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Epic Games streicht über 1.000 Stellen wegen sinkender Fortnite-Nutzung

Epic Games baut massiv Personal ab und streicht gleichzeitig mehrere Fortnite-Modi. Das Unternehmen begründet die Einschnitte mit einem deutlichen Rückgang der Fortnite-Nutzung seit 2025.

Epic reagiert auf Rückgang bei Fortnite und Branchenflaute

Epic Games entlässt mehr als 1.000 Mitarbeiter:innen. In einem internen Schreiben erklärt CEO Tim Sweeney, der Rückgang der Fortnite-Nutzung seit 2025 führe dazu, dass Epic deutlich mehr ausgebe als einnehme und nun „massive Kürzungen“ nötig seien, um die Finanzierung zu sichern.

Laut Sweeney soll der Stellenabbau zusammen mit identifizierten Einsparungen von über 500 Millionen US-Dollar (rund 460 Millionen Euro) bei Aufträgen, Marketing und unbesetzten Stellen die finanzielle Stabilität verbessern. Er betont, die Entlassungen stünden nicht im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz.

Bereits 2023 hatte Epic 830 Stellen gestrichen, damals rund 16 Prozent der Belegschaft. Das deutete damals auf etwa 4.000 Beschäftigte hin. Sollten sich diese Zahlen seitdem kaum verändert haben, würde der aktuelle Schritt etwa ein Viertel der Stellen betreffen.

Sweeney verweist zudem auf branchenweite Probleme: langsameres Wachstum, geringere Ausgaben der Nutzer:innen, schwierigere Kostenstrukturen, schwächere Konsolenverkäufe im Vergleich zur letzten Generation und den Konkurrenzkampf mit anderen Unterhaltungsformen um Aufmerksamkeit.

Eigene Probleme: Kosten, Rechtsstreit und schwächere Spielstunden

Zusätzlich ringt Epic mit hausgemachten Herausforderungen. Fortnite sei zwar weiterhin eines der erfolgreichsten Spiele weltweit, doch es gelinge nicht in jeder Saison, den gewohnten „Fortnite-Zauber“ zu liefern, schreibt Sweeney. Der Konzern stecke zudem erst am Anfang der Rückkehr auf Mobilgeräte und der Optimierung von Fortnite für Milliarden Smartphones.

Als Vorreiter der Branche habe Epic in rechtlichen Auseinandersetzungen viele „Kugeln abgefangen“, so Sweeney. Er hatte bereits früher erklärt, dass allein der Rechtsstreit mit Apple rund um den App Store mehr als 100 Millionen US-Dollar (rund 92 Millionen Euro) an Anwaltskosten verursacht habe.

Parallel dazu hat Epic die Preise für die Fortnite-Spielwährung V-Bucks erhöht. Zur Begründung hieß es, die Kosten für den Betrieb von Fortnite seien deutlich gestiegen, und man müsse die Preise anheben, um die Ausgaben zu decken.

In einem Jahresrückblick hatte Epic im Vormonat mitgeteilt, dass die von Spieler:innen in Drittanbietertiteln im Epic Games Store verbrachte Zeit 2025 zwar um vier Prozent gestiegen sei, die gesamten Spielstunden aber im Jahresvergleich gesunken seien. PC-Spieler:innen gaben 2025 1,16 Milliarden US-Dollar (rund 1,07 Milliarden Euro) im Store aus, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 400 Millionen US-Dollar (rund 368 Millionen Euro) auf PC-Spiele von Drittanbietern. Epic-Games-Store-Chef Steve Allison erklärte gegenüber Polygon, dass der Store unter Einbezug der Erträge aus eigenen Spielen und der zwölfprozentigen Umsatzbeteiligung bei Drittanbietern inzwischen knapp profitabel sei.

Fortnite-Modi werden eingestellt und Abfindungen zugesichert

Im Zuge der Neuausrichtung stellt Epic drei Fortnite-Modi ein. Rocket Racing, entwickelt vom Rocket-League-Studio Psyonix, wird im Oktober abgeschaltet. Der 5-gegen-5-Taktikmodus Fortnite Ballistic sowie Festival Battle Stage, die kompetitive Variante des Fortnite-Festival-Rhythmusspiels, verschwinden bereits am 16. April. Man habe viele Fortnite-Modi entwickelt und dabei in einigen Fällen nicht „etwas Großartiges genug“ geschaffen, um dauerhaft eine große Spielerschaft zu binden, teilte Epic auf X mit.

Laut Sweeney sollen die entlassenen Beschäftigten mindestens vier Monate ihres Grundgehalts als Abfindung erhalten, abhängig von der Betriebszugehörigkeit auch mehr. Epic übernimmt zudem erweiterte Krankenversicherungsleistungen, in den USA etwa für sechs Monate. Die Ausübungsfristen für Aktienoptionen werden auf bis zu zwei Jahre verlängert, die Unverfallbarkeit der Optionen wird bis Januar 2027 vorgezogen.

Für die Zukunft sieht Sweeney den Schwerpunkt darin, „starke Fortnite-Erlebnisse“ mit frischen saisonalen Inhalten, Spielmechaniken, Story und Live-Events zu schaffen. Zusätzlich sollen Entwicklertools beschleunigt und stabiler werden, während Epic vom aktuellen Unreal Engine 5 und dem Fortnite-Editor UEFN zur Unreal Engine 6 übergeht.

Via: https://www.engadget.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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