Apple und Microsoft drehen an der Hardware Preisschraube, gleichzeitig verteuern sich Speicherkomponenten durch künstliche Intelligenz. Für viele von Euch wird die Frage drängend: Jetzt noch kaufen – oder besser abwarten?
Apple hat die Preise für sämtliche Mac-Modelle und iPads spürbar erhöht, außerdem werden mehrere andere Geräte und Zubehör teurer. Nur iPhones und die Apple Watch bleiben vorerst beim bisherigen Preisniveau. Laut mehreren US-Berichten liegen die Aufschläge je nach Produktreihe zwischen rund 18 und fast 33 Prozent.
Besonders auffällig ist das beim MacBook Neo, das erst in diesem Jahr auf den Markt gekommen ist und nun deutlich mehr kostet als zum Start. Parallel dazu steigen auch die Preise im offiziell zertifizierten Generalüberholt-Store von Apple. Was für viele von Euch bisher eine Möglichkeit war, etwas günstiger an Apple-Hardware zu kommen, verliert damit einen Teil seines Preisvorteils.
Der scheidende Apple-Chef Tim Cook hatte die Erhöhungen zuletzt angekündigt. Als Hauptgrund nannte er Engpässe bei Speicherbausteinen, die verstärkt für Rechenzentren rund um künstliche Intelligenz reserviert werden. Diese Knappheit treibt die Kosten für Arbeitsspeicher und Flash-Speicher nach oben und schlägt nun direkt auf die Endkundenpreise durch.
Gleichzeitig hinken einige Händler den neuen Preisen noch hinterher. So gibt es etwa bei großen Online-Händlern weiterhin iPads zum alten Listenpreis, die damit zeitweise deutlich unter der neuen unverbindlichen Preisempfehlung liegen. Ein iPad, das Apple jetzt beispielsweise für 449 US-Dollar (rund 420 Euro) listet, wird andernorts noch für 299 US-Dollar (rund 280 Euro) angeboten. Solche Zeitfenster dürften aber begrenzt sein, bis die Händler ihre Preise anpassen.
Nur wenige Stunden nach der Ankündigung von Apple hat Microsoft ebenfalls neue Preise für seine Xbox-Konsolen bekannt gegeben. Ab dem 1. August steigen die Preise weltweit, es ist bereits die dritte Anpassung innerhalb von zwei Jahren. Betroffen sind alle Varianten der Xbox Series.
Die Modelle mit 512 Gigabyte Speicher werden künftig um 100 US-Dollar (rund 93 Euro) teurer verkauft, die Versionen mit 1 Terabyte verteuern sich jeweils um 150 US-Dollar (rund 140 Euro). Parallel dazu streicht Microsoft das Modell mit 2 Terabyte komplett aus dem Programm. Spieler:innen haben damit weniger Auswahl und müssen für jede verbleibende Speichergröße tiefer in die Tasche greifen.
Auch hier spielen die gestiegenen Kosten für Speicher eine wichtige Rolle. Expert:innen sehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem wachsenden Bedarf von KI-Rechenzentren nach RAM und Flash-Speicher und den höheren Preisen im Konsolen- und PC-Bereich.
Die Entwicklung trifft alle, die 2026 über neue Hardware nachdenken. Wer ohnehin kurzfristig ein iPad oder einen Mac geplant hatte, sollte die noch vorhandenen Händlerangebote mit alten Preisen genau prüfen. Solange Restbestände nicht an die neuen Listenpreise angepasst sind, könnt Ihr hier spürbar sparen. Gleiches gilt, solange einzelne Xbox-Konsolen noch zu den bisherigen Konditionen verfügbar sind.
Wenn Eure aktuelle Hardware noch zuverlässig läuft, kann Abwarten eine Option sein. Höhere Preise und ein angespannter Speichermarkt sprechen dafür, Anschaffungen gut zu überlegen und Geräte länger zu nutzen. Medienberichte betonen, dass Nutzer:innen wieder stärker Kontrolle über ihre Geräte zurückgewinnen und sie gezielt erhalten sollten.
Dazu gehört, vorhandene Geräte zu reparieren statt direkt zu ersetzen, Akkus tauschen zu lassen oder Speicherkonfigurationen bewusst auszureizen, bevor Ihr ein Komplett-Upgrade ins Auge fasst. Für manche Anwendungsfälle kann es außerdem sinnvoll sein, gezielt in Peripherie zu investieren. So gelten OLED-Monitore aktuell nicht als von den Speicherpreis-Steigerungen betroffen und bleiben vergleichsweise stabil im Preis. Wer vor allem ein besseres Bild braucht, kommt damit möglicherweise günstiger weg als mit einem vollständigen neuen Rechner.
Unterm Strich hängt die Entscheidung stark von Eurer Ausgangslage ab: Wer ein dringend benötigtes Upgrade nicht länger verschieben kann, sollte vorhandene Restposten und Angebote zügig prüfen. Alle anderen können versuchen, die aktuelle Teuerwelle auszusitzen, Geräte länger zu nutzen und konsequent auf Reparatur, Gebrauchtkauf und gezielte Einzelupgrades zu setzen.
Via: www.cnet.com · osxdaily.com · www.tomshardware.com
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