https://web.archive.org/web/20011103082159/http://www.apple.com/ipod/
Im Jahr 2001 erschien der erste iPod und veränderte den Markt für Musik und tragbare Geräte grundlegend. Dieser Rückblick zeigt, warum der iPod Apple revolutionierte und weshalb der iPhone-Erfolg das Ende bedeutete.
Am 10. November 2001 brachte Apple den ersten iPod auf den Markt. Das Gerät konnte damals bis zu 1.000 Songs speichern und kostete 399 US-Dollar (etwa 375 Euro). Wer den iPod nutzen wollte, benötigte einen Mac mit Mac OS X 10.1 oder Mac OS 9.2. Die 5 GB Speicher wurden durch eine kompakte 1,8-Zoll-Festplatte ermöglicht, die Jon Rubinstein, damals in leitender Position bei Apple, auf einer Geschäftsreise zu Toshiba entdeckte. Diese Festplatte war zwar neu, aber Toshiba wusste noch keine praktische Anwendung – Rubinstein erkannte jedoch ihr Potenzial und kaufte gleich den gesamten Bestand auf. Die Entwicklung des iPods dauerte nur zehn Monate. Das Augenmerk lag auf einfacher Bedienung und kompakter Technik. Features wie das kleine Display mit 160×128 Pixeln sowie die FireWire-Anbindung unterschieden den iPod von bisherigen MP3-Playern, obwohl diese im Vergleich zu heutigen Standards schlicht wirken.
Der iPod war keineswegs der erste tragbare MP3-Player, aber seine Einfachheit, der große Speicher und das ikonische Design sorgten für eine enorme Nachfrage. Weiße Kopfhörer wurden zum globalen Symbol und Modeaccessoire. Bereits 2002 war der Begriff iPod Synonym für mobile Musik, obwohl im ersten Jahr weniger als 400.000 Geräte verkauft wurden. Spätestens mit der Einführung einer Windows-kompatiblen Version stiegen die Verkaufszahlen: 2006 setzte Apple fast 40 Millionen iPods ab. Apple lernte dadurch, wie man Produkte im großen Maßstab fertigt und Komponenten weltweit einkauft. Die iPod-Erfolge verbesserten auch die Position bei Verhandlungen über Einzelteile für andere Produktreihen wie Mac oder iPad. Entscheidend war zudem die enge Verbindung vom iPod zum iTunes Store. Apple änderte damit die Art, wie Musik verkauft und konsumiert wurde. Die Musikindustrie hatte Apple zunächst unterschätzt – daraus entstanden große neue Möglichkeiten für Nutzer:innen, Musik einfach und legal zu erwerben. Die Käufer:innen konnten Musik am Rechner erwerben und mit dem iPod synchronisieren – ein Vorgehen, das den Umgang mit digitaler Musik prägte. Podcasts entstanden ebenfalls als Folge dieser Entwicklung und setzten einen weiteren Trend.
Der Siegeszug des iPods endete schneller als viele erwartet hätten. Der größte Konkurrent kam nicht etwa von außen, sondern entstand 2007 im eigenen Haus: das iPhone. Bei der Präsentation zeigte Steve Jobs einen „widescreen iPod mit Touchbedienung“, der zudem Telefonfunktionen und Internetzugang bot. Die Relevanz dieser neuen Geräteklasse wurde vielen erst später bewusst. Das iPhone änderte die Nutzung von Musik und Internet vollständig, während der reine Musikplayer nach und nach an Bedeutung verlor. Apple entfernte daraufhin den iPod allmählich aus dem eigenen Portfolio. Die finale iPod-Generation, der iPod touch, wurde seit 2019 nicht mehr aktualisiert. Im Jahr 2022 wurde die Produktion aller iPods offiziell eingestellt. Laut Apple hat der iPod weit mehr beeinflusst als nur die Musikwelt – er veränderte dauerhaft, wie Musik entdeckt, gehört und geteilt wird. Die Auswirkungen des iPods sind in heutigen Apple-Produkten und -Diensten weiter spürbar, auch wenn das Originalgerät Geschichte ist.
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