Apple hat den neuen M5 Ultra für den Mac Studio vorgestellt und damit seinen bisher leistungsstärksten Chip präsentiert. Gleichzeitig steigen die Preise für Mac mini und Mac Studio spürbar.
M5 Ultra vs. M3 Ultra: Architektur, Leistung und KI-Fokus
Der M5 Ultra setzt die Ultra-Reihe fort. Die erschien bislang nur in den Varianten M1 Ultra, M3 Ultra und nun M5 Ultra. Grund dafür ist der komplexe Aufbau: Apple verbindet zwei Prozessoren über die hauseigene Ultrafusion-Brückentechnologie. Beim M3 Ultra koppeln sich zwei M3-Max-Chips mit über 10.000 Hochgeschwindigkeitsverbindungen, der M5 Ultra geht einen Schritt weiter. Er verschaltet zwei doppelte M5-Max-Dies zu einer neuen Quad-Die-Architektur, laut Apple ein Novum bei Apple Silicon.
Die Verbindung zwischen den Chip-Dies wurde deutlich überarbeitet. Der M5 Ultra bietet die sechsfache Verbindungsdichte und steigert die Interconnect-Bandbreite von 2,5 TB/s beim M3 Ultra auf 4,4 TB/s. Das soll Effizienz und Leistung erhöhen. Die CPU kommt in der Top-Konfiguration nun auf bis zu 36 Kerne statt 32, mit 12 sogenannten Super-Kernen und 24 Performance-Kernen. Im Vergleich dazu bot der M3 Ultra 24 Performance- und acht Effizienzkerne. Apple spricht von 25 Prozent mehr Single-Thread-Leistung und bis zu 30 Prozent mehr Multithread-Performance.
Beim Speicher bleiben beide Chips bei maximal 512 GB gemeinsam genutztem Arbeitsspeicher. Allerdings steigert der M5 Ultra die Speicherbandbreite um 50 Prozent auf 1,2 TB/s. Damit sollen sich große Datensätze vollständig im lokalen Speicher halten und umfangreiche Sprachmodelle mit Hunderten Milliarden Parametern direkt auf dem Gerät ausführen lassen.
Grafik, Medien-Engine und KI-Beschleunigung
Sowohl M3 Ultra als auch M5 Ultra verfügen über 80 Grafikkerne, Apple hat deren Aufbau aber überarbeitet. Jede GPU-Einheit enthält jetzt einen Neural Accelerator, der laut Apple die KI-Rechenleistung im Vergleich zum M3 Ultra um das bis zu 4,5-Fache steigert. Hinzu kommt ein aktueller Shader-Kern mit Dynamic Caching der zweiten Generation, hardwarebeschleunigtem Mesh Shading und Raytracing der dritten Generation. Unterm Strich soll die Grafikleistung um bis zu 40 Prozent zulegen.
Für Medienproduktionen stattet Apple den M5 Ultra mit einer aktualisierten Media Engine aus, die vier ProRes-Encoder und -Decoder sowie hardwarebeschleunigte AV1-, H.264- und HEVC-Codecs bietet. Damit lassen sich bis zu 33 Streams 8K-ProRes-Video mit 30 Bildern pro Sekunde parallel wiedergeben, zuvor waren es 24. Beim Anschluss von Peripherie unterstützt der M5 Ultra bis zu sechs Thunderbolt‑5-Ports mit bis zu 120 Gbit/s Bandbreite, WLAN 7 und Bluetooth 6. Bis zu acht externe Displays sind möglich, darunter bis zu vier Studio Display XDR mit 5K-Auflösung und 120 Hz.
In Praxisbeispielen nennt Apple unter anderem bis zu 3,3-fach schnellere Maschinenlern-Trainings in Foundry Nuke, bis zu 4-fach schnellere LLM-Prompt-Verarbeitung in LM Studio, bis zu 4,3-fach schnellere Text-zu-Bild-LLM-Aufgaben sowie bis zu 1,7-fach schnellere Szenen-Renderings in Maxon Redshift im Vergleich zu einem Mac Studio mit M3 Ultra.
Preise, Konfigurationen und Verfügbarkeit von Mac mini und Mac Studio
Parallel zum M5 Ultra aktualisiert Apple den Mac mini und den Mac Studio. Der Mac mini mit M6 startet nun bei 1.049 Euro und liegt damit um rund 350 Euro höher als zuvor. Ein Mac mini mit M5 Pro beginnt bei 1.999 Euro. Der Mac Studio mit M5 Max startet bei 2.999 Euro, die Variante mit M5 Ultra und 96 GB einheitlichem Speicher bei 6.299 Euro. Zum Marktstart des M3 Ultra lag das vergleichbare 96‑GB-Modell noch bei 4.999 Euro, also rund 1.300 Euro weniger.
Die Maximalkonfiguration, die aktuell vorbestellt werden kann, umfasst einen M5 Ultra mit 36‑Kern‑CPU und 80‑Kern‑GPU, 256 GB einheitlichen Speicher und 16 TB SSD-Speicher. Dafür werden 20.679 Euro fällig. Der Aufpreis von 96 GB auf 256 GB RAM liegt bereits bei 4.400 Euro, der Sprung von 1 TB auf 16 TB SSD bei 8.250 Euro. Die Option mit 512 GB RAM ist angekündigt, aber noch nicht bestellbar und soll erst im Oktober folgen; Apple nennt dafür noch keinen Preis.
Mac mini mit M6 oder M5 Pro sowie Mac Studio mit M5 Max oder M5 Ultra können seit dem 25. August vorbestellt werden. Ausgeliefert wird ab dem 22. September. Die Mac‑Studio‑Variante mit 512 GB Speicher erwarten wir erst für Ende Oktober. Apple bietet den Mac Studio zudem im Rahmen von AppleCare-One-Bundles an.
