Ein langjähriger Apple-Fan berichtet, dass er durch eine Apple-Guthabenkarte dauerhaft aus seinem Konto ausgesperrt wurde. Laut eigener Aussage sind damit 20 Jahre seiner digitalen Apple-Nutzung verloren.
In einem Blogeintrag schildert Entwickler Paris Buttfield-Addison, dass sein gesamtes Apple-Konto gesperrt wurde. Dadurch hat er keinen Zugriff mehr auf seine komplette Einkaufshistorie, gespeicherte Fotos und weitere Inhalte. Er spricht von fast 30 Jahren als treuer Apple-Kunde und beschreibt, dass dies ohne Erklärung und ohne Möglichkeit zur Klärung geschehen sei. Nach seinen Angaben sind Terabyte an Familienfotos, der komplette Nachrichtenverlauf und die Möglichkeit, Arbeiten über Geräte hinweg zu synchronisieren, blockiert.
Auslöser war demnach der Versuch, eine Apple-Guthabenkarte im Wert von 500 US-Dollar (rund 460 Euro) für das 6-Terabyte-Abo von iCloud+ einzulösen. Die Karte wurde in einem großen Ladengeschäft gekauft, doch der Code funktionierte offenbar nicht. Der Händler vermutete eine kompromittierte Karte und stellte eine neue aus. Dennoch wurde Buttfield-Addisons Apple-Konto anschließend von Apple gesperrt.
Nach eigenen Angaben können seine Geräte seitdem nicht mehr korrekt synchronisieren, aktualisieren oder funktionieren. Gekaufte Software und Medien im Wert von mehreren Tausend US-Dollar seien für ihn nicht mehr nutzbar. In der Summe komme er auf über 30.000 US-Dollar (rund 27.500 Euro) an zuvor funktionierender, nun faktisch unbrauchbarer Hardware.
Das ursprüngliche Medium, das über den Fall berichtet, hat Apple um eine Stellungnahme gebeten und zudem nach offiziellen Hinweisen für Betroffene in ähnlichen Situationen gefragt. Eine Antwort stand zum Zeitpunkt des Berichts noch aus.
Buttfield-Addison beschreibt, dass Apple ihm bisher kaum helfen konnte oder wollte. Viele der vorgeschlagenen Support-Wege setzten voraus, sich in einen Apple-Dienst einzuloggen, um etwa Dateien hochzuladen oder zu kommunizieren. Das sei jedoch unmöglich, weil sein Konto gesperrt sei. Laut Blogeintrag habe sich der Apple-Support „erschreckend abweisend“ verhalten. Mitarbeitende hätten ihm nicht mitgeteilt, warum sein Konto gesperrt wurde, und hätten offenbar auch eine Eskalation seines Falls behindert.
Ein Support-Mitarbeitender empfahl ihm dem Bericht nach, ein neues Apple-Konto zu erstellen und dort seine Zahlungsdaten zu hinterlegen. Das würde jedoch bedeuten, auf Einkäufe im Wert von Tausenden US-Dollar zu verzichten, die am gesperrten Konto hängen. Zusätzlich äußerte Buttfield-Addison die Sorge, Apple könne dies als Versuch werten, eine Kontosperre zu umgehen.
Öffentlich bittet Buttfield-Addison inzwischen darum, dass ein Mensch bei Apple seinen Fall prüft. Er vermutet, dass die kompromittierte Guthabenkarte einen automatisierten Betrugsalarm ausgelöst hat, der eine Sperre auf hoher Ebene zur Folge hatte. Diese Sperre scheine der Support nach seiner Darstellung nicht aufheben zu können.
Der Fall wurde bereits von mehreren bekannten Apple-Blogs und -Webseiten aufgegriffen. Buttfield-Addison berichtet in einem Update, dass sich inzwischen eine Person aus dem Bereich „Executive Relations“ bei Apple gemeldet habe und den Fall prüfe. Nach seinem Kenntnisstand ist die Angelegenheit aber weiterhin nicht gelöst.
Die Geschichte zeigt, wie riskant es sein kann, alle Daten in einem einzigen Ökosystem zu bündeln. Auch wenn Buttfield-Addison nach eigenen Angaben nichts Unrechtmäßiges getan hat, sind große Teile seines digitalen Lebens derzeit für ihn nicht erreichbar. Wer Fotos und Dateien zentral speichert, sollte deshalb Kopien an mehreren Orten vorhalten, um sich gegen Ausfälle abzusichern. Gleichzeitig ist es durch die enge Verzahnung moderner Geräte schwer, Apps, Käufe und Medien nicht doch an ein einziges Konto zu knüpfen – und in solchen Fällen bleiben die Handlungsmöglichkeiten begrenzt.
Via: https://www.techradar.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
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