Varta verliert Apple als Großkunden und schließt deshalb sein Werk im bayerischen Nördlingen. Für Hunderte Beschäftigte endet damit die Produktion von Spezialakkus für den iPhone-Konzern.
Varta hatte in Nördlingen wiederaufladbare Lithium-Ionen-Knopfzellen gefertigt, die an Apple geliefert wurden. Der Technologiekonzern war dort der mit Abstand wichtigste Abnehmer. Apple bezieht diese Akkus künftig aus China und beendet damit die Zusammenarbeit mit Varta für dieses Produktsegment. Für den deutschen Batteriehersteller entfällt damit ein zentrales Standbein im Geschäft mit Kleinstbatterien, das in Nördlingen gebündelt war.
Die Entscheidung von Apple führt laut Unternehmen dazu, dass die Produktion in Nördlingen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann. Varta reagiert mit der kompletten Schließung des Standorts. Die Werksschließung ist für Herbst geplant, sodass die Herstellung der Knopfzellen in den kommenden Monaten schrittweise ausläuft. Für den Konzern ist dies ein weiterer Einschnitt in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage.
Mit der Schließung der Produktionsstätte in Nördlingen fallen rund 350 Arbeitsplätze weg. Betroffen sind Beschäftigte in der Fertigung, in der Qualitätssicherung und in unterstützenden Funktionen am Standort. Varta will den Prozess nach eigenen Angaben geordnet vollziehen, Details zu möglichen Sozialplänen oder Versetzungen an andere Standorte liegen bislang nicht vor. Für die Region Nördlingen bedeutet der Schritt den Verlust eines wichtigen Industriearbeitgebers im Bereich Batterietechnik.
Die Auswirkungen treffen auch die lokale Zulieferkette und Dienstleister:innen rund um das Werk. Nördlingen hatte sich über Jahre als Standort für hochspezialisierte Batteriefertigung etabliert. Mit dem Auslaufen des Apple-Auftrags entfällt jedoch die Grundlage für die bisherige Auslastung der Produktionsanlagen. Varta sieht nach eigener Darstellung keine Alternative zur Schließung, da sich kurzfristig kein vergleichbarer Ersatzkunde finden lässt.
Bereits 2022 war Varta überraschend in eine Sanierungssituation geraten. Steigende Kosten, Projektverschiebungen und Probleme im Geschäft mit Energiespeichersystemen belasteten das Unternehmen. Der Apple-Auftrag galt in dieser Phase als wichtiger Stabilitätsfaktor, insbesondere für den Bereich der Kleinstbatterien. Mit dem aktuellen Schritt des US-Konzerns verschärft sich die Lage nun weiter. Die Werksschließung in Nördlingen ist ein direktes Ergebnis des Auftragsentzugs und markiert einen tiefen Einschnitt in der Struktur des Batterieherstellers.
Für Euch als Apple-Nutzer:innen bleibt die Veränderung vorerst im Hintergrund, da Apple auf alternative Lieferanten in China setzt und die Versorgung mit Akkus sichert. Für Varta zeigt die Entwicklung jedoch, wie stark Abhängigkeiten von einzelnen Großkunden die Produktionslandschaft in Deutschland prägen können. Der Konzern muss sein Geschäftsmodell weiter anpassen, während in Nördlingen eine Ära der Batteriefertigung endet.
Via: https://www.wiwo.de · https://winfuture.de
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