Apple setzt seine Strategie fort, relevante Teile der iPhone-Produktion von China auf andere Märkte auszuweiten. Insbesondere Indien steht im Fokus als zweiter bedeutender Fertigungsstandort. Trotz verschiedener Hürden arbeitet das Unternehmen daran, die Montage der kommenden iPhone-Generation parallel in China und Indien zu starten. Dieser Prozess steht vor wichtigen technischen und geopolitischen Herausforderungen.
Die wesentlichen Teile der iPhone-Endmontage finden bislang in China statt. Apple verlagert jedoch schrittweise wesentliche Produktionskapazitäten nach Indien. Das Ziel ist es, mittelfristig rund 50 Prozent der weltweiten iPhone-Fertigung dorthin zu verlegen. Ein signifikanter Meilenstein ist die geplante parallele Premiere der iPhone-17-Produktion in beiden Ländern. Ein solch zeitgleiches Vorgehen wurde beim iPhone 16 angestrebt, aber in Indien erst verspätet realisiert. Diesen zeitlichen Gleichstand versucht Apple nun beim iPhone 17 zu erreichen. Damit will Apple flexibel auf geopolitische Risiken reagieren und seine globale Lieferkette widerstandsfähiger machen.
Foxconn, als ein zentraler Fertigungspartner, beginnt derzeit mit der Anlieferung wichtiger Komponenten für die indischen Werke. Laut indischen Branchenquellen sind bereits Displayeinheiten, Gehäuseteile und Kameramodule eingetroffen. Damit startet Foxconn die Phase der sogenannten Trial Production. Hierbei wird eine begrenzte Stückzahl auf regulären Fertigungsstraßen gefertigt, um Prozesssicherheit und Qualitätsstandards zu prüfen. Diese Testfertigung erfolgt etwa zwei Monate vor dem geplanten Produktstart. Anschließend beginnt die Massenproduktion, die voraussichtlich im August startet, um den globalen Markt im September zu beliefern. Für den US-Markt will Apple verstärkt indische Produktionskapazitäten einsetzen, um Unsicherheiten durch Zölle auf chinesische Produkte zu begegnen.
Das Bestreben, Indiens Produktionsanteil zu stärken, stößt auf Widerstand aus China. Die chinesische Regierung erschwert Fachkräften aus China gezielt die Arbeit in indischen Produktionsstätten. So wurden unter anderem Reiseeinschränkungen für Ingenieur:innen verhängt. Zuletzt berichteten Branchenquellen von einer größeren Rückholung chinesischer Spezialist:innen aus Indien. Besonders betroffen ist die Expertise im Bereich der Prozessoptimierung und Produktanpassung neuer iPhone-Generationen. Der Erhalt und Transfer dieses Know-hows nach Indien stellt hohe Anforderungen an die Schulung und Qualifikation lokaler Mitarbeitender. Die langjährige Aufbauarbeit für technische Fachkompetenz wird so weiter erschwert. Trotz dieser Faktoren setzt Apple konsequent auf Diversifizierung seiner Produktionsstrukturen und investiert weiter massiv in die Fertigungstechnologie in Indien.
Via: https://9to5mac.com
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