sollen zusätzlich abdichten und so die passive Isolation erhöhen.

Die Akkulaufzeit liegt laut Tests bei etwa 30 Stunden mit aktivem Noise-Cancelling, beziehungsweise 28 Stunden mit LDAC und ANC. Ohne Rauschunterdrückung und ohne LDAC sind bis zu 68 Stunden möglich. Damit liegt Nothing unter einigen Konkurrenzmodellen, bietet aber immer noch Laufzeiten auf Flaggschiff-Niveau.

Design, Tragekomfort, Preis und Marktposition

Optisch bleibt Nothing seiner transparenten Gestaltungstreue. Die Ohrmuscheln aus Aluminium und Titan sind mit 9H-Panda-Glas abgedeckt, durch das Teile der Triple-Treiber-Architektur sichtbar werden. Laut Nothing ist das Glas bruch- und kratzfest und wurde in Falltests 18-mal aus mehr als einem Meter Höhe geprüft. Im Falle eines Bruchs soll eine Kunststofffolie den Innenraum funktionsfähig halten, zudem lässt sich das Glas für Reparaturen durch Erwärmen entfernen.

Trotz des höheren Metallanteils konnte das Gewicht durch eine neue interne Architektur und Titan-Arme auf 327 Gramm reduziert werden. Der Kopfbügel ist etwa zehn Prozent breiter und stärker gepolstert, die Polster in den Ohrmuscheln rund zwölf Prozent dicker und der Schaum laut Hersteller 50 Prozent weicher als beim Headphone (1). In der Praxis loben Tester:innen zwar den Klang und die Detailarbeit, kritisieren aber das Gesamtgewicht inklusive Transporthülle.

Die mitgelieferte Hartschalenhülle erinnert an die AirPods-Max-Tasche: Sie umschließt vor allem die Ohrmuscheln und lässt den Bügel als Griff frei. Sie schützt das Glas, erhöht jedoch das Packmaß deutlich und bietet keinen Platz für Kabel oder Ersatzakku. Einige Tester:innen greifen im Alltag daher lieber zu kompakteren Kopfhörern.

Nothing positioniert den Headphone (1) Pro klar im Premiumsegment und nennt als Konkurrenz unter anderem Sony WH-1000XM6, Bose QuietComfort Ultra und Apple AirPods Max. Zum Start kostet der Kopfhörer 399 US-Dollar (rund 370 Euro) beziehungsweise 399 US-Dollar (rund 370 Euro) in Nordamerika und 349 Pfund in Großbritannien und 349 Euro bei uns. Der Verkaufsstart ist für den 29. September über Nothings offiziellen Shop (auch in Deutschland), Amazon (in Deutschland derzeit noch nicht) und Best-Buy-Filialen in den USA und Kanada vorgesehen.

Via: www.techspot.com · www.wired.com · www.techradar.com · www.theverge.com

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Michael Reimann

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