Apple hat neue Modelle von Mac mini und Mac Studio zu einem für das Unternehmen ungewohnten Zeitpunkt vorgestellt. Grund ist laut einem Bericht eine deutlich stärkere Nachfrage aus dem KI-Bereich.
Normalerweise bringt Apple neue Macs eher im Herbst auf den Markt, meist im Oktober oder November. Die Ankündigung in dieser Woche fällt damit zeitlich ungewöhnlich früh aus und liegt zudem kurz vor den erwarteten neuen iPhone-Modellen. Laut dem Bericht von The Information steckt ein KI-getriebener Nachfrageboom nach Mac Studio und Mac mini hinter dem vorgezogenen Start.
Apple stellte bei der Vorstellung besonders die Möglichkeit heraus, mehrere Mac Studios zu einem einzigen, leistungsfähigeren System zu verbinden. Dieses Setup soll große, sogenannte „Grenz-KI-Modelle“ ausführen können und richtet sich klar an Geschäfts- und Entwicklerkund:innen, nicht an typische Privatnutzer:innen. Die Ausrichtung auf professionelle KI-Szenarien wurde bei der Präsentation deutlich hervorgehoben.
Bereits im Juni hatte Apple den Wandel von Mac mini und Mac Studio hin zu einer stärkeren Ausrichtung auf Unternehmen betont. Bei einer Veranstaltung unter dem Motto „Business im Park“ präsentierte Apple die Geräte gemeinsam mit Führungskräften großer Konzerne wie Ford, Disney und Anthropic. Der Mac mini wurde dabei intern laut Bericht als „Liebling“ der Veranstaltung bezeichnet.
Trotz dieser Signale hat die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen leistungsstarke Desktop-Macs für KI-Aufgaben nachfragen, Apple offenbar überrascht. Dem Bericht zufolge verfügte das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt weder über ein eigenes Entwicklungsteam speziell für Geschäftskund:innen noch über Personal mit Fokus auf die Betreuung von Entwickler:innen. Auch eine umfassende KI-Strategie für den Unternehmenseinsatz soll gefehlt haben.
Unternehmen, die direkt bei Apple angefragt haben, um Zugang zu der privaten Cloud-Compute-Infrastruktur des Konzerns zu erhalten, wurden demnach abgewiesen. Statt eigene Unternehmenslösungen anzubieten, setzt Apple in diesem Bereich derzeit auf Partner wie WebAI und Mount Thor. Diese Firmen stellen KI-Werkzeuge und Ausführungsumgebungen bereit, die auf Apple-Hardware basieren.
Die stark gestiegene Nachfrage nach Mac-Hardware für das Ausführen von KI-Modellen trifft auf eine weltweite Speicherknappheit. In der Folge sind viele Konfigurationen von Mac mini und Mac Studio seit Monaten nicht oder nur sehr eingeschränkt verfügbar. Besonders höher ausgestattete Modelle lassen sich laut Bericht nur schwer bestellen oder haben lange Lieferzeiten.
Einige Unternehmenskund:innen weichen deshalb auf alternative Hardware aus. Genannt wird etwa Nvidias DGX Spark, ein kompakter KI-Desktop im Format ähnlich dem des Mac mini. Dieses System kam Ende vergangenen Jahres auf den Markt und wird von Unternehmen als Ersatz genutzt, wenn sie keine hochkonfigurierten Mac-Systeme bekommen können. Die erschwerte Verfügbarkeit der leistungsstarken Apple-Modelle beeinflusst somit direkt die Kaufentscheidungen im KI-Segment.
Via: https://www.macrumors.com
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