News

Münchner Rüstungs‑Startup erhält 23 Millionen Euro für Hyperschall‑Raketen

Ein junges Unternehmen aus München entwickelt Hyperschall‑Raketen und hat dafür frisches Kapital erhalten. Die Gründer:innen sehen darin einen Beitrag zu Abschreckung und Verteidigung in Europa.

23 Millionen Euro Finanzierung für Hypersonica

Das Startup Hypersonica wurde vor zwei Jahren von zwei promovierten Forscher:innen der Universität Oxford gegründet. Nun haben Investor:innen 23 Millionen Euro bereitgestellt, um die Entwicklung von Hyperschall‑Raketen voranzutreiben. Das Unternehmen arbeitet an Systemen für sogenannte „Deep‑Strike“-Fähigkeiten, also Angriffe über sehr große Entfernungen.

Hypersonica versteht sich als sicherheitspolitisch motiviertes Projekt. Geschäftsführer Philipp Kerth beschreibt, dass er mit dem Bewusstsein aufgewachsen sei, dass Freiheit, Sicherheit und Schutz nicht selbstverständlich sind. Man müsse aktiv etwas dafür tun, betont er. Nach seiner Einschätzung ist in Europa anerkannt, dass genau diese Fähigkeit zum tiefen Präzisionsschlag nötig ist, um glaubwürdige Abschreckung und Verteidigung aufzubauen.

Erster Navigations­test bei 7.400 km/h

In der vergangenen Woche hat Hypersonica nach eigenen Angaben das erste Navigationssystem erfolgreich erprobt. Es steuerte eine Rakete, die mit rund 7.400 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Diese Geschwindigkeit liegt im Hyperschallbereich, also deutlich über der Schallgeschwindigkeit. Konkrete technische Details zum System oder zu den verwendeten Testplattformen legt das Unternehmen nicht offen.

Die Ziele der Raketen werden ebenfalls nicht genannt. Hypersonica äußert sich nicht dazu, gegen welche Objekte oder Szenarien die Waffen später gerichtet sein könnten. Bekannt ist lediglich, dass das Unternehmen plant, bis Ende dieses Jahrzehnts einsatzbereite Raketen bereitzustellen. Ein genauer Zeitplan oder Angaben zur geplanten Stückzahl sind bislang nicht veröffentlicht.

Kontext: Deep‑Strike‑Programme und Kosten

Im vergangenen Jahr haben Großbritannien und Deutschland vereinbart, gemeinsam weitreichende Deep‑Strike‑Raketen mit einer Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern zu entwickeln. Hypersonica positioniert sich in einem Umfeld, in dem europäische Staaten ihre Fähigkeiten in diesem Bereich ausbauen wollen. Ob und wie das Münchner Startup in diese bilateralen Programme eingebunden wird, ist bisher nicht bekannt.

Zum anvisierten Stückpreis seiner Systeme äußert sich Hypersonica nicht. Zum Vergleich: US‑amerikanische Hyperschall‑Raketen kosten derzeit rund 40 Millionen US‑Dollar (etwa 37 Millionen Euro) pro Exemplar. Das US‑Verteidigungsministerium hat jedoch erklärt, dass es die Kosten perspektivisch auf 5 bis 10 Millionen US‑Dollar (rund 4,6 bis 9,2 Millionen Euro) pro Rakete senken möchte. Ob sich ähnliche Kostenziele in Europa realisieren lassen, bleibt vorerst offen.

Via: https://www.electronicsweekly.com

Bild Gemini KI

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

Neueste Artikel

HomePod mini 2: Klingt der neue Lautsprecher besser?

Apple hebt beim HomePod mini 2 „reichen Klang“ und fortschrittliche Audioberechnung hervor, lässt aber offen, ob das Modell besser klingt…

4. November 2026

Apple könnte MacBook Pro ohne Touchscreen auslaufen lassen

Apple dürfte seine MacBook-Pro-Oberklasse künftig auf Modelle mit Touchscreen ausrichten. Das berichtet Bloomberg-Journalist Mark Gurman in seinem Newsletter „Power On“.…

4. November 2026

Google Maps nutzt jetzt das gesamte iPhone Duo

Google hat Google Maps für die Displays des faltbaren iPhone Duo angepasst. Die App füllt nun sowohl den inneren als…

4. November 2026

iPhone 18: Gerüchte nennen größeren Akku und höheren Preis

Das Basismodell des iPhone 18 könnte teurer werden als sein Vorgänger. Einem Bericht zufolge soll Apple dafür unter anderem einen…

4. November 2026

iPhone Duo: Einhandbedienung in iOS 27.3 aktivieren

Die Beta von iOS 27.3 bringt die Bedienungshilfe „Einhandmodus“ auf das iPhone Duo. Damit rückt der Bildschirmbereich auf der gegenüberliegenden…

4. November 2026

Russland verlangt von Apple und Microsoft Kommunikationsdaten

Apple und Microsoft müssen in Russland Kommunikationsdaten ihrer Nutzer:innen drei Jahre lang speichern. Russische Behörden können die Herausgabe von Nachrichten,…

4. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen