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Digitales Führungszeugnis seit 1. Oktober in die BundID

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Ab dem 1. Oktober soll das Bundesamt für Justiz Führungszeugnisse als PDF über die BundID bereitstellen. Die geplante Pflicht zu einem Bürgerkonto ist dagegen noch nicht gesetzlich umgesetzt.

PDF-Abruf mit BundID und Online-Ausweis

Wer ein Führungszeugnis beantragt, kann es künftig digital abrufen, statt auf die Zustellung per Post zu warten. Die Neuregelung des Bundesamts für Justiz und des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz soll am 1. Oktober in Kraft treten.

Die Online-Beantragung ist bereits seit 2014 möglich. Bislang kam das Dokument jedoch ausschließlich per Briefpost. Das Führungszeugnis gehört zu den meistgenutzten Justizverwaltungsleistungen des Bundes: Das Bundesamt für Justiz stellt jährlich rund fünf Millionen aus – etwa 20.000 pro Arbeitstag.

Das PDF-Angebot umfasst einfache, erweiterte und europäische Führungszeugnisse für private Zwecke. Für den Abruf braucht Ihr ein BundID-Konto, einen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion und die AusweisApp. Ein QR-Code im Dokument soll die Echtheitsprüfung über eine Verifikations-App ermöglichen.

Die Ausstellung kostet weiterhin 13 Euro und muss im Voraus bezahlt werden. Für Führungszeugnisse, die Ihr für eine ehrenamtliche Tätigkeit beantragt, bleibt sie kostenfrei.

Bürgerkonto-Pflicht ist noch nicht beschlossen

Die digitale Bereitstellung ist Teil der geplanten Modernisierung staatlicher Verwaltungsangebote. Die Bundesregierung strebt an, dass ab 2028 alle Bürger:innen ein Bürgerkonto nutzen müssen. Der Koalitionsvertrag sieht außerdem eine digitale Identität für alle vor.

Ein Bürgerkonto ist ein Zugang zu Verwaltungsleistungen, etwa für Ausweise, Anträge und Bescheide. Es handelt sich nicht um ein Bankkonto. Derzeit übernimmt die BundID diese Funktion: Als Nutzerkonto und Basisdienst nach dem Onlinezugangsgesetz ermöglicht sie den Zugang zu rund 1.800 Verwaltungsvorgängen von Bund und Ländern. Sie soll später zur DeutschlandID weiterentwickelt werden.

Das Onlinezugangsgesetz sieht Nutzerkonten bislang freiwillig vor. Die geplante Pflicht ist noch nicht gesetzlich umgesetzt. Laut Koalitionsvertrag sollen Menschen, die digitale Angebote nicht nutzen können oder möchten, Unterstützung vor Ort erhalten. Schleswig-Holstein plant unabhängig davon ein verpflichtendes Servicekonto ab 2028.

Digitale Verwaltung steht vor weiteren Hürden

Die bisherige Nutzung digitaler Verwaltungsangebote fällt gemischt aus. Ende 2025 hatte die BundID etwas mehr als fünf Millionen Nutzer:innen. Das geplante zentrale Postfach für Bescheide ermöglicht den Austausch bislang noch nicht vollständig in beide Richtungen.

Verbände verweisen auf Zugangshürden für manche Bevölkerungsgruppen. Fast jeder zweite Rentner fühle sich von elektronischer Identifikation, PIN-Verfahren und App-Verknüpfungen überfordert. Ein Vertreter des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Schleswig-Holstein sagte, digitale Angebote müssten durch ihre Qualität überzeugen, nicht durch Verpflichtungen.

Am 23. September 2026 beriet der Bundestag erstmals über den Entwurf des Digitale-Identitäten-Gesetzes. Zuvor hatte das Bundeskabinett den Entwurf beschlossen. Der Bundesrat stimmte außerdem dem Bundeserprobungsgesetz für Reallabore zu. Eine Erprobungsklausel zur digitalen Verwaltung schafft die Grundlage, die europäische Brieftasche für digitale Identitäten im Probebetrieb zu testen.

Die deutsche EUDI-Brieftasche „d-you“ soll am 2. Januar 2027 starten. Zum Auftakt sind Personalausweis und Führerschein vorgesehen; weitere Nachweise sollen schrittweise hinzukommen. Derzeit nutzt rund ein Viertel der Bürger:innen den digitalen Personalausweis. Rund 300 Unternehmen beteiligen sich an der Testumgebung. Etwa 40 Partner:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung bereiten Anwendungen für Altersnachweise, Vertragsabschlüsse und Kontoeröffnungen vor.

Via: https://www.ad-hoc-news.de

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Tags: digitale Verwaltung, BundID, Führungszeugnis, Online-Ausweis, DeutschlandID

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