Zum 50. Firmenjubiläum von Apple blickt Dienste-Chef Eddy Cue in einem Podcast auf fast vier Jahrzehnte bei Apple zurück. Er erzählt dabei bekannte Geschichten über Steve Jobs, den iTunes Store und aktuelle Themen wie Formel 1.
Apple feiert 50 Jahre Unternehmensgeschichte, entsprechend dicht ist das Programm aus Auftritten und Pressegesprächen. Während Paul McCartney die Konzertreihe beendet hat, sind Apple-Manager:innen am Mittwoch auf verschiedenen Stationen unterwegs.
Eddy Cue, Senior Vice President of Services, war zu Gast in der Internet-Talkshow und dem Podcast „TBPN“. Dort sprach er über zentrale Momente aus Apples Vergangenheit und darüber, wie er nach 38 Jahren heute auf das Unternehmen blickt. Neue Enthüllungen gab es zwar nicht, aber viele Einblicke in seine Denkweise.
Als Cue bei Apple anfing, war der Firmenname erst dabei, breiter bekannt zu werden. Die Legende um Steve Jobs existierte bereits, doch Cue beschreibt, dass ihn vor allem die Vorstellung reizte, dass Apple Benutzer:innen befähigt, besondere Dinge zu leisten.
Ein Thema im Gespräch war der Start des Apple-Onlinestores. Vorher mussten Kund:innen über verschiedene Vertriebskanäle gehen, um Apple-Hardware zu kaufen. Mit dem Onlinestore konnte Apple den Vertrieb bündeln, was sich etwa beim iMac zeigte: Das Gerät machte am ersten Verkaufstag einen Umsatz von einer Million US-Dollar (rund 930.000 Euro), auch dank des direkten Verkaufs über Apple.
Cue erinnert daran, dass Dienste bei Apple zunächst eher ein Nebenprojekt rund um die frühen Internetangebote waren. Cloud-Speicher und E-Mail bildeten den Anfang, doch erst die Kombination aus iPod und iTunes markierte für ihn den eigentlichen Start von Apple als Dienste-Unternehmen.
Der Aufbau des iTunes Store war besonders in der Zusammenarbeit mit Musiklabels eine Herausforderung. Laut Cue half zwar das gute Verhältnis von Apple zu Künstler:innen dabei, Vertrauen aufzubauen, doch die Labels ließen sich nur langsam überzeugen.
Er schildert, dass die Branche auf Apples Vorschlag, Songs im Store für 0,99 US-Dollar (rund 0,92 Euro) zu verkaufen, zunächst ablehnend reagierte. Die klare, einheitliche Preisstruktur war für Apple jedoch ein Kernpunkt, ebenso wie der Umgang mit Kreditkartengebühren.
Der feste Preis senkte die Hemmschwelle beim Kauf, weil Nutzer:innen nicht über unterschiedliche Beträge nachdenken mussten. Gleichzeitig bündelte Apple mehrere Käufe innerhalb weniger Stunden zu einer Kreditkartenbuchung, um die einzelnen Gebühren gering zu halten.
Das Ergebnis: Einfacher Zugriff auf Musik bei übersichtlichen Abrechnungen für die Kund:innen und weniger Transaktionskosten für Apple. Der Erfolg stellte sich schnell ein, denn in den ersten sechs Tagen verkaufte Apple bereits eine Million Songs. Die Musikindustrie hatte eher mit einer Million Songs pro Monat über ein halbes Jahr gerechnet.
Im weiteren Verlauf ging es um die Gegenwart, insbesondere um Steve Jobs und Tim Cook. Cue wurde gefragt, wie sich beide unterscheiden. Er drehte die Perspektive um und betonte, wichtiger sei, was sie eint.
Sowohl Jobs als auch Cook stellt Cue als extrem engagierte Persönlichkeiten dar, deren Antrieb aus der Kombination von Apple und Familie komme. Er sagt, dass er niemanden kenne, der härter gearbeitet habe als diese beiden.
Zum Abschluss des Podcasts kam das Gespräch kurz auf die Formel 1. Cue erwähnte, dass 30 Prozent der Zuschauer:innen F1 mit Mehrfachansicht verfolgen. Die Moderator:innen spekulierten darüber, ob Apple mit Vision Pro in den Bereich der Rennsimulationen einsteigen könnte.
Cue verwies darauf, dass die Rennsimulation iRacing bereits für Apple Vision Pro angekündigt wurde. Konkrete neue Projekte sprach er nicht an. Insgesamt endete der 50. Geburtstag von Apple ohne besondere Produktankündigungen oder Neuheiten für Endkund:innen. Ab dem nächsten Tag rückt wieder die Zukunft in den Mittelpunkt – mit der Entwicklerkonferenz WWDC, die bereits vor der Tür steht.
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