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Hacker:innen erbeuten mutmaßlich Zugriffstokens und vertrauliche Dokumente der ESA

Die Europäische Weltraumorganisation ESA meldet einen Sicherheitsvorfall auf ihren Wissenschaftsservern. Eine Hackergruppe will dabei rund 200 Gigabyte Daten erbeutet haben, darunter vertrauliche Dokumente und Quellcode.

ESA bestätigt Angriff, Hacker bieten Daten zum Verkauf an

Zu Wochenbeginn hat die ESA den Vorfall nach Hinweisen in sozialen Netzwerken bestätigt. Auf X erklärte die Behörde, nach aktueller Analyse seien nur sehr wenige externe Server betroffen. Diese Server dienten nicht-klassifizierten, gemeinschaftlichen Ingenieursprojekten innerhalb der wissenschaftlichen Community.

Während die ESA den Vorfall als begrenzt einstuft, bietet eine mutmaßlich beteiligte Person derzeit 200 Gigabyte Daten aus den ESA-Servern auf der Cybercrime-Plattform BreachForums zum Verkauf an. Laut dortigen Angaben und von der ESA nicht näher kommentierten Details sollen die entwendeten Daten Quellcode, Zugriffstokens, fest im Code hinterlegte Zugangsdaten, Terraform-Dateien sowie vertrauliche Dokumente umfassen.

Der französische IT-Sicherheitsexperte Seb Latom hat auf X Screenshots veröffentlicht, die diese Inhalte belegen sollen. Eine unabhängige Bestätigung der Echtheit dieser Daten liegt bislang nicht vor, die ESA verweist auf laufende Untersuchungen.

Möglicher Bezug zum Weltraumteleskop Ariel

Ein Teil der angebotenen Daten könnte mit dem geplanten Weltraumteleskop Ariel zusammenhängen, der „Atmospheric Remote-sensing Infrared Exoplanet Large-survey“-Mission der ESA. Ariel soll 2029 starten und die Atmosphären von Exoplaneten untersuchen.

Laut Latom gefährdet der aktuelle Datendiebstahl die Sicherheit von Weltraumprojekten der ESA. Besonders kritisch sei, dass Quellcode erneut verwendet oder für bösartige Zwecke angepasst werden könnte. Auch die Veröffentlichung von Zugriffstokens und fest codierten Zugangsdaten könne weitere Angriffe erleichtern.

Die ESA betont, dass die betroffenen Systeme außerhalb des internen Netzwerks liegen und für unklassifizierte, kooperative Projekte genutzt werden. Dennoch wirft die Häufung von Vorfällen Fragen nach dem allgemeinen Schutzniveau der Daten auf.

Wiederholte Sicherheitsprobleme bei ESA und NASA

Es ist nicht der erste Sicherheitsvorfall bei der ESA. Bereits im Dezember 2024 manipulierten Angreifer den Online-Shop der Behörde und richteten eine gefälschte Bezahlseite ein, um an Kund:innendaten zu gelangen. Schon 2015 kompromittierte eine Hackergruppe mehrere ESA-Webseiten, um Daten von Mitarbeitenden und Hunderten Abonnent:innen zu sammeln.

Alle bekannten Angriffe zielten auf Plattformen, die außerhalb des internen ESA-Netzwerks gehostet wurden. Dennoch sieht Latom die Serie von Vorfällen als Hinweis darauf, dass die Datensicherheit der Agentur verbessert werden müsse.

Auch die US-Raumfahrtbehörde NASA war in der Vergangenheit wiederholt betroffen. Zuletzt drangen Angreifer 2018 in Systeme ein und erbeuteten personenbezogene Informationen von Mitarbeitenden, darunter Sozialversicherungsnummern. Die Ereignisse bei beiden Behörden zeigen, wie stark Forschungs- und Raumfahrtorganisationen im Visier von Cyberkriminellen stehen.

Die ESA hat nach eigenen Angaben eine forensische Sicherheitsanalyse eingeleitet und Maßnahmen umgesetzt, um möglicherweise betroffene Geräte zu sichern. Alle relevanten Stellen seien informiert worden, weitere Informationen sollen folgen, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

Via: https://gizmodo.com
Titelbild: European Space Agency – ESA

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Michael Reimann

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