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Apple wird 50: Diese Firmen prägten ebenfalls das Jahr 1976

1976 markiert nicht nur den Start von Apple, sondern auch eine kurze Phase, in der Experimente, Risiken und kleine Ideen in der US-Wirtschaft sichtbar wurden. Zum 50. Geburtstag von Apple lohnt sich ein Blick auf andere Firmen, die im gleichen Jahr gegründet wurden und ihre Branchen bis heute beeinflusst haben – oder zumindest Spuren hinterließen.

Genentech: Biotechnologie als neues Geschäftsfeld

Nur wenige Tage nach der Gründung von Apple rief Robert A. Swanson am 7. April 1976 Genentech ins Leben. Das Unternehmen gilt vielen als erste Biotechnologiefirma der Welt. Wie der Name nahelegt, konzentriert sich Genentech auf genetische Forschung und Medizin.

Die Firma war die erste, die gezielte Antikörper für Krebsbehandlungen entdeckte, und entwickelte zudem das erste Medikament gegen primär progrediente Multiple Sklerose. 2009 übernahm der Schweizer Gesundheitskonzern Roche Genentech vollständig und führt es seitdem als unabhängige Tochtergesellschaft.

Genentech baut derzeit einen Standort im Bezirk Wake County im US-Bundesstaat North Carolina auf – jenem Gebiet, in dem auch Apple einen weiteren Campus plant.

Frühe Personal Computer und Craft Beer

Im Juni 1976 entstand in Berkeley, Kalifornien, North Star Computers. Die Firma begann als Versandhändler für IMSAI-Rechner. Das erste eigene Produkt war die Floating-Point-Platine, eine S-100-Bus-Karte mit Gleitkomma-Coprozessor für Maschinen auf Basis des 8080-Prozessors.

In den späten 1970er-Jahren lief das Geschäft gut. Doch mit der Einführung des IBM Personal Computer im Jahr 1981 änderte sich der Markt grundlegend. Die Branche orientierte sich zunehmend am IBM-PC, wodurch die CP/M-Rechner von North Star an Attraktivität verloren.

North Star konnte in den 1980er-Jahren noch eine Weile durchhalten, war IBM-PCs und deren Nachbauten bei Preis und Stückzahlen aber klar unterlegen. 1989 wurde das Unternehmen schließlich aufgelöst und erlebte die 1990er-Jahre nicht mehr.

Auch in einer ganz anderen Branche fiel 1976 ein Startschuss: Jack McAuliffe hatte Anfang der 1970er begonnen, zu Hause Bier zu brauen, inspiriert von Getränken, die er zehn Jahre zuvor während seines Militärdiensts in Schottland kennengelernt hatte. Aus dem Wunsch, ein Stück Schottland in die USA zu holen, entstand die New Albion Brewing Company.

New Albion gilt heute als erste Mikrobrauerei in den USA nach dem Ende der Prohibition. Eine Zeit lang lief das Geschäft gut, doch im November 1982 musste McAuliffe die Brauerei schließen. Der Name blieb jahrzehntelang ungenutzt, bis die Boston Beer Company – bekannt durch die Marke Samuel Adams – ihn Ende der 2000er-Jahre erwarb.

2012 kündigte Boston Beer an, New Albion Ale erstmals seit 30 Jahren wieder zu brauen und alle Vermögenswerte von New Albion an McAuliffe zurückzugeben. Als er schließlich in den Ruhestand ging, übernahm seine Tochter Renee DeLuca die Verantwortung. Sie braut die ursprünglichen Rezepte ihres Vaters weiter in Columbus im US-Bundesstaat Ohio.

Auktionen und Gitarrenklang: Weitere Gründungen von 1976

Ebenfalls 1976 startete in Dallas das Auktionshaus Heritage Auctions, gegründet von den Sammlern Steve Ivy und Jim Halperin. Anfangs lag der Schwerpunkt auf Münzen und Erinnerungsstücken. Fünfzig Jahre später ist Heritage das größte US-Auktionshaus und meldete 2024 einen Umsatz von mehr als 1,8 Milliarden US-Dollar (rund 1,65 Milliarden Euro).

Apple-Interessierte kennen den Namen auch aus einem anderen Grund: Im März 2020 versteigerte Heritage Auctions Apple-Sneaker mit Markenlogo für 9.687 US-Dollar (rund 8.900 Euro). Bemerkenswert ist zudem, dass 1976 auch das in Boston ansässige Auktionshaus RR Auction gegründet wurde. Es ist auf seltene Apple-Produkte spezialisiert und verkaufte im März 2025 einen funktionsfähigen Apple-1 für 375.000 US-Dollar (rund 344.000 Euro).

Die Musikbranche verdankt dem Jahr 1976 ebenfalls eine prägende Firma. Den Ausgangspunkt bildete allerdings ein Ereignis zehn Jahre zuvor: 1966 lieh Seymour W. Duncan seine Fender-Telecaster-Gitarre für einen Auftritt an die Musikerin Sally Starr. Als er das Instrument zurückbekam, war der Tonabnehmer defekt.

Statt einen Ersatz zu suchen, wickelte Duncan kurzerhand selbst einen neuen Tonabnehmer – mithilfe eines Plattenspielers. Zehn Jahre später gründete er zusammen mit seiner Frau Cathy Carter Duncan das Unternehmen Seymour Duncan in einem 300-US-Dollar-Anhänger (rund 275 Euro) in der kalifornischen Wüste. Zunächst reparierte die Firma Tonabnehmer und wickelte beschädigte Exemplare neu.

Später produzierte Seymour Duncan Tonabnehmer für nahezu alle gängigen Gitarrenformate und erweiterte das Angebot um Effektpedale. Musiker wie Kurt Cobain von Nirvana, Slash von Guns N’ Roses, Pete Wentz von Fall Out Boy, Kiki Wong von The Smashing Pumpkins und Peter Frampton haben Tonabnehmer von Seymour Duncan genutzt oder nutzen sie weiterhin.

Via: https://appleinsider.com

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Michael Reimann

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