Die britische Regierung plant neue Regulierungen für Technologiekonzerne, die den EU-Vorgaben ähneln. Apple kündigt an, in diesem Fall Funktionen im Vereinigten Königreich (UK) möglicherweise später oder gar nicht bereitzustellen.
Vorgeschlagene Gesetze in Großbritannien ähneln dem Digital Markets Act (DMA) der EU. Apple hat bereits bestimmte Funktionen, wie „iPhone Mirroring“ und „Mac Live Activities“, in Europa zurückgehalten. Auch das KI-Feature „Apple Intelligence“ verzögert sich für europäische Nutzer:innen. Das Unternehmen begründet dies mit den aus seiner Sicht ungünstigen Bedingungen, die durch die dortigen Vorgaben entstehen. Apple betont, man ziehe es vor, Funktionen gar nicht erst in einer Region einzuführen, wenn dafür das eigene Betriebssystem für Wettbewerber:innen geöffnet werden müsste.
Im Juli verkündete das UK, dass die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority, CMA) Regulierungen gegen Apple und Google plant. Diese Regelungen würden vorsehen, Anti-Steering-Praktiken zu entfernen, den Zugang zu digitalen Geldbörsen zu öffnen und Dritthersteller:innen mehr Daten, etwa für Smartwatches, bereitzustellen.
Apple äußert, dass die geplanten EU-ähnlichen Vorschriften „schlecht für Benutzer:innen und schlecht für Entwickler:innen“ seien. Die Regelungen führten bereits in der EU zu Verzögerungen bei neuen Apple-Features. Das Unternehmen argumentiert, durch die Maßnahmen würden Privatsphäre und Sicherheit gefährdet, die Innovationskraft beeinträchtigt und technologische Errungenschaften sogar kostenlos an internationale Wettbewerber:innen weitergegeben.
Die CMA hält dagegen, dass die vorgeschlagenen Regeln britische Unternehmen stärken und sicherstellen sollen, dass Kund:innen in Großbritannien keine Innovationen verpassen, die in anderen Ländern verfügbar sind. Nach Ansicht der Behörde ließen sich Datenschutz und Wettbewerbsschutz bei sorgfältiger Ausgestaltung der Vorschriften miteinander vereinbaren. Die CMA bekräftigt, dass man britische Besonderheiten berücksichtigen und die Umsetzung sorgfältig planen werde.
Bislang handelt es sich nur um einen Plan: Die Regulierungen sind weder beschlossen noch umgesetzt. Die CMA betont, dass bis mindestens zum 22. Oktober 2025 keine Entscheidungen fallen. Bis dahin soll eine umfassende Beratung mit betroffenen Unternehmen stattfinden. Apple signalisiert deutlich, dass eine Umsetzung der EU-ähnlichen Regeln in Großbritannien den Zugang zu neuen iPhone- und Apple-Diensten verzögern oder einschränken könnte – ähnlich wie es bereits in der EU passiert ist.
Die Debatte zwischen den Behörden und Technologiekonzernen wie Apple zeigt, wie schwierig die Balance zwischen Wettbewerb, Nutzer:innenschutz und technischer Innovation ist. Betroffene Unternehmen, Entwickler:innen und Endnutzer:innen im UK sollten die weiteren politischen Entwicklungen genau beobachten.
Via: https://appleinsider.com
Titelbild: KI
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