Wenn es um Stil, bequemen Sitz und guten Klang geht, sind die Kopfhörer von Bowers & Wilkins ein echter Maßstab. Der neue Px7 S3 macht da keine Ausnahme. Wir haben ihn ausprobiert.
Auspacken
Im Karton finden sich neben dem eigentlichen Kopfhörer und dem obligatorischen Papierkram eine hochwertige Transportbox in der gleichen Farbe wie das Gerät. Wir haben hier die Version in „Vintage Maroon“ zum Test. Erfreulicherweise kommt auch ein USB-C auf 3,5mm Klinke-Kabel und ein USB-C auf USB-C Kabel dazu. Beide finden in der Transportbox ihren Platz. Somit lässt sich das Gerät auch problemlos per Kabel an Geräten ohne Bluetooth betreiben.
In Betrieb nehmen
Das Gerät ist in erster Linie ein Bluetooth-Headset. Die Kopplung mit dem iPhone ist überhaupt kein Problem. Unmittelbar nach erfolgreicher Verbindung wird man auf den Appstore verwiesen, wo sich die Kompanion-App findet. Diese ist für die Funktionseinstellung zwar nicht zwingend notwenig, das geht auch über die Tasten (dazu später mehr), aber eben auch ein kleiner Streaming Hub. Dort können auch weitere Geräte des Herstellers eingebunden werden. Im Grunde lässt sich die Musikwiedergabe aber vollständig am Kopfhörer steuern.
Erwähnenswert ist auch das fast obligatorische Day-One-Update, dass der Kopfhörer über die App bekommt. Was genau verbessert wird, lässt der Hersteller allerdings offen. Das Update dauert ca. 5-10 Minuten und konnte hier bei laufender Musikwiedergabe gestartet werden. Diese wurde dann bei 93 Prozent aber für einen Reboot der Kopfhörer unterbrochen.
Bedienung des Px7 S3
Die Bedienung unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von anderen Bluetooth-Kopfhörern. An der linken Hörmuschel befinden sich zwei Knöpfe. Einer zum Einschalten und zum Herstellen der Bluetooth-Verbindung. Der Zweite zum Umschalten des Modus. Dort wird zwischen „Noise Canceling“, „Transparenz“ und „Aus“ gewählt. Genau wie in der App. Diese Taste kann in der App auch auf den Sprachassistenten umdefiniert werden. An der rechten Hörmuschel finden sich drei Knöpfe. Laut-/Leise und Wiedergabesteuerung. Allesamt sind die Knöpfe leicht zu erreichen und machen keine Probleme. Sie erklären sich von selber. Eine Sprachsteuerung gibt es nicht, aber eine Trageerkennung (wie man sie auch von den AirPods Max kann). Diese stoppt die Wiedergabe, wenn das Headset abgesetzt wird.
Tragekomfort und Verarbeitung
Das Gefühl, den Kopfhörer zu tragen ist natürlich rein subjektiv. Ich empfinde es als angenehm. Die Hörmuscheln sind weich und fühlen sich an wie Leder. B&W gibt auf der Webseite allerdings ein „Stoff Finish“ für den Px7 S3 an. Auf jeden Fall drücken die Muscheln nicht auf den Ohren. Der Bügel liegt weich auf dem Kopf auf, hier muss sich zeigen, wie es sich bei längeren Sessions anfühlt. Die ersten zwei Stunden waren ok. Die Verarbeitung insgesamt ist sehr hochwertig und lässt keine Zweifel aufkommen, dass man hier ein gutes und teures Premium-Gerät besitzt. Zum Preis gleich mehr.
Klang und Optionen
Ich werde es vermeiden, subjektive Klangerfahrungen zu beschreiben. Lediglich soviel sei mir gestattet: Die Musikwiedergabe ist voll und nicht zu basslastig. Höhen sind transparent und gut wahrnehmbar. Bowers & Wilkins gibt an, dass das Gerät durchaus auch Lossless High-Resolution Audio wiedergeben kann. Das absolute Gehör, dieses wahrzunehmen fehlt mir leider. Für den persönlichen Klang lässt sich aber ein EQ einstellen und dauerhaft im Gerät speichern. Stellt man nichts weiter ein, spricht B&W von „True Sound“. Außerdem gibt es einen Schalter in der App „True Immersion“. B&W beschreibt diesen damit, ein „noch immersiveres Erlebnis“ zu haben. Was das genau bedeutet ist unklar und zumindest für mich hat sich am Klang nichts geändert.
Laufzeit und Reichweite
Der Kopfhörer kommt vorgeladen. Vollständig geladen soll er bis zu 30 Stunden durchhalten. Wie er sich auf Langstrecken im Flieger oder Zug macht, wird sich zeigen.
Mit dem gekoppelten iPhone auf dem Schreibtisch kann man sich mit dem Kopfhörer schon mal in einen anderen Raum bewegen, ohne dass die Verbindung abreist. Hier war die Verbindung selbst durch zwei dicke Wände hindurch stabil. Sicher auch dank des verbauten Bluetooth 5.3, das auch im iPhone vorhanden ist.
Technische Daten laut Hersteller
- Gewicht: 0.3 kg: (ohne Transport-Box)
- Abmessungen (Transport-Box): 177mm (B) x 60mm (T) x 234mm (H)
- Treiber: × ø 40mm dynamische full-range Biozellulose-Treiber
- Bluetooth-Standard: 5.3
- Bluetooth Codecs: aptX™ Lossless, aptX™ Adaptive, aptX™ HD, aptX™ Classic, AAC, SBC
- Mikrofone: 8 Mikrofone – 4 Mikrofone pro Seite
- Lieferumfang: 1.2m USB-C auf 3.5mm Stereo-Klinke, 1.2m USB-C auf USB-C Kabel, Aufbewahrung-/Transport-Box
- Farbausführungen: Canvas White, Anthracite Black, Indigo Blue, Frost Blue, Vintage Maroon
Fazit
Der Px7 S3 ist ein hervorragender, leistungsfähiger Kopfhörer, der sich gut anfühlt und gut klingt. Wer hauptsächlich am iPhone oder iPad Musik hört wird damit nicht viel falsch machen. Die Bedienung ist einfach und auch ohne App lassen sich die wichtigsten Funktionen steuern. Das Noise Canceling ist gut und macht sich positiv in der Bahn oder dem Flugzeug bemerkbar. Wenn man sich unterhalten will, hilft der Transparenz-Mode. Die Kabelgebundene Verbindung hat eine geringe aber dennoch deutlich hörbare Latenz. Zum Recording würde ich ihn daher nicht einsetzen. Die Verständlichkeit der acht Mikrofone ist gut.
Preis und Verfügbarkeit
Den Px7 S3 gibt es für 429 Euro auf der Webseite von Bowers & Wilkins oder bei Amazon. Der Preis ist aus meiner Sicht für einen hochwertigen Kopfhörer dieser Art durchaus angemessen. Für Apple-Nutzer fehlen die von den AirPods Pro gewohnten Funktionen wie das nahtlose übergeben an andere Geräte mit dem selben Apple Account. Hier bleibt aber zumindest in der EU die Hoffnung, dass sich daran noch was ändert.
Zur Transparenz sei erwähnt, dass uns der Px7 S3 von Bowers & Wilkins für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.
