Apple muss sich in den USA einer Sammelklage stellen, weil Autor:innen dem Unternehmen vorwerfen, urheberrechtlich geschützte Bücher unerlaubt zur Entwicklung seiner KI-Modelle verwendet zu haben. In der Klage behaupten die Schriftsteller:innen, dass Apple mit seinem Scraper Applebot Zugang zu „Schattenbibliotheken“ hatte, in denen zahlreiche raubkopierte Werke, auch ihre eigenen, zu finden sind.
Die beiden Hauptkläger:innen, Grady Hendrix und Jennifer Roberson, führen an, Apple habe eine Datenbasis mit raubkopierten Büchern für das Training eigener KI-Technologien genutzt. Sie betonen, dass Apple keinerlei Versuche unternommen hat, sie für die Nutzung ihrer Werke zu entschädigen oder ihnen eine Gegenleistung anzubieten. In ihrer Klageschrift erklären die Autor:innen, dass Apple ihre geschützten Werke kopiert habe, um damit KI-Modelle zu trainieren, die im Wettbewerb zu ihren eigenen Büchern stehen und den Marktwert dieser Werke mindern. Apple habe sich so durch unangemessene Mittel einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft. Die Sammelklage bezieht sich auf die große Zahl betroffener Bücher und betroffener Schriftsteller:innen, da in diesen Schattenbibliotheken zahlreiche Autor:innen mit ihren Werken vertreten sind.
Der Fall reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Klagen gegen Firmen, die generative KI-Technologien entwickeln. OpenAI sieht sich beispielsweise juristischen Auseinandersetzungen mit der New York Times und weiteren Medien sowie gemeinnützigen Organisationen gegenüber. Die Kläger:innen werfen OpenAI ebenfalls vor, geschützte Inhalte ohne Einwilligung genutzt zu haben. Auch das US-Unternehmen Anthropic, Entwickler des Claude-Chatbots, musste im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen eine Einigung erzielen. Anthropic hat vor kurzem einer Zahlung von 1,5 Milliarden US-Dollar (ca. 1,38 Milliarden Euro) zugestimmt, um eine Sammelklage zur unautorisierten KI-Nutzung urheberrechtlich geschützter Bücher von 500.000 Autor:innen beizulegen. Im Rahmen dieses Vergleichs sollen die betroffenen Autor:innen jeweils 3.000 US-Dollar (ca. 2.760 Euro) pro Werk erhalten.
Die Klagen zeigen, dass sich die rechtliche Situation im Bereich KI und Urheberrecht zunehmend zuspitzt. Große Unternehmen wie Apple und OpenAI geraten durch die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte unter Druck. Die Verfahren werden die Entwicklung von KI-Modellen und deren rechtliche Rahmenbedingungen maßgeblich beeinflussen. Die Debatte betrifft sowohl die Rechte der Urheber:innen als auch die Weiterentwicklung der Technologie. Ihr solltet die Entwicklungen rund um Apple und die Sammelklagen weiterhin kritisch beobachten, da Entscheidungen in diesen Verfahren langfristige Auswirkungen auf den gesamten KI-Markt und den Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken haben könnten.
Via: https://www.engadget.com
Titelbild: KI
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