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KI frisst Strom: Was der Emissionssprung bei Microsoft für Apples Rechenzentren bedeutet

Die neue Welle generativer KI treibt nicht nur Innovationen, sondern auch den Energieverbrauch massiv nach oben. Das zeigt ein aktueller Emissionssprung bei Microsoft – mit Folgen für die gesamte Branche, inklusive Apple.

Microsofts Klimabilanz unter Druck – wegen KI-Rechenzentren

Microsoft hatte zugesagt, bis 2030 „klimaneutral im Minus“ zu sein. Also mehr CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen, als das Unternehmen ausstößt. Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht zeigt jedoch eine entgegengesetzte Entwicklung: Die Emissionen des Konzerns sind innerhalb eines Jahres um 25 Prozent gestiegen. Als Hauptgrund nennt der Bericht den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren.

Diese Rechenzentren liefern die Infrastruktur für Dienste rund um generative KI und andere datenintensive Anwendungen. Sie benötigen dafür große Mengen Strom und verursachen indirekt zusätzliche Emissionen. Vor allem wenn der Energiebedarf nicht vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird. Der Sprung nach oben fällt deutlicher aus, als es das ursprüngliche Klimaziel erwarten ließ, ist aber zugleich transparenter, weil Microsoft den Einfluss von KI-Infrastruktur offen einbezieht.

Für Apple ist das ein wichtiges Signal. Auch der Konzern betreibt und nutzt große Rechenzentren, etwa für iCloud, Apple Music oder Apple TV+. Der wachsende Bedarf an KI-Funktionen – ob in der Cloud oder auf Geräten – erhöht den Druck, diese Infrastruktur energieeffizienter und klimaverträglicher zu gestalten.

Neue Chips und Speicherstandards: Mehr KI-Leistung, mehr Energiehunger

Parallel zur Debatte um Emissionen treibt die Hardwarebranche die KI-Leistung nach oben. AMD will noch in diesem Monat auf dem „Advancing AI 2026“-Gipfel in San Francisco erste Einblicke in seine Epyc-„Venedig“-Prozessoren mit Zen‑6-Architektur geben. Die neuen Server-Chips sollen bis zu 256 Kerne bieten und laut Hersteller bis zu 1,7‑mal schnellere KI-Leistung liefern als die Vorgängergeneration.

Solche Prozessoren bilden das Rückgrat künftiger Server- und Cloud-Plattformen – und damit auch von Diensten, auf die Apple-Nutzer:innen indirekt zugreifen, etwa über Apps mit KI-Funktionen oder Cloud-Angebote von Drittanbietern. Mehr Rechenleistung ermöglicht komplexere Modelle und schnellere Antworten, erhöht aber auch den Strombedarf der Rechenzentren, wenn Effizienzgewinne nicht gegensteuern.

Gleichzeitig treibt die Standardisierungsorganisation JEDEC mit dem neuen SPHBM4-Standard den Ausbau von Hochbandbreitenspeicher für KI-Beschleuniger voran. SPHBM4 nutzt die gleichen DRAM-Chips wie HBM4, setzt aber auf ein neues Interface-Grund-Die. Dadurch lassen sich die Speicherbausteine auf herkömmlichen organischen Substraten montieren, wie sie in vielen Standard-Packages verwendet werden.

Das senkt potenziell die Hürden für leistungsstarke KI-Beschleuniger und erleichtert deren Einsatz in einer breiten Palette von Servern. Mehr verfügbare KI-Beschleuniger können wiederum dazu führen, dass noch mehr Rechenzentren leistungsfähige KI-Dienste anbieten – mit entsprechenden Auswirkungen auf Energieverbrauch und CO₂-Bilanz.

Was Ihr als Apple-Nutzer:innen tun könnt

Für Euch als Apple-Community stellt sich die Frage, wie sich dieser KI-Boom konkret auf den eigenen CO₂-Fußabdruck auswirkt. Und wo Ihr gegensteuern könnt. Einen Teil der Emissionen könnt Ihr nicht direkt beeinflussen. Etwa wenn Apple oder andere Anbieter ihre Rechenzentren ausbauen, um KI-Funktionen bereitzustellen.

Gleichzeitig habt Ihr Stellschrauben: Wer etwa iCloud intensiv nutzt, lagert viele Prozesse ins Rechenzentrum aus. Lokale KI-Funktionen auf iPhone, iPad oder Mac können in manchen Fällen helfen, Cloud-Anfragen zu reduzieren, sofern das Gerät die Aufgaben effizient selbst ausführt. Auch die Nutzungsdauer von Geräten spielt eine Rolle: Ein längerer Lebenszyklus verteilt die Emissionen aus Herstellung und Infrastruktur über mehr Jahre.

Zwischen wachsender KI-Leistung, neuen Serverchips und Speicherstandards sowie steigenden Emissionen entsteht eine Spannung, die alle großen Tech-Konzerne betrifft – Microsoft ebenso wie Apple. Wie stark KI letztlich auf das Klima durchschlägt, hängt nicht nur von neuen Technologien ab, sondern auch davon, wie bewusst Ihr Cloud-Dienste nutzt, lokale Funktionen einsetzt und Eure Geräte im Alltag betreibt.

Via: thenextweb.com · www.techspot.com · www.electronicsweekly.com

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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