Apple hat eine Lizenz für die Technik des Audio-Start-ups Huxe erworben. Die iPhone-App konnte Nachrichten zusammenfassen und aus einer Eingabe komplette Podcasts erstellen.
Huxe entwickelte eine iOS-App, die künstliche Intelligenz für Audioinhalte nutzte. Apple hat eine nicht exklusive Lizenz für Huxes geistiges Eigentum vereinbart. Außerdem darf der Konzern einigen oder allen Mitarbeitenden eine Anstellung anbieten.
Die Europäische Union führt die Vereinbarung in ihrem öffentlichen Register zu Übernahmen auf. Dort wird sie als Lizenzgeschäft beschrieben, nicht als vollständige Übernahme. Das bedeutet, dass Apple Huxe rechtlich nicht besitzt. Zugleich lässt die Formulierung offen, ob andere Unternehmen ebenfalls eine Lizenz erhalten können.
Das Register datiert die Vereinbarung auf Juni 2026. Bereits im Mai hatte Huxe angekündigt, den Betrieb einzustellen. „Wir haben entschieden, Huxe einzustellen“, hieß es damals auf der Website des Unternehmens. Das Team werde sich neuen Aufgaben widmen, die Entwicklung des Produkts werde nicht fortgesetzt.
Zu Huxes zentralen Funktionen gehörte die automatische Erstellung ganzer Podcasts. Nutzer:innen konnten eine Frage oder eine Eingabe machen und daraus eine Audiofolge generieren lassen. Die Funktion erinnert an Googles NotebookLM, das inzwischen Gemini Notebook heißt und ebenfalls KI-generierte Gespräche aus Informationen erstellt.
Huxe wurde von drei Personen gegründet, die zuvor an Googles Projekt gearbeitet hatten. Die App ergänzte das Konzept um eine interaktive Funktion: Zuhörer:innen konnten den erzeugten Podcast unterbrechen, um nachzufragen oder das Thema zu wechseln.
Daneben bot Huxe gesprochene Zusammenfassungen ausgewählter Nachrichten. Die Inhalte konnten sich an den Interessen der Nutzer:innen orientieren. Die App konnte außerdem den bevorstehenden Tag anhand von E-Mails und Kalendereinträgen mündlich zusammenfassen.
Apple baut seinen Podcast-Dienst seit einiger Zeit aus. Das Unternehmen hat unter anderem Transkripte ergänzt, den Zugriff über das Web ermöglicht und Video-Podcasts eingeführt. Die erworbene Huxe-Technik könnte zu diesen Entwicklungen passen. Apple erweitert zugleich fortlaufend die Funktionen seiner Plattform Apple Intelligence.
Ob Apple die Technik tatsächlich in Apple Podcasts integrieren wird, ist bislang nicht bekannt. Die Lizenzangabe unterscheidet den Vorgang von einer klassischen Übernahme. Nach dem europäischen Gesetz über digitale Märkte müssen Unternehmen bestimmte Zusammenschlüsse melden, wenn sie Auswirkungen in der Region haben könnten.
Unklar bleibt auch, wie viele Huxe-Mitarbeitende Apple übernehmen könnte. Laut dem Register hat Apple das Recht, bestimmten Beschäftigten eine Anstellung anzubieten. Auf der LinkedIn-Seite des Unternehmens werden fünf Mitarbeitende aufgeführt. Dort ist bei keiner Person ein Wechsel zu einem anderen Unternehmen vermerkt.
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