2025 war für WhatsApp ein Jahr mit vielen Änderungen, die Nachrichten sicherer, flexibler und besser integrierbar machen. Von neuen Apps bis zu Datenschutzfunktionen – hier findet ihr die zentralen Highlights.
WhatsApp hat 2025 zahlreiche optische und funktionale Anpassungen eingeführt. Neue bunte Standard-Icons für Kontakte und Gruppen ersetzen neutrale Platzhalterbilder. Die farbigen Hintergründe mit dem Anfangsbuchstaben des Namens sowie eigene Standardbilder für Gruppen und Communitys erleichtern es, Chats schneller zu unterscheiden.
Zusätzlich können Beta-Nutzer:innen nun Events direkt in privaten Eins-zu-eins-Chats planen. Termine lassen sich mit Datum, Uhrzeit, Ort und Links zu Audio- oder Videoanrufen anlegen, Einladungen können angenommen oder abgelehnt werden. So werden persönliche und berufliche Absprachen direkt in WhatsApp verwaltet, ohne zusätzliche Kalender-Apps.
Sticker stehen stärker im Mittelpunkt: WhatsApp erlaubt die Erstellung eigener Stickerpakete direkt aus verwendeten Stickern, inklusive Sammelfunktion, Umbenennung und Teilen, ohne Drittanbieter-Apps. Reaktions-Sticker für Status-Updates bringen ein Instagram-ähnliches Erlebnis, bei dem Zuschauer:innen mit einem Tippen privat reagieren können. Parallel wurden die Chat-Themen um 18 neue Farben auf insgesamt 38 erweitert, die für einzelne Chats oder global und in Hell- wie Dunkelmodus gelten.
Beim Design führt WhatsApp eine neue „Liquid Glass“-Oberfläche ein. Transparenzen, Tiefe und Ebeneneffekte ziehen sich durch Tab-Leiste, Tastatur, Buttons und Kontextmenüs und sorgen für ein moderneres, einheitliches Erscheinungsbild, das schrittweise verteilt wird.
Ein zentraler Schritt 2025 ist die offizielle iPad-App. Nutzer:innen mit iPadOS 15.1 oder neuer können WhatsApp aus dem App Store installieren und über einen QR-Code mit dem Hauptgerät verknüpfen. Bis zu ein Jahr Chatverlauf wird synchronisiert, Funktionen wie Nachrichten, Anrufe, Kanäle, Status und Communitys sind in einer für das große Display optimierten Oberfläche mit Split View nutzbar.
Auf der Apple Watch ist WhatsApp nun ebenfalls mit einer Begleit-App vertreten. Sie benötigt weiterhin ein nahes iPhone, erlaubt aber das Durchsehen aktueller Chats, das Anzeigen angepinnter und verschwindender Nachrichten sowie das Senden von Antworten, Reaktionen, Sprachnachrichten und diktierten Nachrichten direkt vom Handgelenk. Echtzeit-Synchronisierung und Statusanzeigen verbessern die Nutzung.
Mit Multi-Account-Unterstützung könnt ihr bis zu zwei Konten innerhalb einer App verwalten. Jedes Konto behält eigenen Chatverlauf, Backups, Benachrichtigungen, Privatsphäre- und Medieneinstellungen. Der Wechsel erfolgt über eine Kontenliste, einen langen Druck auf den Reiter „Einstellungen“ oder per Doppeltipp, Benachrichtigungen zeigen klar an, welches Konto betroffen ist. App-Sperre wird unterstützt, das Feature wird schrittweise an Beta- und stabile Nutzer:innen ausgerollt.
Unter iOS 18.2 lässt sich WhatsApp jetzt als Standard-App für Nachrichten und Anrufe festlegen. Die App integriert sich tiefer in Kontakte und macht verschlüsselte Kommunikation mit Multimedia und internationalen Anrufen komfortabler – sowohl mit WhatsApp Messenger als auch mit WhatsApp Business.
Beim Datenschutz hat WhatsApp mehrere neue Werkzeuge eingeführt. Avatar-Sticker erhalten Einstellungen, mit denen ihr festlegt, wer euren Avatar in gemeinsamen Stickern nutzen darf. Wenn beide Chatpartner:innen zustimmen, erscheint eine Kategorie „Zusammen“ mit kombinierten Avataren, die nur für diesen Chat generiert werden.
Für Statusmeldungen könnt ihr nun steuern, wer sie weiterteilen darf. Die Option ist mit den bestehenden Zielgruppeneinstellungen verknüpft und standardmäßig deaktiviert. Weitergeteilte Inhalte sind klar gekennzeichnet, persönliche Details des oder der ursprünglichen Ersteller:in bleiben geschützt.
