Grafikkarten sind weltweit deutlich teurer geworden: Zwischen August und Oktober 2026 stiegen die Preise laut einer Erhebung von Hardware Unboxed um 35 Prozent. Besonders stark traf es aktuelle Spitzenmodelle von Nvidia.
Die Untersuchung erfasst Preise in zehn Ländern, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Polen. Im August stiegen die Preise um 15 Prozent, im September um weitere sieben Prozent. Im Oktober betrug das Plus gegenüber dem Vormonat zehn Prozent, wenn die GeForce RTX 5090 nicht berücksichtigt wird. Mit dieser Grafikkarte lag der Zuwachs bei elf Prozent.
Für Nvidias RTX 5090 meldete Hardware Unboxed allein im Oktober einen Preisanstieg um 32 Prozent. In den USA erhöhte sich der Einstiegspreis des günstigsten Modells von 6.890 auf 9.400 US-Dollar (rund 8.130 Euro). In Deutschland kostete die Karte zuletzt 8.000 Euro statt zuvor 5.640 Euro. In Polen wurden Preise von 38.000 Złoty erfasst.
Auch die RTX 5080 verteuerte sich: Im Monatsvergleich stieg ihr Preis um 22 Prozent. In den USA wurden zunächst 1.580 und später 2.200 US-Dollar (rund 1.900 Euro) verlangt. In Deutschland lag der gemessene Preisanstieg bei 40 Prozent, auf 2.100 Euro.
Tom’s Hardware zufolge kostet die RTX 5080 inzwischen mindestens 2.000 US-Dollar (rund 1.730 Euro). Damit liegt sie auf dem Niveau der Einführungspreise der RTX 5090. Die unverbindliche Preisempfehlung der RTX 5080 betrug ursprünglich 999 US-Dollar (rund 860 Euro); aktuelle Handelspreise liegen laut Bericht zwei- bis dreimal so hoch.
Die Preissteigerungen betreffen auch andere Grafikkarten. Die Radeon RX 9060 XT mit 16 Gigabyte wurde um 17 Prozent teurer. Für die RX 9070 und RX 9070 XT verzeichnete Hardware Unboxed jeweils zwölf Prozent Aufschlag. Intels Arc B580 stieg um rund zehn Prozent. Ohne die RTX 5090 lagen die GPU-Preise im Durchschnitt 44 Prozent über der unverbindlichen Preisempfehlung. Besonders hohe Abweichungen gab es in Kanada mit 58,3 Prozent, den USA mit 57,6 Prozent, Deutschland mit 45,3 Prozent und Polen mit 43,1 Prozent.
Als Ursachen gelten knappe Bestände und die hohe Nachfrage nach Hardware für künstliche Intelligenz. Laut Tom’s Hardware richten Hersteller ihre Kapazitäten stärker auf den Markt für Unternehmens-KI aus. Zugleich gibt es Engpässe bei Leiterplatten.
Nikkei Asia berichtet, dass diese Knappheit voraussichtlich bis 2030 anhält. Manche Neubestellungen könnten erst Ende 2028 geliefert werden; die Fertigung einzelner Designs dauere bis zu 30 Monate. Ein führender Anbieter von kupferkaschierten Laminaten soll seine Auftragsbücher bis 2030 gefüllt haben. Bis 2028 plant das Unternehmen, seine Kapazität zu verdreifachen.
KI-Server benötigen besonders aufwendige Leiterplatten: Laut Würth Elektronik haben sie drei- bis fünfmal so viele Lagen wie herkömmliche Platinen und brauchen große Mengen Kupfer und Spezialglasfaser. Branchenexpert:innen erwarten bei Glasgewebe vor 2028 keine spürbare Entspannung. Leiton zufolge haben sich die Spotpreise für chinesische Standard-FR-4-Laminate binnen eines Jahres verdreifacht. Der ZVEI gibt an, dass nur noch zwei Prozent der weltweiten Leiterplattenproduktion in Europa stattfinden. Um die Jahrtausendwende waren es rund 20 Prozent.
Nvidia hat Partnerschaften mit Ibiden aus Japan, Samsung Electro-Mechanics aus Südkorea und Unimicron aus Taiwan angekündigt. Unimicron will seine Kapazität innerhalb von drei Jahren auf das Zweieinhalbfache ausbauen. PC-Hersteller wie HP und Dell sichern sich ebenfalls frühzeitig Leiterplattenkapazitäten. Ein US-PC-Manager erklärte, dass die Branche selbst bei sinkenden PC-Auslieferungen im kommenden Jahr um Lieferungen kämpfen müsse.
Auch bei Mainboards könnten höhere Kosten ankommen: Vertriebsdaten deuten darauf hin, dass Asus, MSI und Gigabyte Preisanpassungen von rund drei Prozent planen. SK Hynix teilte Ende Oktober 2026 mit, bis 2030 mit einem Nachfrageüberhang bei Halbleiterspeichern zu rechnen. Bei Unternehmen wie Apple wird erwartet, dass steigende Fertigungskosten langfristig an die Endverbraucher:innen weitergegeben werden.
Via: https://www.ad-hoc-news.de
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