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Apple-Zulieferer wegen angeblicher RAM-Preisabsprachen verklagt

Mehrere große Speicherzulieferer von Apple sehen sich in Kalifornien einer Klage wegen angeblicher Preisabsprachen gegenüber. Für Euch als Apple-Kund:innen könnte der Fall unmittelbare Folgen haben.

Klage gegen Samsungs, SK hynix und Micron

In Kalifornien haben Verbraucher:innen und kleine Unternehmen Klage gegen Samsung Electronics, SK hynix und Micron eingereicht. Sie werfen den drei Speicherherstellern vor, die Produktion von DRAM-Speicher koordiniert gedrosselt zu haben, um die Preise in die Höhe zu treiben. Apple selbst wird in der Klage nicht beschuldigt.

Samsung, SK hynix und Micron liefern Speicher, der quer durch das gesamte Hardware-Angebot von Apple zum Einsatz kommt. Damit rückt der Konflikt näher an Euch heran, als es auf den ersten Blick wirkt. Apple hat die Preise für mehrere Mac-, iPad- und andere Modelle bereits erhöht und dabei auf gestiegene Kosten für Arbeitsspeicher und Speicherplatz verwiesen, die nicht mehr intern abgefedert werden konnten.

Laut den Gerichtsdokumenten sollen koordinierte Kürzungen der DRAM-Produktion zu diesen höheren Kosten beigetragen haben. Die Kläger:innen behaupten, die Liefermengen von gängigen DRAM-Typen wie DDR3 und DDR4 seien verringert worden, was die Marktpreise steigen ließ. Diese Vorwürfe sind bislang nicht bewiesen. Micron hat die Anschuldigungen laut Investor’s Business Daily zurückgewiesen und angekündigt, sich zu verteidigen.

Fokus auf KI-Speicher und Marktmacht

Im Zentrum der Klage steht DRAM, also der Arbeitsspeicher, der in Rechnern, Smartphones, Tablets, Servern und vielen weiteren Geräten steckt. Samsung, SK hynix und Micron dominieren den globalen DRAM-Markt und haben dadurch großen Einfluss auf das Angebot. Nach Zahlen von Counterpoint Research kam Samsung im ersten Quartal 2026 auf 38 Prozent des weltweiten DRAM-Umsatzes, gefolgt von SK hynix mit 29 Prozent und Micron mit 22 Prozent.

Die Kläger:innen sehen diese starke Konzentration als Schlüsselfaktor, weil in einem wettbewerbsintensiven Rohstoffmarkt üblicherweise wenigstens ein Anbieter die Produktion ausweitet, sobald die Preise steigen. Stattdessen soll die Kapazität nach Darstellung der Klage verstärkt in Hochleistungs-Arbeitsspeicher für Künstliche Intelligenz geflossen sein, insbesondere in HBM-Speicher, der von KI-Unternehmen deutlich höhere Preise erzielt. Grundsätzlich dürfen Unternehmen profitablere Produkte verfolgen, das ist für sich genommen nicht illegal.

Entscheidend wird daher die Frage, ob Samsung, SK hynix und Micron ihre Produktionsentscheidungen tatsächlich abgestimmt haben oder unabhängig voneinander zu ähnlichen Schlüssen kamen. Das Kartellrecht verbietet Absprachen zwischen Wettbewerbern, nicht jedoch vergleichbare Entscheidungen, die auf denselben wirtschaftlichen Anreizen beruhen.

Auswirkungen auf Apple-Kund:innen und historischer Kontext

Apple kämpft seit Monaten mit dem gleichen Druck auf dem Speichermarkt, der nun in der Klage beschrieben wird. Branchenanalyst:innen führen die gestiegenen Preise für Arbeitsspeicher und Flash-Speicher überwiegend auf die starke KI-Nachfrage zurück. Apple selbst hat bei einigen Preiserhöhungen ausdrücklich auf höhere Komponentenpreise verwiesen.

Die Kläger:innen bringen eine alternative Erklärung ins Spiel und argumentieren, koordinierte Angebotsverknappungen hätten die Speicherkosten zusätzlich nach oben getrieben. Die betroffenen Unternehmen beharren dagegen darauf, lediglich individuell auf dieselben Marktbedingungen reagiert zu haben.

Sollte die Klage die ersten rechtlichen Hürden nehmen, könnte das gerichtliche Beweisverfahren zum entscheidenden Abschnitt werden. Dann müssten E-Mails, Produktionspläne und andere interne Unterlagen offenlegen, ob es tatsächlich abgestimmte Entscheidungen gab oder nicht.

Die aktuelle Klage steht vor dem Hintergrund früherer Verfahren im DRAM-Markt. Samsung und Hynix hatten in den 2000er-Jahren im Rahmen einer Untersuchung des US-Justizministeriums ein Schuldeingeständnis wegen Beteiligung an einer Verschwörung zur Preisabsprache bei DRAM abgelegt. Samsung akzeptierte 2005 eine Strafzahlung von 300 Millionen US-Dollar (rund 280 Millionen Euro), Hynix im selben Jahr 185 Millionen US-Dollar (rund 170 Millionen Euro). Mehrere Führungskräfte erhielten Gefängnisstrafen.

Diese früheren Verurteilungen bedeuten nicht, dass Samsung, SK hynix oder Micron im aktuellen Fall automatisch gegen das Kartellrecht verstoßen haben. Sie zeigen aber, dass die DRAM-Branche in der Vergangenheit bereits mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert war, was den Kontext für die jetzige Klage liefert.

Via: https://appleinsider.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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