Google führt eine Funktion ein, mit der ihr eure primäre Gmail-Adresse ändern könnt, ohne ein neues Konto anzulegen. Eure Daten, Käufe und Historie bleiben dabei erhalten.
Bisher galt: Wer seine Gmail-Adresse ändern wollte, musste ein komplett neues Google-Konto erstellen. Damit gingen in der Regel E-Mails, Käufe und jahrelang gesammelte Daten verloren. Diese Einschränkung hebt Google nun schrittweise auf.
Ab sofort können Nutzer:innen ihre bestehende @gmail.com-Adresse durch eine neue @gmail.com-Adresse ersetzen. Alles, was mit dem Konto verknüpft ist, bleibt unverändert. Angesichts von fast zwei Milliarden aktiven Gmail-Konten ist das eine Funktion, die potenziell sehr viele Menschen betrifft – etwa alle, die eine alte Adresse nach Jobwechsel, Umzug oder privater Veränderung nicht mehr nutzen wollen.
Viele Gmail-Adressen sind vor Jahren entstanden. Manche Nutzernamen wirken heute nicht mehr professionell oder sind an frühere Beziehungen, Arbeitgeber oder Wohnorte gekoppelt. Bislang behandelte Google Gmail-Benutzernamen als dauerhaft. Die einzige Lösung war, ein neues Konto aufzusetzen und alles mühsam zu übertragen. Mit dem neuen Verfahren könnt ihr eure digitale Identität auffrischen, ohne neu anzufangen.
Wenn euer Konto auf @gmail.com endet, könnt ihr unter Umständen jetzt eine neue @gmail.com-Adresse auswählen. Die bisherige Adresse verschwindet nicht, sondern wird automatisch zu einem Alias. E-Mails an beide Adressen landen im selben Posteingang, und ihr könnt euch mit beiden Adressen beim Konto anmelden.
Google begrenzt den Wechsel, um Missbrauch und Verwirrung zu vermeiden. Nach einer Änderung könnt ihr zwölf Monate lang keine weitere neue Gmail-Adresse für dasselbe Konto anlegen. Zur ursprünglichen Adresse könnt ihr jederzeit zurückkehren.
Es kann an einigen Stellen zu zusätzlichem Aufwand kommen. Wenn ihr „Mit Google anmelden“ bei Drittanbieterdiensten verwendet, müsst ihr euch eventuell neu einloggen. Nutzer:innen eines Chromebooks oder von Chrome Remote Desktop müssen sich möglicherweise erneut authentifizieren. Vor dem Wechsel empfiehlt Google, wichtige Daten zu sichern und verknüpfte Apps zu prüfen.
Die Funktion wird nach und nach ausgerollt und steht daher noch nicht auf allen Konten bereit. Google testet zudem unterschiedliche Layouts, die Beschriftungen können also leicht variieren. Wenn ihr die Option in den Kontoeinstellungen seht, könnt ihr die Verfügbarkeit prüfen und einen neuen Gmail-Benutzernamen auswählen. Taucht die Option nicht auf, ist die Funktion für euer Konto vermutlich noch nicht freigeschaltet. Konten, die von Schulen, Unternehmen oder Organisationen verwaltet werden, benötigen in der Regel die Zustimmung der Administrator:innen.
Ein Alias ist eine zusätzliche E-Mail-Adresse, deren Nachrichten im gleichen Posteingang landen wie bei eurer Hauptadresse. Durch das Update wird eure alte Gmail-Adresse automatisch zu einem solchen Alias. So behaltet ihr den Kontakt zu bestehenden Adressbüchern und tretet gleichzeitig mit einer aufgeräumten Hauptadresse auf. Das verringert auch Störungen, wenn ihr bei anderen Diensten eine neue Adresse hinterlegt.
Auch andere Anbieter setzen auf Alias-Adressen. Outlook.com erlaubt zusätzliche E-Mail-Adressen, die mit dem primären Konto verknüpft sind. E-Mails an einen Alias landen im Hauptposteingang, und ihr könnt beim Versand auswählen, von welcher Adresse ihr schreibt.
Apple ermöglicht über iCloud bis zu drei E-Mail-Aliasse, etwa für verschiedene Zwecke in der Inbox-Verwaltung. Diese Aliasse erzeugen keine eigenen Apple-IDs und verbergen die primäre iCloud-Adresse nicht vollständig. Zusätzlich gibt es „Meine E-Mail verbergen“ als Teil von iCloud+. Damit erstellt ihr eindeutige, zufällige Adressen, die an eure persönliche Mail-Adresse weitergeleitet werden, etwa für Formulare oder Newsletter-Anmeldungen.
„Meine E-Mail verbergen“ erfordert ein iCloud+-Abonnement und steht in der kostenlosen iCloud-Variante nicht zur Verfügung. Offiziell gibt es keine Obergrenze für solche Adressen, Nutzer:innen berichten von teils hunderten Aliasen. Die Funktion arbeitet mit iCloud+, Apple Pay und der Mail-App, Unterstützung in anderen Apps und Diensten wird ausgebaut, ist aber nicht überall gegeben. Teilweise wird von Zustellproblemen und größerem Verwaltungsaufwand bei vielen Aliasen berichtet.
Das Gmail-Update löst ein seit Jahren bekanntes Problem. Ihr könnt eure E-Mail-Adresse an ein neues Lebensumfeld anpassen, ohne Dateien, Fotos oder Kaufhistorie aufzugeben.
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