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Disney setzt Google unter Druck: KI-Videos mit Markenfiguren verschwinden

Google hat nach einer Unterlassungsaufforderung von Disney eine Reihe KI-generierter Videos mit Inhalten des Unterhaltungskonzerns entfernt. Betroffen sind offenbar gezielt ausgewählte Clips mit bekannten Disney-Marken.

Unterlassungsaufforderung an Google, Milliarden-Deal mit OpenAI

Nicht nur das Vorgehen gegen Google sorgt für Aufmerksamkeit, sondern auch ein parallel verkündeter Deal mit OpenAI. Laut Branchenmagazinen wie Deadline und Variety hat Disney Google am Mittwoch eine Unterlassungsaufforderung zugestellt, um KI-Videos mit geschütztem Material entfernen zu lassen. Beide Publikationen sprechen von „Dutzenden“ betroffenen Videos, was auf einen eher konzentrierten Eingriff hindeutet.

Nur einen Tag später wurde eine Vereinbarung zwischen Disney und OpenAI bekanntgegeben. Disney investiert demnach 1 Milliarde US-Dollar (rund 930 Millionen Euro) in OpenAI und erlaubt zugleich die Nutzung seiner Figuren in Ausgaben der Sora-Familie von Videomodellen. Nach Angaben von Deadline ging die Unterlassungsaufforderung an Google also noch vor der öffentlichen Ankündigung dieses OpenAI-Deals raus.

Disney-Chef Bob Iger erklärte gegenüber CNBC, dass dem Schreiben an Google bereits frühere Gespräche über die beanstandeten Inhalte vorausgegangen seien, die aber ohne Ergebnis geblieben seien.

Veo-Videos mit „Star Wars“, „Die Simpsons“, Deadpool und Mickey Mouse

Mindestens ein Teil des Materials aus der Unterlassungsaufforderung wurde laut den Fachmedien mit Googles Videomodell Veo erzeugt. Google soll demnach KI-generierte Inhalte mit Marken aus den Reihen „Star Wars“ und „Die Simpsons“ gehostet haben. Außerdem seien Videos mit der Nebenfigur Deadpool aus dem Marvel-Filmuniversum betroffen gewesen. Auch Mickey Mouse wird in der Unterlassungsaufforderung als betroffene Disney-Figur genannt, wie Variety berichtet.

Auf Reddit kursieren seit einiger Zeit Berichte, nach denen die Urheberrechtsschranken von Veo vor rund sechs Monaten kurzzeitig gelockert gewesen sein sollen. In dieser Phase hätten sich zahlreiche möglicherweise urheberrechtsverletzende oder zumindest grenzwertige Inhalte verbreitet. Sollte das beanstandete Marvel-Material ähnlich wie ein dort verlinktes Beispielvideo ausgesehen haben, wäre das ein klarer Fall, in dem Disney seine Urheberrechte verteidigt.

Mickey Mouse zwischen Gemeinfreiheit und Markenschutz

Komplexer wird es bei Mickey Mouse. Die Figur ist in Teilen bereits gemeinfrei und gehört damit rechtlich nicht mehr ausschließlich Disney, sondern allen. Gleichzeitig sind bestimmte Nutzungsformen durch eingetragene Marken von Disney geschützt, die vor allem Verbraucher:innen vor Verwechslungen schützen sollen und nicht als verlängerter Urheberrechtsschutz zu verstehen sind. Zudem sind nach eigener Zählung des Originalautors bislang nur die ersten 15 Mickey-Mouse-Filme tatsächlich gemeinfrei.

Damit können KI-Videos mit Mickey Mouse trotzdem angreifbar sein, etwa wenn sie in den Bereich der geschützten Disney-Marken fallen oder auf Material basieren, das noch dem Urheberrecht des Konzerns unterliegt. Ein weiteres auf Reddit veröffentlichtes Video zeigt etwa eine Mickey-Mouse-Kunstfigur in einem offenbar von Reality-TV inspirierten Streit mit einer Frau in einem wohl zu Disney gehörenden Freizeitpark. Dieses Beispiel könnte in eine der problematischen Kategorien fallen.

OpenAI zufolge läuft die Lizenzvereinbarung mit Disney über drei Jahre. Sie umfasst von Nutzer:innen erstellte KI-Videos, die auf „mehr als 200 Figuren von Disney, Marvel, Pixar und Star Wars“ basieren. Teile dieser Inhalte sollen als Programm auf Disney+ eingesetzt werden. Welche Art von Sora-Videos sich dafür eignen wird, bleibt abzuwarten.

Via: https://gizmodo.com
Titelbild: Apfeltalk / Michael Reimann

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Michael Reimann

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