Apple erprobt in iOS 27.2 eine Sicherheitsfunktion, die spontane Raubüberfälle auf iPhones erkennen und das Gerät automatisch sperren soll. So will der Konzern verhindern, dass Dieb:innen ein gestohlenes iPhone sofort ausnutzen.
Für das schnelle entreißen eines Smartphones aus der Hand gibt es bereits einen Begriff: „Apple-Picking“. Apple arbeitet seit einiger Zeit daran, Nutzer:innen besser vor dieser Form des Diebstahls zu schützen. Im Mai wurde bekannt, dass ein neues Sicherheitspaket geplant ist, das ein iPhone automatisch sperrt, sobald erkannt wird, dass es seiner Besitzer:in aus der Hand gerissen wurde. Mit der zweiten Beta von iOS 27.2 zeigt sich nun, wie dieser Ansatz konkret aussehen könnte.
Die Funktion, die intern „Automatische Sperre“ heißt, wurde von 9to5Mac entdeckt. Sie soll mehrere Signale kombinieren, um zu beurteilen, ob ein Gerät entwendet wurde. Ziel ist es, ein auffälliges Muster zu erkennen und dann rechtzeitig zu reagieren.
Die automatische Sperre stützt sich auf verschiedene Hinweise. Dazu gehört eine plötzliche, starke Beschleunigung des iPhones, wie sie beim abrupten Wegreißen auftreten kann. Ebenfalls ein Indiz: Wenn eine gekoppelte Apple Watch nicht mehr erreichbar ist oder die Verbindung zu ihr abreißt. Auch ein länger andauernder Verlust der Netzwerkverbindung fließt in die Bewertung ein. Hinzu kommt, dass das iPhone über einen bestimmten Zeitraum entsperrt bleiben kann, was bei einem Diebstahl vorkommt, wenn Dieb:innen das Gerät sofort nutzen wollen.
Da jedes einzelne dieser Signale für sich genommen zu Fehlalarmen führen könnte, arbeitet Apple an zusätzlichen Schutzmechanismen gegen unbeabsichtigte Sperren. Genannt werden etwa biometrische Authentifizierung, also Face ID oder Touch ID, sowie die Analyse der App-Aktivität. Außerdem ist ein Rückstufungsmechanismus vorgesehen, der nach Sperrereignissen weitere automatische Sperren vorübergehend unterdrückt.
Wie 9to5Mac berichtet, befindet sich die Funktion weiterhin in Entwicklung. Nutzer:innen der aktuellen iOS-27.2-Beta-2-Version können sie nicht aktiv ausprobieren. Apple hat die automatische Sperre zwar im System aktiviert, den eigentlichen Sperrmechanismus jedoch deaktiviert. So kann das Unternehmen Daten sammeln, ohne das Verhalten des iPhones für Euch spürbar zu verändern. Diese Daten dürften Apple helfen, die Erkennung zu verfeinern und Fehlalarme zu reduzieren.
Der Fokus auf stärkeren Diebstahlschutz hat einen konkreten Hintergrund. In Städten wie London sind iPhones besonders attraktive Ziele für Kriminelle. Berichten zufolge lehnen manche Täter:innen sogar Android-Smartphones ab und konzentrieren sich auf Apple-Geräte, die sich meist teurer weiterverkaufen lassen.
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