Ein unscheinbarer Mini-Mac-Wecker von Amazon wird dank Raspberry Pi und Emulator zur funktionierenden Retro-Mac-Maschine. Ein Technikfan baut das dekorative Spielzeug gründlich um.
Vom Deko-Wecker zum „WonderMac“
Ein Fan klassischer Technik hat einen kleinen Tischwecker im Mac-Look (Link zu Amazon, Affiliate) in einen Rechner verwandelt, der echte Mac-Software ausführen kann. Colin vom YouTube-Kanal „This Does Not Compute“ stieß bei Amazon auf den optisch ansprechenden „Maclock“ für rund 40 Euro. Gerade weil das Gerät so nah am klassischen Mac-Design blieb, wollte er mehr daraus machen als nur einen simplen Wecker.
Er erinnerte sich an ein früheres Mini-Mac-Projekt, dessen Gehäuse zwar weniger detailliert war, das aber bereits einen Raspberry Pi Zero zur Emulation klassischer Mac-Systeme nutzte. Diese Kombination aus ansprechendem Gehäuse und funktionierender Emulation lieferte die Vorlage für das neue Projekt, das er „WonderMac“ nannte.
Die größte Hürde zu Beginn war laut Colin das Öffnen des Maclock-Gehäuses. Mit etwas Geduld und einem Stahl-Spatel ließ sich das Kunststoffgehäuse schließlich zerstörungsfrei aufhebeln, sodass der Umbau starten konnte.
Neues Display, Raspberry Pi Zero W und Mac-Emulator
Das ursprüngliche Display des Maclock ließ sich nicht weiterverwenden. Stattdessen fand Colin ein 2,8‑Zoll‑Touchdisplay von Waveshare mit SVGA-Auflösung, das sich direkt mit einem Raspberry Pi Zero W verbinden lässt. Das neue Display passte sehr gut in das vorhandene Gehäuse des Weckers.
Bevor die Hardware endgültig eingebaut wurde, kümmerte sich Colin um die Software. Er spielte die aktuelle Raspberry‑Pi‑Betriebssystemversion auf eine SD‑Karte und installierte die Treiber für den 2,4‑Zoll‑Touchscreen von Waveshare, auf denen sein Setup basiert. Anschließend testete er verschiedene Mac-Emulatoren.
Zunächst wollte er einen modernen Emulator namens Snow einsetzen. Nach mehreren Problemen mit dieser Lösung wechselte er jedoch zu Mini vMac, einem älteren, ressourcensparenden Emulator. Auch dieser lief nicht sofort, funktionierte aber zuverlässig, nachdem Colin die aktuelle Betaversion selbst aus dem Quellcode kompiliert hatte. Zum Abschluss richtete er Mini vMac so ein, dass der Emulator automatisch beim Start des Raspberry Pi Zero W hochfährt und der „WonderMac“ ohne zusätzliche Eingriffe bootet.
Stromversorgung, 3D-Druck-Halterung und Kosten
Colin wollte den vorhandenen USB‑C‑Anschluss des Maclock weiterverwenden, um das neue System zu versorgen. Das war nicht trivial, da im Wecker eine eigene Ladeelektronik verbaut war. Diese entfernte er, damit der Raspberry Pi die nötigen 5 Volt direkt von der rückseitigen Buchse erhält. Die Stromleitungen lötete er anschließend an zwei Lötpads auf der Platine des Raspberry Pi Zero W.
Als Nächstes entwarf er eine 3D‑gedruckte Halterung, um Raspberry Pi und Display im Inneren des Maclock exakt zu positionieren. Dadurch sitzen Rechner und Bildschirm stabil und korrekt ausgerichtet im Gehäuse. Einige Teile im Inneren mussten gekürzt oder angepasst werden, damit alle Komponenten sauber und sicher Platz finden.
Die äußeren Bedienelemente des ursprünglichen Weckers bleiben dagegen funktionslos. Der Helligkeitsregler am unteren Rand des „Bildschirms“ dient nur noch der Optik, ebenso die verbliebenen Tasten für die Weckersteuerung.
Am Ende lief der umgebaute Mini-Mac mit nur wenigen kleinen Einschränkungen. Colin ist mit dem Ergebnis zufrieden, weist aber darauf hin, dass das Projekt nicht gerade günstig war: Die verwendeten Teile summieren sich auf etwa 100 US‑Dollar (ca. 93 Euro). Er stellt jedoch wichtige Projektressourcen zur Verfügung, darunter die 3D‑druckbare Displayhalterung sowie ein WonderMac‑Repository auf GitHub, das die Softwareseite dokumentiert. Wer den Umbau nachbauen oder weiterentwickeln möchte, findet dort die nötigen Unterlagen.
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Mehr InformationenVia: https://www.tomshardware.com
Titelbild: Amazon
