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Dr. Dre setzt bewusst auf KI bei der Musikproduktion

Dr. Dre spricht offen darüber, dass er Künstliche Intelligenz in seinem kreativen Prozess einsetzt. Der Produzent sieht in KI-Werkzeugen kein Risiko, sondern ein weiteres Hilfsmittel im Studio.

Dr. Dre: KI ist kein Feind, sondern ein Werkzeug

In einem Gespräch mit der New York Times diskutierten Dr. Dre und Interscope-Mitgründer Jimmy Iovine den wachsenden Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Musikproduktion. Der siebenfache Grammy-Gewinner, bekannt für Hits wie Tupacs „California Love“ und Eminems „The Real Slim Shady“, befürwortet den Einsatz von KI klar. Menschen, die diese Technologien ablehnen, bezeichnet er als „ängstlich vor neuen Dingen“.

Dr. Dre erklärt, er betrachte KI nicht als Bedrohung. Problematisch fänden sie vor allem diejenigen, die Schwierigkeiten beim kreativen Arbeiten hätten. Er vergleicht die Skepsis gegenüber KI mit der Ablehnung früherer Technologien wie Drumcomputern oder Synthesizern. Als diese eingeführt wurden, habe es ähnliche Vorbehalte gegeben.

Der Produzent nutzt KI nach eigenen Angaben bereits praktisch im Studio. Er beschreibt sie als Werkzeug, das er einsetzt, um zu sehen, was die Technik aus dem macht, was er zuvor geschaffen hat. Für ihn ergänzt KI den Prozess, anstatt ihn zu ersetzen.

Streamingdienste und Musikbranche reagieren auf KI-Trend

Werkzeuge zur KI-gestützten Liedgenerierung haben im vergangenen Jahr deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. In den kommenden Wochen wollen sowohl Spotify als auch Apple Musik KI-„Künstler“ auf ihren Plattformen entsprechend kennzeichnen. Damit reagieren die Anbieter auf Kritik an KI-Musik, die sich als menschlich erzeugt ausgibt, und erkennen gleichzeitig an, dass solche Tools als legitimer Weg zur Songproduktion gelten.

Spotify geht noch einen Schritt weiter und arbeitet mit der Universal Music Group an einem Werkzeug, mit dem Benutzer:innen KI-generierte Songcover erstellen können. Der Streamingdienst plant, diese Funktion kostenpflichtig anzubieten und setzt darauf, dass Nutzer:innen bereit sind, dafür zu zahlen.

Befürworter:innen wie Dr. Dre sehen in diesen Technologien vor allem Mittel, um Prozesse effizienter zu machen. KI könne Zeit sparen und Kosten senken, weil bestimmte Arbeitsschritte automatisiert würden, die sonst Produzent:innen selbst oder bezahlte Mitarbeitende übernehmen müssten. Kritiker:innen warnen dagegen vor möglichen Folgen wie Jobverlusten, rechtlichen Problemen durch den Einsatz urheberrechtlich geschützter Inhalte und Endergebnissen, die als seelenlose, sich wiederholende KI-Produkte wahrgenommen werden.

Geteilte Meinungen in Musik- und Kreativbranche

Jimmy Iovine, unter anderem bekannt als Partner von Dr. Dre bei Beats by Dre, sieht ebenfalls nur Vorteile. Er sagt, er erkenne „überhaupt keine Kehrseite“. Schlechte Musik gebe es ohnehin bereits, und in den Händen talentierter Menschen könne KI zu besseren Aufnahmen führen. Laut Dr. Dre teilen viele Kolleg:innen in der Produktion seine Haltung, sprechen aber nicht offen darüber. Iovine bezeichnet sie als „KI-Produzent:innen im Verborgenen“ und nennt Timbaland als Beispiel.

Die Diskussion um KI reicht inzwischen weit über Musik hinaus. Der Boom generativer KI betrifft auch Berufe wie Autor:innen, Videofilmer:innen, Fotograf:innen, Models und Schauspieler:innen. In vielen Kreativbereichen spaltet sich die Branche: Einige setzen KI gezielt ein, andere lehnen sie grundsätzlich ab.

Im Film unterstützen Regisseure wie Martin Scorsese und Steven Soderbergh sowie Schauspielerin Reese Witherspoon den Einsatz von KI im Produktionsprozess. Andere Filmschaffende positionieren sich deutlich dagegen. Regisseur Guillermo del Toro erklärte, er würde lieber sterben, als generative KI zu nutzen. Seth Rogen meinte, wer KI zum Schreiben von Drehbüchern verwende, solle vielleicht gar nicht als Autor:in arbeiten. Für ihn widerspricht die Abkürzung durch KI dem Kern des Schreibprozesses.

Via: https://gizmodo.com

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Michael Reimann

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