News

Kryptomarkt unter Druck: Bitcoin fällt 40 Prozent seit Oktober-Hoch

Der Kryptomarkt erlebt nach einem starken Herbst einen deutlichen Rückschlag. Besonders Bitcoin steht im Fokus, nachdem der Kurs seit seinem Rekordhoch im Oktober massiv nachgegeben hat.

Bitcoin-Kursrutsch und schwacher „digitaler Gold“-Vergleich

Bitcoin hatte im Oktober ein neues Allzeithoch von rund 125.000 US‑Dollar (ca. 114.000 Euro) erreicht, notiert nun aber nur noch bei etwa 75.000 US‑Dollar (ca. 68.000 Euro). Das entspricht einem Rückgang von rund 40 Prozent. Laut Daten von CoinMarketCap wurden seit diesen Höchstständen rund 1,75 Billionen US‑Dollar (ca. 1,60 Billionen Euro) an Marktwert im gesamten Kryptomarkt ausgelöscht.

Ein zentrales Thema in der aktuellen Diskussion ist die schwächere Entwicklung von Bitcoin im Vergleich zu Gold vor dem Hintergrund globaler wirtschaftlicher Spannungen, etwa während der Auseinandersetzungen um den Status von Grönland. Bitcoin wird häufig als „digitales Gold“ bezeichnet, weil es als möglicher sicherer Hafen in geopolitisch unsicheren Zeiten gilt, ähnlich wie physisches Gold seit Tausenden von Jahren.

Auffällig ist, dass Gold Bitcoin jüngst erstmals über einen Zeitraum von fünf Jahren outperformt hat. Gleichzeitig zeigt das Edelmetall derzeit selbst eine hohe Volatilität, teils mit täglichen Schwankungen im Gesamtwert, die größer sind als die gesamte Marktkapitalisierung von Bitcoin. Die Erzählung vom „digitalen Gold“ wurde in der Vergangenheit allerdings bereits mehrfach vorschnell für beendet erklärt, etwa nach dem Corona‑Crash im März 2020.

Quantencomputing, Regulierung und institutionelle Adoption

Neben den makroökonomischen Faktoren gibt es auch spezifische Sorgen rund um Bitcoin. Das Thema Quantencomputing wird von namhaften Investor:innen wie Ray Dalio und Jan Van Eck als potenzielle Bedrohung für die Sicherheit des Netzwerks genannt. Forschende des Krypto-Unternehmens Grayscale führten dieses Risiko zuletzt als möglichen Grund für die schwächere Kursentwicklung an.

Gleichzeitig wird betont, dass die Quantenbedrohung für Bitcoin derzeit nicht unmittelbar bevorsteht. Verschiedene Akteur:innen arbeiten an Forschungsprojekten und Upgrades, um die kryptografischen Signaturen des Netzwerks gegenüber Quantenangriffen widerstandsfähig zu machen.

Ein weiterer Dämpfer kam von regulatorischer Seite: Die Kryptobörse Coinbase hat ihre Unterstützung für einen Entwurf des sogenannten CLARITY‑Gesetzes zurückgezogen, das der Branche mehr regulatorische Klarheit bringen sollte. Damit ist fraglich, ob es in diesem Jahr zu klareren Rahmenbedingungen kommt. Ein Bericht des Krypto-Unternehmens Galaxy legt allerdings nahe, dass die Folgen eher alternative Kryptowährungen als Bitcoin selbst betreffen könnten.

Hinzu kommt, dass Bitcoin zuvor bereits eine lange Rallye hingelegt hatte: Vom Tief unter 20.000 US‑Dollar (ca. 18.000 Euro) rund um die Insolvenz der inzwischen geschlossenen Kryptobörse FTX im November 2022 bis hin zum Rekordhoch im Oktober.

Im institutionellen Bereich steckt Bitcoin als Gold-Alternative weiter in den Anfängen. Zentralbanken bevorzugen weiterhin physisches Gold. Wie groß die Distanz in diesen Kreisen noch ist, zeigte ein Auftritt des französischen Notenbankchefs François Villeroy de Galhau beim Weltwirtschaftsforum in Davos, wo er einräumte, nicht gewusst zu haben, dass es keinen zentralen Emittenten von Bitcoin gibt.