Mit „striktem Kontoschutz per Tipp“ bündelt WhatsApp verschiedene Sicherheitsoptionen unter Einstellungen > Datenschutz > Erweitert. Aktiviert ihr diese Stufe, werden unbekannte Kontakte stärker eingeschränkt, etwa bei Dateianhängen, Link-Vorschauen, Anrufen und Gruppeneinladungen. Zwei-Faktor-Verifizierung wird erzwungen, Profilinfos auf Kontakte beschränkt, Anrufe über WhatsApp-Server geleitet und bei Schlüsseländerungen gewarnt. Einige Schutzmechanismen bleiben auch nach Deaktivierung aktiv.
Android-Nutzer:innen erhalten Übersetzungen direkt auf dem Gerät über Sprachpakete für unter anderem Spanisch, Arabisch, Portugiesisch (Brasilien), Hindi und Russisch. Nachrichten lassen sich automatisch pro Chat oder manuell übersetzen, auch in Gruppen und Kanälen. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert, läuft lokal und kann in Chat- und Speichereinstellungen gesteuert werden, Feedback hilft bei Verbesserungen.
Meta-KI ist nach Klärung regulatorischer Fragen inklusive DSGVO-Umsetzung offiziell in Europa und Großbritannien verfügbar. Eine eingeschränkte Version des Chatbots steht in WhatsApp, Instagram und Messenger bereit, einige Funktionen wie Bildbearbeitung und Sprachsitzungen sollen später folgen. Für WhatsApp gibt es zudem eine neue Sprachschnittstelle, mit der ihr per Wellenform-Icon oder aus dem Anrufe-Tab heraus Sprachchats mit Meta-KI starten könnt. Sitzungen können automatisch oder manuell beginnen und im Hintergrund weiterlaufen.
Mit „Private Verarbeitung“ führt WhatsApp ein optionales System ein, das KI-Funktionen wie Zusammenfassungen oder Schreibhilfen ermöglichen soll, ohne die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufzugeben. Inhalte werden nur für die Dauer der Anfrage verarbeitet und danach verworfen. Weder Meta noch Dritte sollen Zugriff oder Speicherungen vornehmen, externe Prüfungen und ein Bug-Bounty-Programm sollen zusätzliche Sicherheit und Transparenz schaffen.
Für schnelleren Zugriff lässt sich ein Meta-KI-Widget auf dem Startbildschirm platzieren. Es bietet direkte Verknüpfungen zum Chat, zum Teilen von Fotos zur Analyse oder Bearbeitung sowie zum Start von Sprachsitzungen, ist aber nur für Nutzer:innen mit KI-Zugang verfügbar.
Ein zentrales Thema für 2026 sind Benutzer:innennamen. WhatsApp hat angekündigt, diese später im Jahr einzuführen, damit Kontakte ohne Telefonnummern-Austausch hergestellt werden können. Für Unternehmen kommt eine „geschäftsbezogene Benutzer:innen-ID“ (BSUID) hinzu, die Nachrichtenrouting und CRM-Integrationen bei Wahrung der Privatsphäre sicherstellen soll. Unternehmen müssen ihre Systeme bis Juni 2026 anpassen, auch reguläre Nutzer:innen werden einen Namen wählen können.
Vor dem vollständigen Start soll eine Reservierungsfunktion kommen, über die Nutzer:innen und Unternehmen ihre bevorzugten Namen früh sichern können. Die Reservierung ist an Meta-Konten gekoppelt und nutzt Instagram- oder Facebook-Benutzernamen zur Verifizierung, damit nur rechtmäßige Inhaber:innen einen Namen beanspruchen können. Derzeit scheint das System auf bestehende Meta-Namen begrenzt zu sein.
Im Profil könnt ihr inzwischen Links zu Instagram- und Facebook-Konten hinterlegen. Ihr steuert über Privatsphäre-Einstellungen, wer diese Links sieht, und könnt sie freiwillig im Kontozentrum verifizieren lassen. Verifizierte Verknüpfungen werden mit Icon angezeigt, nicht verifizierte nur als URL. Zusätzlich lassen sich Instagram-Profile unabhängig davon auch als einfacher Link hinzufügen.
Über den Kontozentrum lässt sich außerdem ein Instagram-Konto als authentisch verknüpft bestätigen, woraufhin Symbol und Nutzer:innenname im WhatsApp-Profil erscheinen und Vertrauen schaffen. Die Verknüpfung ist optional, unbestätigte Links bleiben möglich.
