Meta beendet den Virtual-Reality-Zugang zu Horizon Worlds auf den Quest-Headsets und verlagert den Fokus vollständig auf die mobile App. Die Entscheidung markiert einen deutlichen Strategiewechsel weg vom Metaverse hin zu anderen Bereichen.
Meta hat Nutzer:innen per E-Mail darüber informiert, dass Horizon Worlds auf den Quest-VR-Headsets schrittweise abgeschaltet wird. Ab dem 31. März 2026 wird die App nicht mehr im Quest Store gelistet, einzelne Welten und Events wie „Horizon Central“, „Events Arena“, „Kaiju“ und „Bobber Bay“ sind dann nicht mehr aufrufbar. Am 15. Juni 2026 endet der VR-Betrieb vollständig, Horizon Worlds wird von den Headsets entfernt und die Welten sind in Virtual Reality nicht mehr zugänglich.
Bestimmte Horizon-spezifische Inhalte wie Meta Credits, Avatare, einige digitale Kleidungsstücke und In-App-Käufe entfallen ebenfalls. Die Plattform bleibt jedoch als mobile Anwendung bestehen und soll laut Meta künftig ausschließlich auf Smartphones wachsen. Der einfachste Zugang zu Horizon Worlds wird dann über die Meta-Horizon-App für iOS und Android erfolgen.
Auch die Beta-Funktion Hyperscape Capture ist betroffen. Dieses Feature ermöglichte es Quest-Besitzer:innen, detailreiche 3D-Scans realer Orte zu erstellen, zu teilen und gemeinsam zu besuchen. Künftig lassen sich solche Hyperscapes zwar weiter aufnehmen und ansehen, doch Teilen, Einladen und das gemeinsame Erleben mit anderen werden nicht mehr unterstützt.
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Meta seine Investitionen ins Metaverse deutlich zurückfährt. Bereits im Februar wurden rund zehn Prozent der Beschäftigten im Bereich Reality Labs entlassen, der für die VR-Aktivitäten verantwortlich ist. Zudem stoppte Meta Updates für andere populäre Dienste wie den Fitnessdienst Supernatural.
Horizon Worlds war ursprünglich Metas zentrales Metaverse-Projekt, das sogar zur Umbenennung von Facebook in Meta beitrug. Die Plattform startete jedoch holprig, wurde wegen ihrer Avatare ohne Beine und der generell als leblos empfundenen Darstellung vielfach verspottet. Früh wurde die Nutzung von Kindern dominiert, was sich als wenig tragfähige Basis erwies. Trotz Milliardeninvestitionen und Kooperationen für virtuelle Konzerte mit Bands wie Imagine Dragons und Coldplay blieb Horizon Worlds hinter Konkurrenzangeboten wie VRChat zurück.
Marktbeobachter:innen sehen das Aus in VR daher als logische Folge. Analyst:innen weisen darauf hin, dass sich kein massentaugliches soziales Netzwerk auf Hardware aufbauen lasse, die viele Menschen weder besitzen noch länger tragen wollen. Auch Werbekund:innen blieben fern, weil ihre Zielgruppen kaum in Horizon Worlds vertreten waren.
Meta betont dennoch, weiter in Virtual Reality zu investieren. Das Unternehmen verweist auf eine umfangreiche Produktplanung für künftige VR-Headsets, die unterschiedliche Zielgruppen adressieren sollen. Meta sieht VR weiterhin als wichtige Schlüsseltechnologie auf dem Weg zur nächsten Computerplattform und bezeichnet sich selbst als größten Investor in der Branche.
Parallel verschiebt sich der Schwerpunkt jedoch klar in Richtung künstliche Intelligenz und vernetzte Brillen wie die Ray-Ban-Smartglasses. Die Konzentration auf die mobile Version von Horizon Worlds begründet Meta mit „positivem Schwung“ im Jahr 2025. Diese Entwicklung führte dazu, dass die VR-Variante 2026 vollständig aufgegeben wird, obwohl sich das mit dem Image als Metaverse-Unternehmen beißt.
In einem zunehmend umkämpften VR-Markt mit neuen Headsets von Unternehmen wie Valve, Samsung, Pico und Apple versucht Meta, seine Strategie neu auszurichten – allerdings ohne sein ursprüngliches Metaverse-Flaggschiff in Virtual Reality.
Via: www.wired.com · www.engadget.com
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