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Cerebras, Intel, Apple: Wer fertigt die Chips für unsere KI-Zukunft?

Die Chipbranche sortiert sich neu: Apple testet erstmals ernsthaft Intels Fertigungsservices, während Cerebras mit einem spektakulären Börsendebüt auf sich aufmerksam macht. Gleichzeitig arbeiten Forschungseinrichtungen an neuen Speicherarchitekturen für KI-Anwendungen.

Apple testet Intel-Fertigung für iPhone-, iPad- und Mac-Chips

Apple bereitet sich laut Branchenberichten darauf vor, Intel Foundry Services für einen kleinen Teil künftiger Chips zu nutzen, die in iPhone, iPad und Mac zum Einsatz kommen sollen. Demnach hat Apple mit Intel bereits an ausgewählten Prozessoren gearbeitet, die auf dem 18A‑P‑Prozess und der Foveros‑Gehäusetechnologie basieren.

Die erste Auftragsverteilung soll sich grob an Apples allgemeinem Geräte-Mix orientieren. Etwa 80 Prozent der bestellten Prozessoren seien für das iPhone vorgesehen, die übrigen Anteile verteilten sich auf iPad- und Mac-Chips. Ziel ist offenbar, zusätzliche Fertigungskapazitäten zu erschließen und Alternativen zur bisherigen Produktion aufzubauen.

Bislang gilt Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) als zentraler Fertigungspartner für Apples eigene Chips. Tests mit Intel Foundry Services könnten Apple langfristig mehr Spielraum bei Lieferketten, Kapazitäten und möglicherweise auch bei den Kosten eröffnen. Für Euch als Nutzer:innen würde sich das vor allem in stabileren Lieferzeiten und potenziell flexibleren Produktstarts bemerkbar machen, sollten diese Pläne in die Serienfertigung übergehen.

Cerebras: KI-Spezialist startet mit Milliardenbewertung an der Börse

Parallel dazu sorgt Cerebras Systems für Schlagzeilen. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley hat den nach eigenen Angaben größten kommerziellen KI‑Prozessor der Welt entwickelt. Beim Börsengang an der Technologiebörse Nasdaq eröffnete die Aktie bei 350 US‑Dollar (rund 322 Euro) und lag damit fast doppelt so hoch wie der Ausgabepreis von 185 US‑Dollar (rund 170 Euro).

In den ersten Handelsstunden überschritt Cerebras eine Bewertung von 100 Milliarden US‑Dollar (rund 92 Milliarden Euro) und zählt damit sofort zu den wertvollsten Halbleiterfirmen weltweit. Die Entwicklung wird als Bestätigung für fast ein Jahrzehnt Arbeit an spezialisierter KI‑Infrastruktur gewertet. Cerebras positioniert sich damit als Anbieter von Hardware für große KI‑Modelle, die in Rechenzentren und bei Unternehmen zum Einsatz kommen.

Für eine Welt, in der immer mehr Dienste mit KI arbeiten, unterstreicht der Börsenerfolg, wie groß der Bedarf an spezialisierten Chips ist. Während Apple Chips für Geräte wie iPhone, iPad und Mac optimiert, konzentriert sich Cerebras auf Rechenzentren und umfangreiche KI‑Workloads.

Neue 3D-Speichertechnik gegen die „AI Memory Wall“

Neben Prozessoren rückt auch Speicher in den Fokus. Ein belgisches Halbleiterforschungszentrum hat eine neue 3D‑Speicherarchitektur vorgestellt, die auf einer dreidimensionalen Umsetzung der Ladungsgekoppelte‑Bauelement‑Technologie basiert. Diese alte Kameratechnik wird mit modernen Materialien kombiniert, etwa Indium‑Gallium‑Zink‑Oxid, das Vorteile gegenüber herkömmlichem Silizium verspricht.

Der Ansatz kombiniert Merkmale von NAND‑Flash und DRAM zu einem hybriden Speicher. Ziel ist es, Speicher günstiger und schneller zu machen und gleichzeitig eine praktisch unbegrenzte Haltbarkeit zu erreichen. Die Forschenden sehen darin einen Weg, das sogenannte „AI Memory Wall“-Problem zu entschärfen, also die wachsende Lücke zwischen Rechenleistung und verfügbarer Speicherbandbreite.

Aktuell handelt es sich um einen Prototyp, der noch weiterentwickelt werden muss. Langfristig könnte eine solche Technologie aber für Geräte interessant werden, die stark auf KI angewiesen sind. Für kommende Macs und iPads wäre vor allem relevant, dass Speicher enger mit der Recheneinheit zusammenarbeitet und Engpässe bei KI‑Berechnungen reduziert werden.

Insgesamt zeigen diese Entwicklungen, wie stark sich der Chipmarkt unter dem Einfluss von KI verändert. Apple testet neue Fertigungspartner, Spezialisten wie Cerebras gewinnen an Wert, und Forschungseinrichtungen arbeiten an Speicherlösungen, die künftige KI‑Anwendungen erst möglich machen sollen.

Via: www.iClarified.com · venturebeat.com · www.techradar.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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