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Discord hat bestätigt, dass vertrauliche Daten von mindestens 70.000 Nutzer:innen durch einen Sicherheitsvorfall bei einem Drittanbieter offengelegt wurden. Die sensiblen Informationen umfassen unter anderem Fotos von amtlichen Ausweisen.
Das Datenleck entstand, nachdem eine externe Dienstleisterfirma kompromittiert wurde, die Discord für Überprüfungen bezüglich des Altersnachweises nutzt. Wenn Zweifel am Alter einer Person bestehen oder lokale Gesetze eine Altersverifikation vorschreiben, müssen Nutzer:innen Selfies mit ihrem Ausweis und ihrem Discord-Benutzernamen an das Trust & Safety-Team senden. Laut einer Mitteilung von Discord sind neben diesen Ausweisfotos möglicherweise auch IP-Adressen der betroffenen Nutzer:innen offengelegt worden. Die IP-Adresse kann Rückschlüsse auf den ungefähren Wohnort zulassen.
Discord hat inzwischen Personen kontaktiert, deren Daten betroffen sind. Laut Discord handelt es sich um mindestens 70.000 Nutzer:innen. Jedoch könnten laut Recherchen von 404 Media noch mehr Menschen betroffen sein. Die Angreifer:innen behaupten, sie hätten 1,5 Terabyte Daten entwendet. Dies schließt potenziell sehr viel mehr Bildmaterial ein als die bisher gemeldete Zahl. Ein:e Discord-Sprecher:in bezeichnete diese Angaben gegenüber The Verge als „falsch“ und wies darauf hin, die Vorwürfe seien Teil eines Erpressungsversuchs.
Der Vorfall verdeutlicht die Risiken, die mit gesetzlichen Anforderungen zur Altersverifikation verbunden sind. Digitale Rechte-Aktivist:innen kritisieren solche Methoden, weil sie Datenschutz und die Sicherheit persönlicher Daten gefährden können. Mittlerweile fordern etwa die Hälfte der US-Bundesstaaten Bestimmungen, wonach Nutzer:innen ihren Ausweis beim Zugriff auf bestimmte Webseiten – größtenteils im Bereich Erwachsenenunterhaltung – vorlegen müssen. So hat beispielsweise die Plattform Pornhub den Zugriff aus einzelnen US-Bundesstaaten gesperrt, um die Umsetzung der Gesetze zur Altersüberprüfung zu umgehen.
In Großbritannien verlangt das im Juli 2025 in Kraft getretene Online Safety Act noch umfassendere Altersnachweise. Davon betroffen sind neben Discord auch andere Plattformen wie YouTube, Spotify, Google, X und Reddit. Hier müssen Nutzer:innen ebenfalls ihr Alter glaubhaft machen, was in vielen Fällen das Hochladen sensibler Dokumente erfordert. Das Discord-Datenleck zeigt, wie sensibel der Umgang mit solchen Informationen sein muss und dass Sicherheitslücken schwerwiegende Folgen für die Privatsphäre haben können.
Nutzer:innen, die von Discord kontaktiert wurden, sollten umgehend ihre Zugangsdaten ändern und besonders wachsam bezüglich ungewöhnlicher Aktivitäten auf ihren Konten bleiben. Auch das Aktivieren von zusätzlicher Zwei-Faktor-Authentifizierung kann weiteren Missbrauch erschweren. Bei Fragen zur eigenen Betroffenheit sollten sich Nutzer:innen an den Discord-Support wenden.
Discord betont, dass das Unternehmen weiterhin an der Aufklärung arbeitet und Datenschutz einen hohen Stellenwert hat. Dennoch zeigt der Vorfall, wie wichtig ein sicherer Umgang mit persönlichen Daten im Netz ist. Das Thema Datenschutz bleibt insbesondere im Zusammenhang mit Altersverifikation weiter relevant.
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