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Apple warnt vor deutlich höheren Speicherkosten für iPhone und MacBook Neo

Apple stellt sich für den Rest des Jahres 2026 auf deutlich steigende Speicherkosten ein. Das könnte iPhone, MacBook Neo und weitere Mac-Modelle spürbar beeinflussen.

Speicherknappheit und neue Belastungen für Apple

Apple rechnet mit „deutlich höheren Speicherkosten“ im weiteren Jahresverlauf 2026. Das sagte Tim Cook am Donnerstag im Rahmen des Ergebnisgesprächs zum zweiten Quartal. Der Konzern ist damit von derselben Speicherknappheit betroffen, die bereits die gesamte Branche unter Druck setzt.

Cook, der zum 1. September als Vorstandschef zurücktritt und durch John Ternus, den Senior Vice President für Hardware-Entwicklung, ersetzt wird, erklärte, Apple sei im laufenden Quartal teilweise verschont geblieben. Grund seien hohe Lagerbestände bei Geräten gewesen. Nach Juni werde sich die Situation bei den Kosten jedoch verschärfen.

„Wir gehen davon aus, dass die Speicherkosten unsere Geschäftsentwicklung zunehmend beeinflussen werden und wir werden das weiterhin bewerten“, so Cook. Man werde sich dabei „eine Reihe von Optionen“ ansehen.

Der Ausbau von KI-Rechenzentren, die immer mehr Speicher und andere Komponenten benötigen, verknappt das Angebot für Verbrauchergeräte. Das treibt die Preise für Laptops und Smartphones wie Apples MacBooks und das iPhone nach oben, ebenso für externe Speicherprodukte.

Analyst:innen beobachten genau, wie Apple die Nachfrage in den kommenden Quartalen mit höheren Speicherkosten und begrenzten Kapazitäten in Einklang bringen will, sagt Nabila Popal, Senior Research Director beim Marktforschungsunternehmen International Data Corporation.

Apple sei zwar besser positioniert als viele Wettbewerber, um die Speicherkrise zu managen und benötigte Mengen zu sichern. Entscheidend werde aber die strategische Balance zwischen Preiserhöhungen zur Sicherung der Profitabilität und Preisstabilität zur Gewinnung von Marktanteilen sein, so Popal.

Engpässe bei Chips und KI-Macs

Cook betonte, die derzeit wichtigste Einschränkung gehe weniger vom Arbeitsspeicher aus, sondern von der „Verfügbarkeit fortschrittlicher Fertigungsknoten, auf denen unsere Systemchips produziert werden“. Dies habe das iPhone beeinträchtigt. Künftig dürften diese Engpässe besonders Mac Mini, Mac Studio und MacBook Neo treffen, da sie stark nachgefragte KI-Werkzeuge bieten.

Vor allem der Desktop-Mac Mini und der Mac Studio würden von Kund:innen intensiv mit KI-Agenten genutzt, sagte Cook. Es könne mehrere Monate dauern, bis sich das Angebot dieser Rechner erholt habe. Wann das MacBook Neo wieder in ausreichender Stückzahl verfügbar sein wird, ließ er offen.

Zur Nachfrage nach der Mac-Neo-Reihe sagte Cook, die Reaktion der Kund:innen sei „außergewöhnlich“, mit höherer als erwarteter Nachfrage und einem Rekord im März-Quartal bei Neukund:innen.

iPhone-Boom, Zölle und KI-Strategie

Insgesamt meldete Apple für das Quartal einen Umsatz von 111 Milliarden US-Dollar (rund 104 Milliarden Euro), ein Plus von 17 Prozent. Cook führte dies vor allem auf die „außergewöhnliche Nachfrage nach der iPhone‑17‑Reihe“ zurück.

Während des Gesprächs hob Cook die in das iPhone 17 integrierten KI-Funktionen von Apple Intelligence als wichtigen Treiber der Beliebtheit hervor, ebenso Kamera, Design, Leistung und Robustheit. Man verzeichne in den meisten beobachteten Märkten zweistelliges Wachstum und habe einen neuen März-Rekord bei Geräteupgrades erreicht.

Da US-Unternehmen seit Kurzem Rückerstattungen auf Zölle beantragen können, die sie infolge der von Präsident Donald Trump im Jahr 2025 eingeführten Auslandstarife gezahlt haben, will Apple diesen Prozess nutzen. Cook kündigte an, eventuelle Rückzahlungen vollständig in „US-Innovation und fortschrittliche Fertigung“ zu reinvestieren.

Trump hatte sich bei der Anhebung von Einfuhrabgaben weltweit auf das Gesetz über internationale wirtschaftliche Notstandsbefugnisse aus dem Jahr 1977 berufen. Der Oberste Gerichtshof der USA kassierte diese Zölle jedoch im Februar mit der Begründung, das Gesetz erlaube keine Zölle zur Bewältigung nationaler Notlagen. Bis dahin hatte die US-Regierung rund 166 Milliarden US-Dollar (rund 155 Milliarden Euro) von US-Unternehmen eingezogen, darunter auch von Apple.

Zum Thema KI erklärte Apple, man investiere „klar mehr“ in Betriebsausgaben und Forschung und Entwicklung. KI sei ein „sehr wichtiges Investitionsfeld“, werde aber schrittweise zusätzlich zur üblichen Produktentwicklung und -veröffentlichung umgesetzt.

Laut dem Branchenanalyseunternehmen Emarketer wird Apples KI-Strategie und die Partnerschaft mit Google Gemini für Siri künftig entscheidend sein. Die Ergebnisse zeigten, dass Apple die globale Speicherchip-Knappheit bislang gut überstehe, sagte Emarketer-Senior-Analyst Jacob Bourne. Offen sei, ob der künftige Chef John Ternus dieses Momentum in eine glaubwürdige KI-Strategie und die Bereitschaft, mit externen KI-Anbietern zusammenzuarbeiten, übersetzen könne.

Zu Details der anstehenden Siri-KI-Überarbeitung wollte sich Cook nicht äußern. Er deutete lediglich die baldige Einführung an und kommentierte weder den Aufstieg von KI-Agenten in Smartphones noch mögliche Folgen für kommende iPhone-Generationen. Die Zusammenarbeit mit Google laufe gut, man sei mit dem Stand zufrieden und ebenso mit der eigenen, unabhängigen Arbeit.

Auf die Frage nach einem Rat für seinen Nachfolger betonte Cook, eine der wichtigsten Entscheidungen sei die Wahl der Themen, in die Ternus seine Zeit investiert – idealerweise dort, wo es Apple und Kund:innen am meisten nütze. Außerdem solle er Apples Leitstern nie vergessen: „Wir machen die besten Produkte, die das Leben anderer Menschen wirklich bereichern.“ Wer seine Entscheidungen daran ausrichte, baue ein starkes Geschäft auf und könne immer wieder neue Produkte entwickeln.

Via: https://www.cnet.com

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Michael Reimann

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