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Neue europäische Social-Media-Plattform W startet als Alternative zu X

Europa bekommt mit „W“ eine eigene Social-Media-Plattform. Ziel ist es, eine transparente und sichere Alternative zu X zu schaffen.

Was hinter der Plattform W steckt

Die Social-Media-Plattform W steht kurz vor dem Start. Das Projekt wird von europäischen Organisationen getragen und sieht sich als Reaktion auf zunehmende Spannungen mit den USA. Laut dem dänischen Medium Politiken.dk ist für die Nutzung von W eine Identitätsprüfung mit Bildbestätigung erforderlich, um sicherzustellen, dass Nutzer:innen echte Personen sind und sich nicht für jemand anderes ausgeben.

Das Vorhaben wird durch einen Beirat und ehemalige Minister:innen sowie Vertreter:innen aus der Wirtschaft unterstützt, vor allem aus Schweden. Anna Zeiter, CEO von W, erklärt gegenüber dem Schweizer Portal Bilanz.ch, dass das W für „We“ („Wir“) steht. Die beiden „V“, aus denen das W zusammengesetzt ist, stehen für „Values“ („Werte“) und „Verified“ („Verifiziert“).

Die Daten von W werden dezentral auf Servern europäischer Unternehmen gespeichert. Die Plattform verpflichtet sich dazu, die strengen Datenschutzbestimmungen der Europäischen Union einzuhalten. Büros sind in Berlin und Paris geplant, während das Team über ganz Europa verteilt arbeitet.

Klare Haltung gegen Desinformation und für Datenschutz

Anna Zeiter ist eine schweizerische Datenschutz-Expertin mit langer Berufserfahrung in der Tech-Branche. Sie arbeitete über zehn Jahre bei eBay, wo sie sich unter anderem mit Datenschutz und künstlicher Intelligenz befasste. Ihren Doktortitel erwarb sie an der Universität Hamburg, weitere Studien absolvierte sie an der Stanford University.

Zeiter betont, die Plattform wolle gezielt gegen Desinformation vorgehen, öffentliche Debatten stärken und dabei höchsten Wert auf Privatsphäre legen. Nutzer:innen sollen laut Zeiter „dringend eine neue Plattform brauchen, die in Europa entwickelt, verwaltet und gehostet wird, mit Identitätsüberprüfung, Meinungsfreiheit und Datenschutz als Grundpfeilern.“

W ist eine Tochtergesellschaft der Medienplattform „We Don’t Have Time“, die sich für Klimaschutz engagiert. Die Vorstellung der Plattform fand am 20. Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos statt, wie Bilanz berichtet.

Kritik an bestehenden US-Plattformen und aktuelle politische Entwicklungen

Die Ankündigung fällt in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen den USA und Europa. US-Präsident Donald Trump hat kürzlich neue Zölle gegen europäische Staaten angekündigt. Gleichzeitig geraten US-Plattformen wie X durch Vorgaben aus Brüssel zunehmend unter Druck. X, im Besitz von Elon Musk, wurde wegen Verstößen gegen Transparenzrichtlinien der EU mit 120 Mio. Euro (140 Mio. US-Dollar) Strafe belegt. Musk forderte daraufhin die Abschaffung des EU-Parlaments.

Ein Zusammenschluss von 54 Abgeordneten des Europäischen Parlaments hat bereits europäische Alternativen zu Plattformen wie X gefordert. Sie kritisieren, X sei „kein offener oder ausgewogener Ort für politische Kommunikation oder Journalismus“ mehr. In den letzten Wochen wurde X verstärkt wegen der Verbreitung digital manipulierten Bildmaterials und problematischer Inhalte kritisiert.

W soll dem nun eine transparente, europäische Plattform entgegensetzen, die auf Menschenverifikation und konsequenten Datenschutz setzt. Noch ist W nicht flächendeckend verfügbar, der offizielle Launch steht jedoch unmittelbar bevor.

Via: https://cybernews.com/
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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