Für Gruppen bringt WhatsApp mehrere Erweiterungen. Eine neue Struktur für Antworten erstellt Threads direkt unter der Ursprungnachricht. Über einen Hinweis in der Blase gelangt ihr zur vollständigen Ansicht des Threads, Folgeantworten können sich auf einzelne Nachrichten beziehen und halten lange Diskussionen in Gruppen übersichtlich.
Mit Rollenlabels lassen sich individuelle Rollen neben dem Namen festhalten, etwa für Moderation, Themenverantwortung oder Interessen. Die rein textbasierten Labels ohne Symbole oder Links werden in Nachrichten und Teilnehmer:innenlisten angezeigt, pro Gruppe separat verwaltet und bleiben auch nach einer Neuinstallation erhalten.
Die @all-Erwähnung informiert in einem Schritt alle Gruppenmitglieder. In kleineren Gruppen können alle Mitglieder diese Funktion nutzen, in Gruppen mit mehr als 32 Mitgliedern nur Admins, um übermäßige Benachrichtigungen zu verhindern.
Sprachchats für Gruppen beliebiger Größe erlauben Live-Audiogespräche, ohne den Textfluss zu stören. Der Start erfolgt per Wischgeste am unteren Rand des Gruppenchats, Ein- und Ausstieg sind stumm möglich. Eine angepinnte Oberfläche zeigt Steuerung und Teilnehmer:innen, alle Gespräche sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
Nachrichten lassen sich nun mit Erinnerungen versehen. Vordefinierte Intervalle wie zwei oder acht Stunden oder ein Tag sowie eigene Zeitpunkte sind möglich. Eine Glocke am betroffenen Beitrag zeigt aktive Erinnerungen, beim Auslösen erscheint eine Benachrichtigung mit Text, Medienvorschau und Chatdetails. Die Verarbeitung erfolgt vollständig auf dem Gerät.
Ein neues Tool zum Löschen von Chats auf iOS bietet mehr Kontrolle. Statt eines einfachen Bestätigungsdialogs öffnet sich ein Bottom Sheet, das Nachrichten, markierte Nachrichten und gespeicherte Medien trennt. Nutzer:innen entscheiden, ob markierte Inhalte erhalten bleiben sollen, sehen Schätzungen zum freigewordenen Speicher und können gezielt Dateitypen wie Bilder, Videos, Dokumente, Audio, Sticker oder Sprachnachrichten entfernen. Das Werkzeug ist sowohl aus der Chatinfo als auch aus der Chatliste erreichbar.
Schließlich ermöglicht WhatsApp, Status-Reaktionen als Sticker direkt auf Bilder oder Videos zu setzen. Zuschauer:innen tippen sie an, um eine private Reaktion zu senden, Ersteller:innen sehen, wer welche Reaktion genutzt hat.
Als Reaktion auf den EU-Digital-Märkte-Gesetzesrahmen führt WhatsApp Unterstützung für Drittanbieter-Chats ein. Unter Einstellungen > Konto > Drittanbieter-Chats aktiviert ihr die Option, um verschlüsselt mit Kontakten aus anderen Messengern zu schreiben. Derzeit ist BirdyChat als einzig kompatible App genannt. Unterstützt werden Text, Fotos, Videos, Dokumente und Sprachnachrichten sowie grundlegende Postfach- und Benachrichtigungsoptionen, jedoch keine Sticker, Status oder verschwindende Nachrichten. Blockierte WhatsApp-Kontakte können je nach Regelwerk der anderen Plattform weiterhin über diese Kanäle schreiben.
Für iOS und Android wird zudem eine erweiterte Nutzung von Stickern als Reaktion auf Nachrichten vorbereitet. Künftig soll sich jede Nachricht mit einem beliebigen Sticker aus der Sammlung beantworten lassen – inklusive offizieller, importierter und animierter Sticker, auch im Lottie-Format. Dies erweitert die bisherigen Reaktionen mit einer festen Emoji-Auswahl.
In der Navigationsleiste könnte künftig ein eigener KI-Chats-Tab erscheinen, der Zugang zu verschiedenen KI-Werkzeugen von Meta und Drittanbietern bietet – etwa für Produktivität, Unterhaltung oder spezielle Interessen. Dafür soll die aktuelle Communitys-Schaltfläche entfallen, was auf eine umfassendere KI-Integration in der App hindeutet.
2025 hat WhatsApp die App durch zahlreiche Neuerungen ausgebaut, von nativen Erlebnissen auf iPad und Apple Watch über Multi-Account-Nutzung bis hin zu KI-Integration mit privater Verarbeitung und neuen Sicherheitsoptionen. Für 2026 zeichnet sich ein Fokus auf Benutzer:innennamen und weitere Datenschutzverbesserungen ab, während Expressivität und Bedienkomfort weiter im Mittelpunkt stehen sollen.
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