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Etwas Schräg: Ozempic holt „Mac vs. PC“-Duo für neue GLP‑1-Kampagne zurück

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk setzt bei Ozempic auf eine ungewohnte Werbestrategie. Das Unternehmen bringt das bekannte „Mac vs. PC“-Duo zurück, um den Markt vor Patentabläufen auszuweiten.

Ozempic unter Druck: Engpässe und starke Konkurrenz

Ozempic von Novo Nordisk hat 2018 den GLP‑1‑Boom bei der Behandlung von Typ‑2‑Diabetes gestartet. Über Jahre dominierte der Konzern den Markt für diese Wirkstoffklasse und profitierte von der hohen Nachfrage. 2025 ist die Lage deutlich schwieriger: Eine anhaltende Knappheit des Medikaments und zunehmende Konkurrenz setzen das Unternehmen spürbar unter Druck.

Parallel dazu verloren die Aktien von Novo Nordisk deutlich an Wert. Die starke Nachfrage nach Ozempic und dem Abnehmpräparat Wegovy hatte den Konzern im März 2024 noch zur zwölftwertvollsten Firma der Welt nach Marktkapitalisierung gemacht. Dann verschärften Lieferengpässe die Situation, wodurch günstigere Nachahmerprodukte an Bedeutung gewannen. Gleichzeitig wuchs der Wettbewerb durch Eli Lilly mit dem konkurrierenden Diabetesmedikament Mounjaro.

Infolge dieser Entwicklungen kündigte der langjährige Vorstandschef Lars Fruergaard Jørgensen im Mai seinen Abschied an. Inzwischen ist Novo Nordisk in der weltweiten Rangliste der Unternehmen nach Börsenwert auf etwa Platz 55 zurückgefallen. Eli Lilly rangiert mit Platz 13 weiterhin deutlich weiter oben.

„Mac vs. PC“ als Vorlage: Justin Long wird zu Ozempic

Als Reaktion startet Novo Nordisk nun eine neue Werbekampagne für Ozempic. Im Mittelpunkt stehen die Schauspieler Justin Long und John Hodgman, die vielen aus Apples bekannten „Mac vs. PC“-Spots aus den 2000er-Jahren vertraut sind. Damals verkörperte Long einen lässigen Mac, während Hodgman einen steifen PC spielte.

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In der aktuellen Kampagne übernehmen sie ähnliche Rollen, diesmal im Kontext von GLP‑1‑Diabetesmedikamenten. Long steht für Ozempic, Hodgman verkörpert konkurrierende GLP‑1‑Präparate. Der Ansatz unterscheidet sich deutlich von den üblichen, eher formelhaften Werbespots der Pharmaindustrie.

Im ersten Spot treten die beiden in einem Quizformat gegeneinander an. Zuschauer:innen erfahren dabei, dass Ozempic das einzige GLP‑1‑Diabetesmedikament ist, das von der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Verringerung des Risikos einer Verschlechterung chronischer Nierenerkrankungen zugelassen ist. Am Ende liest Long die umfangreichen Sicherheitshinweise des Medikaments ruhig vor.

Die neuen Werbefilme werden ab sofort auf digitalen Kanälen ausgespielt, darunter soziale Netzwerke und Videostreaming-Dienste. Die Kampagne konzentriert sich ausdrücklich auf Ozempic und nicht auf Wegovy.

Patentablauf zwingt zum Umdenken

Ozempic ist eine einmal wöchentliche Injektion zur Regulierung des Blutzuckerspiegels bei Typ‑2‑Diabetes. Nach der Markteinführung wurde das Medikament schnell für seine gewichtsreduzierende Wirkung bekannt. Diese Bekanntheit war ein wichtiger Faktor für die Einführung von Wegovy, einer separaten Marke, die speziell für Gewichtsverlust zugelassen ist.

Die neue Kampagne verfolgt das Ziel, den Markt für Ozempic zu vergrößern, während zentrale Patente nach und nach auslaufen. Das wichtigste US‑Patent für Semaglutid, den Wirkstoff hinter Ozempic, läuft zwar erst im nächsten Jahrzehnt aus. In China und Kanada jedoch enden die Patentschutzrechte bereits in diesem Jahr.

Novo-Nordisk-Chef Maziar Mike Doustdar erklärte auf der Gesundheitskonferenz der Bank JP Morgan laut „Wall Street Journal“, man verliere in mehreren Märkten die Exklusivität und müsse daher mit neuer Konkurrenz rechnen. Bei einem hohen Marktanteil werde ein Teil davon zwangsläufig an Wettbewerber gehen, darum müsse der Fokus auf der Markterweiterung liegen.

Das Unternehmen setzt darauf, Ozempic verstärkt über weitere von der FDA genehmigte Einsatzgebiete zu positionieren, etwa in Bezug auf Vorteile für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Ob die Kampagne in einem Markt wirkt, in dem Patient:innen oft wenig Mitspracherecht haben und meist die von Ärzt:innen verordneten und von Versicherungen bezahlten Medikamente erhalten, bleibt offen.

Für uns hier in Deutschland ist es aber ein leicht schräges Wiedersehen mit dem Duo.

Via: https://gizmodo.com
Titelbild/Bilder: Novo Nordisk

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Michael Reimann

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