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Apple baut KI-Team aus und bestätigt Strategie mit neuer Struktur

Apple hat seine KI-Organisation 2025 schrittweise umgebaut und bestätigt damit eine langfristig angelegte Strategie für „Apple Intelligence“. Die Änderungen zielen auf den geplanten Neustart Anfang 2026.

Neues Führungsteam für Apple Foundation Models

Der Ruhestand von John Giannandrea, Apples bisherigem Chef für KI und maschinelles Lernen, wurde intern nicht als überraschend wahrgenommen. Manche sahen in ihm das zentrale Problem der KI-Strategie, doch die Ausrichtung von Apple ändert sich bislang nicht. Die Teams veröffentlichen weiterhin regelmäßig Forschungsarbeiten, und die interne Planung für Apple Intelligence bleibt bestehen.

In den vergangenen zwölf Monaten gab es rund ein Dutzend Berichte über Abgänge von KI-nahen Mitarbeiter:innen und Führungskräften. Die Meldungen liefern kaum Gründe für die Wechsel, abgesehen von einigen Millionen-Angeboten von außen, und sie lassen offen, wie Apple solche Abgänge organisatorisch auffängt. Dennoch wurden sie häufig als Vorboten eines umfassenden Scheiterns interpretiert, obwohl Apples KI-Engagement nicht an einzelnen Personen hängt.

Statt eines Kurswechsels verdichten Leaks zur für das Frühjahr erwarteten Apple-Intelligence-Version den Eindruck, dass Apple seine bisherige Linie fortsetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei KI-Funktionen auf dem Gerät. Apple Foundation Models bilden das Herzstück der erneuerten Apple-Intelligence-Plattform, ergänzt durch die Einbindung externer Modelle über Private Cloud Compute.

Giannandrea war 2018 von Google gekommen und hatte die Vision vorangetrieben, möglichst viel KI direkt auf den Geräten auszuführen, wo die Daten entstehen. Seine Zuständigkeiten erweiterten sich mit der Zeit von Siri, KI und maschinellem Lernen auf das Apple-Car-Projekt und später ein Robotik-Team. 2025 begann Apple, diese Bereiche neu zuzuordnen: Die Robotik wechselte in den Verantwortungsbereich des Hardware-Chefs, Siri in das Vision-Pro-Team. Giannandreas verbleibendes Team konzentrierte sich auf die Entwicklung der Apple Foundation Models.

Neue Strukturen

Diese Struktur blieb auch nach seinem angekündigten Abschied unverändert, was darauf hindeutet, dass die Neuordnung unabhängig von seiner Person geplant war. Auslöser dürften interne Frustrationen über Verzögerungen bei Apple Intelligence gewesen sein, sodass die Organisation nun stärker auf die Fertigstellung der neuen KI-Systeme ausgerichtet ist.

Mit Amar Subramanya übernimmt ein weiterer früherer Google-Manager eine Schlüsselrolle. Er teilt Giannandreas Fokus auf On-Device-KI und berichtet als Vizepräsident für KI an Software-Chef Craig Federighi. Sein Bereich konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der Apple Foundation Models, während Teile der bisherigen Organisation in andere Sparten gewandert sind. Medienberichten zufolge soll Eddy Cue künftig die Such- und Wissensbereiche leiten.

Die Foundation-Models-Gruppe führt Zhifeng Chen, unterstützt von den ehemaligen Google-Forscher:innen Li Xiao, Christopher Fifty und Jun Xu. Laut einem Bericht des Fachmediums The Information stammt mehr als die Hälfte von Chens Team aus Google und ist erst seit zwei bis vier Jahren bei Apple. Beobachter:innen rechnen damit, dass einige von ihnen nach Giannandreas Rückzug das Unternehmen verlassen könnten.

Unabhängig von möglichen Motiven für die Umbauten steht fest, dass Apple die neue Struktur mit KI als Teil der Softwareentwicklung bevorzugt. Apple Intelligence wird intern als Ergänzung der Plattformen verstanden, nicht als eigenständiges System.

Veröffentlichte Forschung zeigt Größe des KI-Teams

Apple ist traditionell verschwiegen und hält selbst Mitarbeiter:innen dazu an, ihre Teams und Aufgaben möglichst wenig nach außen sichtbar zu machen. Das steht im Kontrast zur KI-Forschung, die stark auf öffentlich zugänglichen Fachartikeln basiert. Apple erlaubt seinen KI-Forscher:innen inzwischen, regelmäßig Papers unter Nennung der Beitragenden zu veröffentlichen.

Öffentliche Quellen sprechen zwar nur von „einigen Dutzend“ Teammitgliedern, doch die Analyse der Forschungsbeiträge deutet auf deutlich mehr Personen hin. Bereits nach der Auswertung von nur vier von insgesamt 96 Seiten an Forschungsdokumenten ergab sich eine Liste von fast 200 Apple-Mitarbeiter:innen als Autor:innen. Eine vollständige Erhebung wäre kaum zu bewältigen und würde wenig zusätzliche Erkenntnisse bringen, zeigt aber die Größe und Aktivität der KI-Organisation.

Trotz rund eines Dutzends prominenter Abgänge innerhalb eines Jahres bleibt das Team produktiv und publiziert kontinuierlich. Viele dieser Arbeiten finden außerhalb der Apple-Welt bislang wenig Beachtung, vermutlich weil sie noch nicht direkt in Produkte umgesetzt wurden.

Die Autoren des Originalberichts wollten vor allem zeigen, dass Apples KI-Teams deutlich größer sind, als die zugespitzte Berichterstattung über einige Manager:innen-Abgänge vermuten lässt. Die Fokussierung auf einzelne Personalwechsel sei ähnlich wenig aussagekräftig wie die Prognose von iPhone-Verkäufen über Lieferkettendaten. Außenstehende kennen weder die internen Prozesse von Apple noch die typischen Fluktuationsraten in diesem Bereich.

Viele Führungskräfte, die Apple nun verlassen, sind seit sechs oder mehr Jahren im Unternehmen, was auf dieser Ebene als normaler Zyklus gilt. Im Bereich KI wechseln Fachkräfte auf unteren Ebenen ohnehin häufig, teilweise schon nach neun Monaten.

Neustart für Apple Intelligence mit Siri im Zentrum

Giannandrea geht, doch die von ihm angestoßenen On-Device-Modelle stehen kurz vor der Veröffentlichung. Größere strategische Anpassungen sind möglich, aber kurzfristig zeichnet sich kein radikaler Richtungswechsel ab.

Apple Intelligence soll Anfang 2026 mit iOS 26.4 neu aufgelegt werden. Kernfunktion ist eine neue Version von Siri, die auf ein großes Sprachmodell gestützt ist und Apple Foundation Models auf dem Gerät über App-Intents steuern kann.

Zusätzlich plant Apple Partnerschaften, um externe Modelle über Private Cloud Compute einzubinden. Ein Beispiel aus dem Bericht: Ein angepasstes Gemini-Modell könnte Daten eines lokalen Apple-Modells übernehmen und damit eine Websuche ausführen.

Wie Apple die nächste Phase seiner KI-Funktionen konkret gestaltet, bleibt abzuwarten. Klar ist nur, dass das Unternehmen auf ein datensparsames, lokal ausgeführtes System setzt, das von iPhone und anderen Geräten angetrieben wird.

Via: https://appleinsider.com

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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