Die neue Apple Watch Ultra 4 sieht ihren Vorgängern extrem ähnlich, bietet aber unter der Haube entscheidende Neuerungen. Wir haben vier große Testberichte analysiert, um herauszufinden, ob sich das Upgrade wirklich lohnt.
Hardware und neue Gesundheitsfunktionen
Äußerlich gibt es kaum Veränderungen: Das große Gehäuse, die markante Krone und der Action-Button bleiben erhalten. Die Uhr ist jedoch etwas schwerer geworden, und das schwarze Finish könnte Beschädigungen stärker sichtbar machen. Im Inneren arbeitet der neue S11-Chip, der zusammen mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und 64 Gigabyte Speicher für eine flüssigere Bedienung sorgt.
Der eigentliche Schwerpunkt liegt beim Gesundheitssystem. Die Herzfrequenz und die Herzfrequenz-Variabilität werden nun alle fünf Sekunden gemessen. Diese Daten fließen in den neuen „Bereitschafts-Wert“ (Readiness Score) ein, der auf einer Skala von 0 bis 10 anzeigt, wie belastbar Ihr Körper an einem bestimmten Tag ist. Apple möchte Gesundheitsdaten damit nicht mehr nur sammeln, sondern aktiv interpretieren und Empfehlungen ableiten.
Weitere Neuerungen sind ein verbessertes Schritt-Tracking durch maschinelles Lernen sowie spezifische Funktionen für die Phase der Perimenopause und Menopause. Die Health-App wurde zudem überarbeitet, um Informationen zu biologischem Alter und Langlebigkeit übersichtlicher darzustellen.
Akkulaufzeit und Audio-Intelligenz
Ein spürbarer Fortschritt zeigt sich beim Akku. Apple gibt eine normale Laufzeit von bis zu 50 Stunden an, was im Alltag etwa zweieinhalb Tagen entspricht. Im Energiesparmodus sind bis zu 84 Stunden möglich, während Outdoor-Aktivitäten bis zu 45 Stunden lang verfolgt werden können. Das Laden ist schneller geworden; 80 % der Kapazität sind in etwa 45 Minuten erreicht.
Besonders diskutiert wird die neue Audio-Intelligenz. Die Uhr kann Geräusche wie Sirenen oder Babygeschreie erkennen. Mit „Live Rewind“ lassen sich die letzten 15 Sekunden eines Gesprächs als Text abrufen, während „Siri Recap“ Informationen aus Gesprächen zusammenfasst. Da die Verarbeitung direkt auf dem Gerät erfolgt, soll der Datenschutz gewahrt bleiben. Dennoch gibt es Kritik an der Wahrnehmung durch Mitmenschen, da die akustische Erfassung für Außenstehende kaum sichtbar ist.
Kaufberatung: Ultra 4 oder Serie 12?
Für Besitzer:innen der ersten Ultra ist das Upgrade aufgrund des besseren Displays, der höheren Leistung und der längerer Akkulaufzeit sinnvoll. Wer bereits eine Ultra 3 besitzt, findet hingegen kaum zwingende Gründe für einen Wechsel, sofern die spezifischen Outdoor-Funktionen nicht intensiv genutzt werden.
Interessant ist der Vergleich zur Serie 12. Diese bietet fast alle neuen Gesundheitsfunktionen, den S11-Chip und die Audio-Intelligenz, ist jedoch dünner und günstiger. Die Ultra rechtfertigt ihren Preis primär durch das robustere Gehäuse, die deutlich längere Akkulaufzeit sowie präziseres GPS und Satelliten-Kommunikation. Wer diese Extremwerte nicht benötigt, findet in der Serie 12 eventuell die passendere Wahl.
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