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Google senkt Play-Store-Gebühren und öffnet sich für alternative Zahlungen

Google stellt den Play Store weltweit um und senkt seine Gebühren. Gleichzeitig erlaubt der Konzern alternative Bezahlsysteme – eine direkte Folge der Klage von Epic Games.

Alternative Zahlungsoptionen für Entwickler:innen

Google wird Entwickler:innen künftig erlauben, in Apps andere Bezahlwege als das bisher verpflichtende Abrechnungssystem von Google Play anzubieten. Diese Änderung gilt zunächst für das Vereinigte Königreich, den Europäischen Wirtschaftsraum und die Vereinigten Staaten.

Entwickler:innen sollen das Abrechnungssystem ihrer Wahl nutzen können und dürfen Nutzer:innen zudem direkt auf externe Webseiten zum Kauf weiterleiten. Damit weicht Google das bisherige Monopol seines eigenen In-App-Bezahlsystems deutlich auf.

Neue Gebührenstruktur mit gestaffelten Sätzen

Parallel dazu führt Google ein neues Gebührenmodell ein, das sich an den jährlichen Einnahmen einer App orientiert. Die reinen Dienstleistungsgebühren – ohne zusätzliche Abrechnungsgebühr – liegen künftig zwischen 10 und 25 Prozent.

Für die ersten 1 Million US‑Dollar (rund 930.000 Euro) Jahresumsatz fällt eine Grundgebühr von 10 Prozent an. Übersteigen die Einnahmen diese Schwelle, verlangt Google für neue Installationen 20 Prozent. Für bestehende Installationen, also Apps, die bereits vor Inkrafttreten der neuen Regeln installiert waren, liegt die Gebühr bei 25 Prozent, ausgenommen davon sind automatisch verlängernde Abonnements.

Für Apps mit mehr als 1 Million US‑Dollar (rund 930.000 Euro) Jahresumsatz, die Kund:innen per Link auf eine externe Webseite zum Kauf leiten, wird eine sogenannte Link‑Gebühr von 20 Prozent berechnet. Zusätzlich erhebt Google für Transaktionen, die weiterhin über das Google‑Play‑Abrechnungssystem laufen, eine weitere Gebühr von 5 Prozent. Diese wird auf die jeweilige Grundgebühr aufgeschlagen. Die vollständige Gebührenstruktur listet Google auf seiner Webseite.

Für bestimmte Anwendungen bietet Google zudem reduzierte Sätze an. Apps, die für die Programme „Games Level Up“ und „Apps Experience“ qualifizieren, können von Gebühren zwischen 10 und 20 Prozent profitieren. Beide Programme sollen Entwickler:innen ab September offenstehen.

Weltweiter Rollout und Folgen für Apple

Die neuen Gebühren und Zahlungsoptionen treten am 30. Juni im Vereinigten Königreich, in den USA und im Europäischen Wirtschaftsraum in Kraft. Bis Ende 2026 sollen Australien, Japan und Südkorea folgen, der Rest der Welt bis September 2027.

Auslöser ist die Kartellklage von Epic Games gegen Google. Anders als im Verfahren gegen Apple wurde Google dort eine Monopolstellung beim App‑Vertrieb mit überhöhten Gebühren zugeschrieben. Beide Unternehmen erzielten schließlich einen Vergleich, in dessen Rahmen Google zugesagt hat, die Gebühren zu senken, alternative App‑Stores zu unterstützen und weitere Zahlungsmethoden zuzulassen.

Zwischen Apple und Epic Games läuft der Rechtsstreit dagegen weiter, Apple hat den Obersten Gerichtshof angerufen. In den USA darf Apple derzeit keine Provision auf Apps verlangen, die im App Store Links zu Kaufmöglichkeiten im Web anbieten. In der Europäischen Union muss Apple zusätzlich die Vorgaben des Gesetzes über digitale Märkte einhalten, verfolgt aber – anders als Google – keine einheitliche weltweite Politik.

Solange die konkrete Berechnung der Gebühren im Fall Epic Games gegen Apple noch aussteht, verlangt Apple aktuell 0 US‑Dollar (0 Euro) für Links im App Store. Google erhebt dagegen je nach Konstellation zwischen 10 und 20 Prozent. Beobachter:innen halten es für möglich, dass Googles neue Play‑Store‑Regeln den weiteren Verlauf des Apple‑Verfahrens beeinflussen. Beide Konzerne hatten bislang vergleichbare Gebührenmodelle, Apple reagiert jedoch derzeit mit unterschiedlichen Gebühren und Auflagen je nach Land auf die dortigen Gesetze.

Via: https://www.macrumors.com

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Michael Reimann

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