Case-Dummys und eine Kopie von Xiaomi machen das Falt‑iPhone greifbar, noch bevor Apple es ankündigt. Für Euch stellt sich die Frage: Abwarten oder jetzt schon auf ein Foldable umsteigen?
Was Dummys über das Falt‑iPhone wirklich verraten
Vor jeder iPhone‑Generation lassen Case‑Hersteller Dummys anfertigen, um ihre Hüllen rechtzeitig anpassen zu können. Auch für das erwartete Falt‑iPhone kursieren inzwischen solche Modelle, über die unter anderem Appleinsider berichtet. Die Dummys zeigen einen Formfaktor mit zwei abgerundeten Ecken im geschlossenen und vier abgerundeten Ecken im aufgeklappten Zustand. Sie basieren auf den aktuellsten Leaks, bleiben aber letztlich nur Annäherungen an das finale Design.
Für Euch bedeuten diese Attrappen vor allem eines: Ihr könnt Euch besser vorstellen, wie groß das Gerät im Alltag wäre und wie es in die Hosen- oder Handtasche passt. Konkrete Aussagen zu Display‑Qualität, Scharnierkonstruktion, Wasser‑ und Staubschutz oder Akkulaufzeit lassen sich daraus jedoch nicht ableiten. Ebenso offen bleibt, wie Apple die Oberfläche von iOS für einen faltbaren Bildschirm anpasst, etwa bei Multitasking oder der Nutzung im halb aufgeklappten „Laptop‑Modus“.
Auch die Frage der Haltbarkeit bleibt unbeantwortet. Bei bisherigen Foldables anderer Hersteller sind Knickstellen im Display, Staub im Scharnier und schnellere Abnutzung typische Schwachpunkte. Ob Apple diese Probleme besser in den Griff bekommt, ist vor der offiziellen Vorstellung nicht absehbar.
Xiaomi 18 Fold: Kopie vor der Apple‑Präsentation
Gizmodo berichtet von einem Auftritt von Xiaomi auf der IFA 2026 in Berlin. Dort zeigte der Hersteller das Xiaomi 18 Fold hinter Glas – ein Faltgerät, das sich deutlich an den geleakten Falt‑iPhone‑Renders orientiert. Xiaomi reagiert damit sichtbar schnell auf die erwartete Apple‑Vorstellung am 9. September und positioniert sein Gerät, bevor Apple überhaupt auf der Bühne steht.
Der Auftritt hinter Glas deutet darauf hin, dass Xiaomi das Design präsentieren, aber noch kein serienreifes Produkt in großer Stückzahl vorführen möchte. Für Euch ist interessant, dass der Formfaktor damit praktisch zeitgleich in den Markt kommt, ohne dass Apple selbst bereits ein fertiges Gerät verkauft. Ihr habt so die Möglichkeit, ein Foldable mit sehr ähnlicher Anmutung früher zu kaufen – müsst aber auf das Apple‑Ökosystem und die Integration in iOS verzichten.
Im Hintergrund verschärft sich zudem der Preisdruck im Smartphone‑Markt. Laut einem Bericht von iClarified auf Basis von Daten von Counterpoint Research sind die Preise bestehender Smartphones 2026 im Schnitt um 15 Prozent gestiegen. Neue Modelle starten im Mittel sogar 25 Prozent teurer als ihre Vorgänger. Foldables wie ein Xiaomi 18 Fold oder ein mögliches Falt‑iPhone dürften sich also am oberen Ende dieser Preisskala bewegen.
Risiken für Early Adopter:innen und wer wirklich umsteigen sollte
Wenn Ihr früh auf Foldables setzt, geht Ihr mehrere Risiken ein. Zum einen ist die Haltbarkeit der Scharniere und Displays weiterhin ein Thema, wie Erfahrungen mit bisherigen Falt‑Smartphones anderer Anbieter gezeigt haben. Zum anderen ist unklar, wie gut die jeweilige Software auf den Faltmodus optimiert ist, etwa bei Apps, Fenstermanagement und Gestensteuerung.
Reparierbarkeit und Wiederverkaufswert sind weitere offene Punkte. Faltbare Displays und komplexe Scharniere erschweren Reparaturen erfahrungsgemäß und verteuern sie. Gleichzeitig ist schwer vorherzusagen, wie sich der Gebrauchtmarkt entwickelt, wenn in kurzen Abständen verbesserte Foldable‑Generationen erscheinen.
Der Umstieg auf ein Foldable lohnt sich vor allem für Euch, wenn Ihr konkrete Nutzungsszenarien habt, die vom großen, faltbaren Display stark profitieren. Dazu gehören etwa intensives Multitasking, Medienkonsum auf einem größeren Bildschirm oder produktives Arbeiten unterwegs. Wenn Ihr vor allem Wert auf lange Haltbarkeit, einfache Reparaturen und stabilen Wiederverkaufswert legt, könnte es sinnvoll sein, den ersten Falt‑Generationen noch etwas Zeit zu geben – insbesondere solange Apple sein eigenes Gerät noch nicht offiziell vorgestellt hat.
Checkliste für Euch: Habt Ihr einen klaren Mehrwert durch den größeren Bildschirm? Könnt Ihr mit potenziellen Kinderkrankheiten leben? Und seid Ihr bereit, für Experimentierfreude mehr Geld auszugeben, als für ein klassisches Smartphone fällig wäre?
Via: appleinsider.com · gizmodo.com
