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Ehemaliger Windows-Chef lobt MacBook Neo und kritisiert Microsofts ARM-Strategie

Der frühere Präsident der Windows-Sparte bei Microsoft ist vom neuen MacBook Neo so angetan, dass es sein MacBook Air ablösen soll. Gleichzeitig blickt er kritisch auf Microsofts Umgang mit ARM zurück.

MacBook Neo überzeugt trotz „Kompromissen“

Apple verkauft das MacBook Neo seit dem 11. März 2026 als neuen Einstieg in die Mac-Notebook-Welt. Das Gerät kostet 599 US-Dollar (rund 550 Euro) und setzt auf den A18-Pro-Chip, der zuvor im iPhone 16 Pro zum Einsatz kam. Apples Entscheidung, statt eines M‑Chips einen iPhone-Prozessor zu verwenden und nur 8 GB gemeinsamen Arbeitsspeicher zu verbauen, sorgte im Vorfeld für Kritik und Zweifel an der Leistungsfähigkeit.

Steven Sinofsky, früherer Präsident der Windows-Sparte bei Microsoft, widerspricht dieser Skepsis nach eigenen Erfahrungen deutlich. Er hat sich ein MacBook Neo in der Farbe Citrus mit 512 GB Speicher gekauft und alle Apps sowie Daten von seinem MacBook Air auf das neue Gerät umgezogen. In einem ausführlichen Beitrag auf dem sozialen Netzwerk X beschreibt er, dass die Auslastung des Arbeitsspeichers im Aktivitätsmonitor in den ersten Stunden unter 7 GB lag.

Weitere vermeintliche Nachteile stuft Sinofsky als unproblematisch ein. Das Laden über USB‑C ist für ihn kein Thema, da er sein MacBook Air ohnehin immer über USB‑C geladen habe. Auch der fehlende HDMI-Anschluss spiele für ihn keine Rolle, da externe Monitore bei ihm in der Regel ohnehin über Adapter angebunden seien.

Sinofsky kommt zu dem Schluss, dass das MacBook Neo bereits jetzt so gut sei, dass Apple es nicht zwingend verbessern müsse. Es müsse lediglich seinen aktuellen Qualitätsstand halten. Für Nutzer:innen mit höheren Anforderungen blieben MacBook Air und MacBook Pro weiterhin im Programm.

Vergleich mit Surface: verpasste Chance für Microsoft

Sinofsky ordnet das MacBook Neo als Beleg dafür ein, dass sein damaliges Team mit der ursprünglichen ARM-basierten Microsoft-Surface-Linie auf dem richtigen Weg gewesen sei. Er war an der Einführung des ersten Surface beteiligt, das bereits 2012 auf ARM-Prozessoren setzte. Der Unterschied liege in der jeweiligen Plattformstrategie.

Während Apple beim Übergang von Intel auf ARM alle Macs konsequent auf ARM-basierte Apple-Silicon-Chips umgestellt hat, verfolgte Microsoft einen zweigleisigen Ansatz. Windows auf x86 und Windows auf ARM existierten weitgehend getrennt nebeneinander. Das führte laut Sinofsky zu Verwirrung bei Käufer:innen und dazu, dass ARM-Geräte mit Windows als Produkte zweiter Klasse wahrgenommen wurden. Dieses Zwei-Klassen-Ökosystem sei bis heute ein Problem.

Ein weiterer Fehler aus seiner Sicht: Microsoft verlangte von Windows-Nutzer:innen, auf ein neues App-Modell umzusteigen, damit Anwendungen auf ARM laufen. Viele blieben lieber bei den vertrauten x86-Programmen. Das erschwerte es dem Surface, sich im Markt zu etablieren, und diese Altlasten seien bis heute spürbar.

Apple-Silicon-Ansatz als Kontrast zu Windows auf ARM

Sinofsky stellt Apples Strategie beim Wechsel auf Apple Silicon als Gegenentwurf dar. Apple habe früh klar definiert, dass ARM die Zukunft des Mac sei, und alle Produktlinien entsprechend umgestellt. Gleichzeitig war Apple bewusst, dass sich bestehende x86-Mac-Programme nicht kurzfristig komplett ersetzen lassen.

Die Antwort darauf war eine Emulationsschicht, die klassische x86-Mac-Apps auf Apple-Silicon-Chips lauffähig machte. Unter dem Namen Rosetta konnten Käufer:innen neue Macs nutzen, ohne sich um die Kompatibilität ihrer bestehenden Software sorgen zu müssen. Entwickler:innen bekamen Zeit, ihre Anwendungen in Ruhe auf Apple Silicon zu portieren.

Für Sinofsky zeigt das MacBook Neo, dass die Idee eines ARM-basierten, besonders mobilen Rechners früh richtig war, Microsoft aber an den Rahmenbedingungen gescheitert ist. Weder Zeitpunkt noch Hardware seien das Kernproblem gewesen, sondern die starke Abhängigkeit von x86-Software und der Versuch, x86 und ARM parallel innerhalb derselben Plattform anzubieten.

Via: https://appleinsider.com

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Michael Reimann

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