Apple greift mit dem neuen MacBook Neo den günstigen Notebook-Markt an. Doch der Preisvorteil gegenüber dem M5 MacBook Air bringt spürbare Kompromisse mit sich.
Das MacBook Neo startet bei 699 Euro und ist damit für ein Apple-Notebook ungewöhnlich günstig. Es liegt preislich auf dem Niveau des M4 iPad Air und soll Apple helfen, besser gegen günstige Windows-Notebooks und Chromebooks anzutreten. Für den Bildungsbereich senkt Apple den Einstiegspreis sogar auf 499 US-Dollar (ca. 460 Euro).
Der Abstand zum M5 MacBook Air ist deutlich: Das Basismodell des Neo kostet 500 Euro weniger als das günstigste M5 MacBook Air (1199 Euro), das Apple nun als Mittelklasse-Notebook positioniert. Äußerlich unterscheiden sich beide Geräte vor allem bei den Farben: Das Neo bietet Silber, Blush (helles Pink), Citrus (helles Gelb) und Indigo. Das Air setzt auf Sky Blau, Silber, Polarstern (eine Art Champagnerton) und Mitternacht (sehr dunkles Blau).
Beim Gewicht liegen beide gleichauf mit 2,7 Pfund, die Abmessungen unterscheiden sich nur minimal. Erfreulich: Beide Notebooks bieten weiterhin einen Kopfhöreranschluss. Beim Thema Anschlüsse zeigen sich aber Unterschiede. Das MacBook Neo verzichtet auf MagSafe und nutzt zum Laden einen der beiden USB‑C‑Anschlüsse (ein USB‑C‑2- und ein USB‑C‑3-Port). Das MacBook Air besitzt dagegen zwei Thunderbolt‑4-(USB‑C-)Anschlüsse sowie einen eigenen MagSafe-Port.
Auch beim Netzteil trennt sich die Produktlinie: Das Neo wird mit einem 20-Watt-Netzteil ausgeliefert, das Air mit einem 40-Watt-Dynamic-Power-Adapter (bis 60 Watt), der Schnellladen mit bis zu 70 Watt unterstützt.
Im Inneren arbeitet im Neo ein 36,5-Wattstunden-Lithium-Ionen-Akku. Apple gibt bis zu 11 Stunden Surfen im Web oder 16 Stunden Videostreaming pro Ladung an. Das MacBook Air nutzt einen 53,8-Wattstunden-Lithium-Polymer-Akku und soll bis zu 15 Stunden Webnutzung oder 18 Stunden Videostreaming schaffen.
Beim Sound setzt das Neo auf ein seitlich abstrahlendes Dual-Lautsprechersystem mit 3D-Audio und Dolby-Atmos-Unterstützung. Anders als beim Air erwähnt Apple hier jedoch keine Unterstützung von 3D-Audio für AirPods. Das M5 MacBook Air besitzt vier eingebaute Lautsprecher. Zudem hat das Air ein zusätzliches Mikrofon; beide Modelle unterstützen Sprachisolierung und einen Modus mit erweitertem Aufnahmespektrum.
Geöffnet zeigen sich weitere Unterschiede. Das Neo verfügt über ein 13-Zoll-Liquid‑Retina-Display mit 500 Nits Helligkeit und einer Auflösung von 2.408 × 1.506 Pixeln. Das MacBook Air bietet ebenfalls 500 Nits, aber 2.560 × 1.664 Pixel. Zudem unterstützt das Air den P3-Farbraum und True Tone, das die Farbtemperatur an die Umgebung anpasst. Das Neo setzt stattdessen auf ein sRGB-Display.
Beide Webcams liefern 1080p-Video, sind aber unterschiedlich ausgestattet. Im Neo steckt eine 1080p-FaceTime-HD-Kamera. Das Air verwendet eine 12-Megapixel-Kamera mit Folgemodus, der Euch im Bildzentrum hält, sowie Schreibtischansicht, bei der Gesicht und Schreibtisch gleichzeitig gezeigt werden.
Das MacBook Neo kommt mit Magic Keyboard und Multi-Touch-Trackpad, das sich in ersten Hands-ons nicht besonders stabil anfühlte. Das MacBook Air bietet eine beleuchtete Magic-Tastatur, ein Force-Touch-Trackpad und standardmäßig Touch ID. Beim Neo gibt es Touch ID nur gegen Aufpreis: Die entsprechende Version kostet 699 US-Dollar (ca. 648 Euro) und verdoppelt zugleich den internen Speicher auf 512 GB. Weitere Konfigurationen sind aktuell nicht vorgesehen.
Das M5 MacBook Air startet bereits mit 512 GB Speicher und lässt sich bis zu einer 4-TB-SSD ausbauen. Das Neo endet bei 512 GB. Beim Arbeitsspeicher zeigt sich der Sparkurs deutlich: Das Neo besitzt 8 GB gemeinsamen Speicher, also nur die Hälfte des Standard-Ausbaus im MacBook Air. Das Air lässt sich zudem auf bis zu 32 GB erweitern. Die Speicherbandbreite fällt mit 60 GB/s im Neo deutlich geringer aus als die 153 GB/s im Air.
Auch bei den Chips trennen beide Modelle Welten. Im Neo arbeitet ein A18 Pro, bekannt aus iPhone 16 Pro und iPhone 16 Pro Max, mit 6‑Kern‑CPU (zwei Performance-, vier Effizienzkerne), 5‑Kern‑GPU und 16‑Kern‑Neural‑Engine. Das M5 im Air bietet in der Basis eine 10‑Kern‑CPU (vier Superkerne, sechs Effizienzkerne) und eine 8‑Kern‑GPU, ebenfalls mit 16‑Kern‑Neural‑Engine.
Direkte Benchmarks wie Geekbench‑6‑Werte liegen noch nicht vor. Klar ist aber schon jetzt, dass das MacBook Neo deutlich weniger Rechenleistung als das M5 MacBook Air bietet und sich für aufwendige Video-Bearbeitung eher nicht eignet. Laut Apple sollen jedoch die Apple‑Intelligence‑Funktionen auch auf dem Neo verfügbar sein.
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