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Automaten ersetzen bald Postfilialen – Die Pläne der Deutschen Post

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Die Deutsche Post plant, immer öfter auf Postautomaten als Ersatz für traditionelle Filialen zu setzen. Das wirft Fragen zur Versorgung, Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit im Alltag auf.

Mehr Automaten statt Personal in Postfilialen

Die Deutsche Post reduziert in vielen Regionen die Zahl der klassischen Filialen mit Personal und setzt stattdessen auf automatisierte Poststationen. Bis Ende September 2025 gingen bei der Bundesnetzagentur 629 Anträge ein, um Automaten als Postfilialen anerkennen zu lassen. Bisher genehmigte die Behörde bundesweit 72 Automaten; vier Anträge wurden zurückgezogen, der Rest befindet sich noch in Prüfung. Die Umstellung ist Folge einer Gesetzesänderung, die seit Januar 2025 Automaten zur Erfüllung der Filialpflicht zulässt. Bislang galt: Pakete nur an Packstationen; jetzt bekommen die erweiterten Poststationen neue Funktionen. In diesen können ihr Pakete abholen, Briefmarken kaufen, Briefe einwerfen und einen Videoberatungsdienst nutzen – und das rund um die Uhr. Die Post betreibt aktuell mehr als 900 solcher Poststationen und 15.600 Packstationen, letztere sind aber nur für Pakete geeignet.

Herausforderungen beim Filialnetz und gesetzliche Vorgaben

Laut Postgesetz müssen in Deutschland mindestens 12.000 Filialen bestehen, an Orten mit mindestens 2.000 Einwohner:innen muss mindestens eine Filiale erreichbar sein und ab 4.000 Einwohner:innen höchstens zwei Kilometer entfernt liegen. Automaten können vereinzelt Filialen ersetzen, aber nur nach Zustimmung der Bundesnetzagentur und Rücksprache mit betroffenen Gemeinden. Die Post erfüllt diese Vorgaben nicht überall: Ende September 2025 fehlten an 160 Pflichtstandorten Filialen. Die Zahl schwankt, wenn kurzfristig Partner wegfallen und dann neue gefunden werden. Zum Ausgleich betreibt die Post etwa 1.200 Interimsfilialen mit eigenem Personal in Containern oder leerstehenden Geschäften, häufig nur stundenweise geöffnet. Diese Zusatzfilialen sollen nach und nach durch Automaten ersetzt werden. Laut einer Sprecher:in arbeitet die Post an Lösungen für rund die Hälfte der unbesetzten Standorte; bei den restlichen Standorten sei man offen für Automaten oder neue Partner und brauche teilweise die Unterstützung anderer Stellen, etwa bei der Baugenehmigung.

Kritik an Barrierefreiheit und Versorgung auf dem Land

Der Deutsche Landkreistag spricht sich grundsätzlich für klassische, personalbesetzte Filialen aus, weil sie wichtige Anlaufstellen im Alltag bleiben. Auch politisch besteht Einigkeit, dass Automaten nur punktuell eingesetzt und kein weit verbreitetes Phänomen werden sollen. Der Gesetzgeber fordert, dass die Post nicht überwiegend auf Automaten umstellt, nur um Kosten zu sparen. Barrierefreiheit steht ebenfalls in der Kritik: Der Sozialverband VdK bemängelt, dass Poststationen für Rollstuhlfahrer:innen, Kleinwüchsige oder Menschen mit Sehbehinderungen schwer zugänglich sind. Auch viele ältere Nutzer:innen kommen ohne persönliche Unterstützung nicht zurecht. Hier fordert der Sozialverband Nachbesserungen, etwa größere Displays und Bedienelemente mit Brailleschrift.

So lange es Menschen gibt, die nicht digital aufgewachsen sind, wird ein Rückbau von Filialgeschäftenh mit menschlichen Personal neagtiv empfunden werden. Es ist eine gesellschaftliche und damit politische Frage, ob Dienstleistungen wie die von Post, DHL und Bahn nicht besser als Teil staatlicher Grundversorgung nicht den Gesetzen des Kapitalmarkt folgen.

Via: https://www.noz.de

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Tags: Bundesnetzagentur, deutsche post, Packstation, Postfiliale, Automaten, Poststation, Filialnetz, Barrierefreiheit

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