Gleichzeitig gibt es erste Gegenbeispiele: Die Tschechische Nationalbank widersprach der Annahme, keine europäische Zentralbank werde Bitcoin in ihre Reserven aufnehmen, und startete ein Pilotprogramm mit einem Bitcoin-Kauf im Wert von 1 Million US‑Dollar (ca. 910.000 Euro).

Große Verluste bei Ethereum-Treasury und Digital-Asset-Firmen

Abseits von Bitcoin sorgt die Digital-Asset-Treasury-Firma Bitmine für Schlagzeilen. Das Unternehmen hält große Mengen der Kryptowährung Ether und sitzt derzeit auf nicht realisierten Verlusten von rund 6,6 Milliarden US‑Dollar (ca. 6,0 Milliarden Euro) aus seinen Käufen. Bitmine-Chef Tom Lee hatte Stablecoins zum Start des Unternehmens als einen Chat‑GPT‑Moment für Ethereum bezeichnet. Inzwischen haben Stablecoin-Emittent:innen aber eigene „Stablechains“ eingeführt, um Ethereum zu umgehen und ihre Technologiestacks stärker zu kontrollieren.

Auch Strategy, das als Wegbereiter des Digital-Asset-Treasury-Modells mit Fokus auf Bitcoin gilt, geriet unter Druck. Das Unternehmen liegt mit seinen Bitcoin-Beständen inzwischen leicht unter dem Break-even, obwohl die Käufe bereits 2020 begonnen hatten. Im vierten Quartal 2025 meldete Strategy nicht realisierte Verluste in Höhe von 17 Milliarden US‑Dollar (ca. 15,5 Milliarden Euro).

Wie es für Bitcoin und den restlichen Kryptomarkt weitergeht, ist offen. Ein weiterer Rückgang des Bitcoin-Kurses könnte darauf hindeuten, dass der bekannte Vierjahreszyklus dieser Anlageklasse weiterhin intakt ist und sich die Muster der Vergangenheit wiederholen.

Focus-Keyphrase: Bitcoin Kursrückgang

Schlagwörter: Bitcoin,Kryptomarkt,Ethereum,Quantencomputing,Regulierung,Gold,Stablecoins

Meta-Beschreibung: Bitcoin fällt 40 Prozent seit Oktober-Hoch, der Kryptomarkt verliert Billionen – Ursachen, Risiken und mögliche Folgen im Überblick.

Via: https://gizmodo.com

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

Neueste Artikel

iOS 27.3 bringt neue Siri-Funktionen und eine überarbeitete Health-App

Apple hat mit dem Test von iOS 27.3 begonnen. Das Update ergänzt neue Funktionen für Safari, Siri und die Health-App…

4. November 2026

Fitness-KI erstellt Trainingspläne – was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen

Apple Fitness+ soll mit Gym Strength individuelle Kraftpläne fürs Fitnessstudio anbieten. Zugleich zeigen Gesundheitsberichte, dass gezielte Gewichtsabnahme das Risiko für…

4. November 2026

Siri wird zur Entwicklerplattform – Apple Watch sorgt für Datenschutzfragen

Apple öffnet Siri AI für Entwickler:innen. Zugleich rücken neue KI-Funktionen für die Apple Watch in den Blick, weil sie auf…

4. November 2026

Apple Angebote des Tages – 04.11.2026

Die 10 stärksten Apple-Angebote am 04.11.2026 im Überblick — darunter 3 neue Bestpreise.

4. November 2026

WhatsApp schlägt auf Android und iOS aktuelle Medien vor

WhatsApp führt eine Funktion ein, die Euch beim Öffnen eines Chats aktuelle Fotos und Videos aus der Galerie vorschlägt. Der…

4. November 2026

Apple Fitness+ erweitert das Angebot um personalisierte Krafttrainingspläne fürs Fitnessstudio

Mit Gym Strength bringt Apple Fitness+ ein neues Krafttrainingserlebnis ins Fitnessstudio. Die Funktion ist derzeit als Beta verfügbar und erstellt…

4. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen