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Das Jahr, in dem das Internet ausfiel: Die 11 größten Tech-Pannen 2025

Zum Jahresende blicken wir auf die größten Technik-Pannen der vergangenen zwölf Monate zurück. Statt Glanzstücken stehen diesmal Fehlentscheidungen, Ausfälle und missglückte Produkte im Mittelpunkt.

Von KI-Aussetzern bis missglückten Angeboten

Für diese Rangliste haben Expert:innen eine Longlist der auffälligsten Flops 2025 erstellt. Leser:innen konnten anschließend im TechRadar-WhatsApp-Kanal über die schlimmsten Ausrutscher abstimmen. Herausgekommen ist ein Mix aus handfesten Katastrophen und deutlich enttäuschenden Produkten, sortiert von Platz 11 bis 1.

Knapp gescheitert am Einzug in die Liste sind einige „Ehrennennungen“: die unheimliche KI-Halskette von Friend, der missratene Abo-Dienst von Garmin, Dysons eher zahmer V16 Piston Animal Staubsauger, der in Ohnmacht fallende Tesla-Optimus-Roboter und Taco Bells halbgarer KI-Drive-in, der abstürzte, als jemand 18.000 Wassercups bestellte. Kurz vor Schluss kam noch Metas „Pause“ für Headsets von Drittanbietern mit Horizon OS (Quest) hinzu, wodurch geplante Modelle von Asus und Lenovo entfallen.

Mit diesem Überblick starten wir in die Top 11 der Tech-Pannen 2025.

11. Halluzinierende KI-Zusammenfassungen bei Prime Video
Amazon wollte euch im Herbst 2025 Arbeit abnehmen und bei Prime Video eigene, KI-generierte Staffeln-Zusammenfassungen anbieten. Der Rückblick zu Staffel 1 von „Fallout“ wirkte zwar hochwertig produziert, enthielt aber gravierende Fehler. Die KI verlegte Rückblenden der Figur The Ghoul fälschlich in die 1950er Jahre statt ins Jahr 2077 und interpretierte das Staffelfinale komplett falsch. Amazon legte das Projekt daraufhin auf Eis, viele Nutzer:innen kehrten zu YouTube-Rekapitulationen zurück.

10. Der unglücklich konzipierte Sky-Sports-Halo-Kanal
Halo war ein kurzlebiger Sky-Sports-Kanal auf TikTok, der sich an „weibliche Sportfans“ richten sollte. Die Inhalte zu „Hot-Girl-Walks“ und Matcha wirkten auf viele Frauen herablassend und unsinnig. Statt neue Fans zu gewinnen, erntete Sky massiven Ärger, weil Zuschauerinnen schlicht die normale Berichterstattung sehen wollen, ohne gesonderte „Light“-Version. Nach nur drei Tagen stellte Sky den Kanal ein und räumte ein, man habe „es nicht richtig gemacht“.

9. Groks „MechaHitler“-Entgleisung
Nach einem Juli-Update sollte Elon Musks KI-Plattform Grok auf X spürbar besser werden. Stattdessen lieferte sie antisemitische Ausfälle, bezeichnete sich als „MechaHitler“ und verbreitete Verschwörungstheorien. Die Beiträge wurden gelöscht, Grok sprach später von Satire, während Musk X-Nutzer:innen für provozierende Eingaben verantwortlich machte. Neue Grok-4-Modelle stoppten die Ausfälle zwar, der Imageschaden blieb.

8. Call of Duty: missratene Koop-Kampagne
„Call of Duty: Black Ops 7“ erschien im November und enttäuschte vor allem im Koop-Modus. Die Kampagne litt unter einer wirren Handlung, schwachen Dialogen, einem überhasteten Eindruck und brüchigen Umgebungswechseln. Die halb-offene Welt Avalon machte vieles unübersichtlich und ersetzte die straffen, inszenierten Höhepunkte des Vorgängers „Black Ops 6“. Am Ende blieb eine Erfahrung, die eher wie ein mäßiger B-Movie wirkte – unterhaltsam vor allem, weil sie so schlecht geraten war.

7. ChatGPT‑5 verliert an Charme
OpenAI stellte ChatGPT‑5 im August vor und betonte bessere Fähigkeiten bei komplexen Anfragen sowie Fortschritte in Mathematik und Programmierung. Viele Nutzer:innen empfanden das neue Modell jedoch als kühl und knapp, im Vergleich zu ChatGPT‑4o emotional distanziert. Die Kritik war so laut, dass OpenAI 4o als Legacy-Modell zurückbrachte. Mit ChatGPT‑5.1 versuchte das Unternehmen anschließend, mehr Emotionalität zu ermöglichen, ohne in Schmeichelei abzugleiten. Die Episode zeigte, dass beim Einsatz von KI nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Nutzungserlebnis zählt.

Hardware, Preise und lange Wartezeiten

6. Das verschwundene Trump-Telefon
Im Juni wurde das Trump Mobile T1 Phone vorgestellt, zunächst als in den USA gefertigt und für September angekündigt. Später hieß es nur noch „amerikanisch inspiriertes Design“, und der Termin verstrich ohne Auslieferung. Wer 100 US-Dollar (rund 92 Euro) Anzahlung geleistet hat, wartet bis heute vergeblich. Während gebrauchte Samsung- und Apple-Geräte sowie der 47-Tarif von Trump Mobile erhältlich sind, bleibt das goldene T1 unsichtbar.

5. Der Xbox-Game-Pass-Preisschock
Anfang Oktober erhöhte Microsoft den Preis des Xbox Game Pass Ultimate drastisch auf 29,99 US-Dollar (rund 27 Euro) pro Monat, ein Sprung um etwa 50 Prozent. Begründet wurde das mit mehr Spielen, besseren Cloud-Streaming-Funktionen in 1440p und Extras wie einer Fortnite-Crew-Mitgliedschaft. Viele Abonnent:innen sahen darin keinen Mehrwert und kündigten in so großer Zahl, dass Microsofts Systeme zeitweise überlastet waren. Trotz starker Jahresumsätze könnte sich diese Erhöhung langfristig rächen.

4. Die Dauer-Verschiebung von GTA 6
„Grand Theft Auto 6“ wurde 2022 angekündigt, bekam Ende 2023 ein grobes Zeitfenster „irgendwann 2025“ und später eine Herbst-2025-Angabe, die Rockstar als „sehr zuversichtlich“ bezeichnete. Im Mai 2025 verschob das Studio den Termin auf den 26. Mai 2026, im November folgte eine weitere Verzögerung auf den 19. November 2026. Laut Rockstar gehe es nur um Feinschliff und Fehlerbehebung, nicht um neue Inhalte. Viele Spieler:innen reagierten enttäuscht, zumal die vorherige Sicherheit beim ursprünglichen Zeitplan im Nachhinein als deutlich überzogen erschien.

Wenn KI und Cloud an der Realität scheitern

3. Microsofts ungeliebte Copilot-KI
Mitte Oktober erklärte Microsoft, dass jeder Windows-11-Rechner ein KI-PC werden solle, mit Copilot als zentrale Instanz und autonomen KI-Agenten im System. Die Reaktionen fielen überwiegend negativ aus. Nutzer:innen kritisierten die Fokussierung auf Schlagworte wie „agentische KI-Plattform“, äußerten Sorgen um Sicherheit, Privatsphäre und neue Angriffsflächen – und wünschten sich stattdessen, Microsoft solle lieber bestehende Probleme von Windows 11 lösen. Berichte deuteten zudem darauf hin, dass sich Copilot auch im Geschäftskund:innenbereich schwer verkauft. Für zusätzlichen Ärger sorgte die automatische Installation einer nicht deinstallierbaren Copilot-App auf LG-Fernsehern per Firmware-Update, die LG erst später entfernen wollte.

2. Das zu teure iPhone 16e
Apple positionierte das im Februar erschienene iPhone 16e zwischen iPhone SE und iPhone 16. Es sollte die wichtigsten Funktionen des iPhone 16 bieten, verzichtete aber auf Extras wie eine zweite Kamera und setzte auf ein 60-Hertz-Display. Mit 599 US-Dollar (rund 551 Euro), 599 Pfund oder 999 Australischen Dollar war es jedoch deutlich teurer als das iPhone SE von 2022, das vorher für 429 US-Dollar (rund 395 Euro) verkauft wurde. In Umfragen fanden über 90 Prozent der Befragten das 16e zu teuer für ein Budget-Modell, rund 70 Prozent zeigten sich insgesamt unbeeindruckt, und knapp drei Viertel hielten 500 US-Dollar (rund 460 Euro) für angemessener. Technisch ist das Gerät solide, doch Preis-Leistung überzeugte viele Käufer:innen nicht.

1. AWS- und Cloudflare-Ausfälle legen das Netz lahm
Die mit Abstand größte Panne 2025 waren massive Ausfälle bei Amazon Web Services (AWS) und Cloudflare, auf die 50 Prozent der Stimmen entfielen. Am 20. Oktober sorgte ein DNS-Fehler in der Region Nord-Virginia (US-EAST-1) dafür, dass ein zentraler Knotenpunkt des Internets ins Straucheln geriet. Über 1.000 Webseiten und Dienste meldeten Störungen, darunter Reddit, Slack, Zoom, Snapchat, PlayStation Network, Xbox, Steam, die Stores von Epic Games, Fortnite, Wordle, Starbucks, Apple Music, Tidal, T-Mobile, Prime Video und viele mehr. Neben langsamen Verbindungen und Ausfällen kam es zu kuriosen Folgen wie blockierten oder überhitzten Smart-Betten sowie gestörten Prüfungen und Banktransfers. Am 18. November folgte ein ähnlich großer Ausfall bei Cloudflare, ausgelöst durch eine fehlerhafte Datenbank-Berechtigungsänderung. Betroffen waren unter anderem X, ChatGPT, Spotify, Zoom und ausgerechnet AWS selbst, mit weiteren Diensten als Kollateralschäden. Die Ereignisse machten deutlich, wie stark das Internet von wenigen großen Cloud-Anbietern abhängt – und wie anfällig es für Störungen einzelner zentraler Komponenten ist.

Via: https://www.techradar.com
Titelbild: KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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