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AltStore erhält 6 Millionen Dollar und verbindet sich mit dem Fediverse

Der alternative App Store AltStore plant einen Schritt ins Fediverse und erhält zugleich neue finanzielle Unterstützung. Das Unternehmen möchte damit seine Reichweite und sein Angebot deutlich ausbauen.

AltStore vernetzt sich mit dem offenen sozialen Web

AltStore gehört zu den ersten Anbietern alternativer App-Stores in der Europäischen Union. Künftig will AltStore die eigene Plattform mit dem sogenannten Fediverse verbinden, einem offenen sozialen Netzwerk, das etwa Dienste wie Mastodon und Meta’s Threads umfasst. So könnt ihr künftig Updates eurer Lieblingsapps direkt aus der App-Store-Plattform in euren Timelines aufrufen und mit Updates interagieren. Diese Integration ermöglicht es Nutzer:innen, App-Neuigkeiten plattformübergreifend zu erhalten und senkt die Abhängigkeit von einzelnen App-Marktplätzen. Entwickler:innen können sich freiwillig dafür entscheiden, ihre App-Infos und Updates im Fediverse zu teilen.

Erfolgreiche Finanzierungsrunde stärkt weiteres Wachstum

AltStore konnte in einer ersten externen Finanzierungsrunde 6 Millionen US-Dollar (etwa 5,7 Millionen Euro) durch Pace Capital einsammeln. Der Wagniskapitalgeber erhält dafür einen Anteil von 15 Prozent an AltStore. Mit dem frischen Kapital will AltStore den Sprung von einem kleinen Gründer:innen-Team zu einem größeren Unternehmen schaffen und neue Fachkräfte einstellen. Neben Riley Testut und Shane Gill als Mitgründer unterstützt jetzt auch Mike McCue, CEO von Flipboard und bekannter Anhänger des Fediverse, AltStore im Vorstand.

Mit den neuen Mitteln möchte das Unternehmen die Chancen alternativer App-Stores in der EU und weltweit nutzen. Derzeit plant AltStore, seinen Store noch im laufenden Jahr in Märkten wie Australien, Brasilien und Japan zur Verfügung zu stellen. Für die Expansion und eine breitere Marktabdeckung werden zusätzliche Mitarbeitende benötigt, was nun dank der Finanzierung möglich ist.

Wachstum durch neue Angebote und soziale Integration

Seit das Digitale Märkte Gesetz (Digital Markets Act, DMA) die App-Store-Landschaft in der EU geöffnet hat, profitiert AltStore von neuen Möglichkeiten und starkem Wachstum. Der Store unterstützt bereits verschiedene eigene und fremde Drittanbieter-Apps, darunter der prominente Videospiel-Emulator Delta oder die virtuelle Maschinen-App UTM – letztere hatte Apple dazu gedrängt, selbst virtuelle Maschinen im offiziellen App Store zu erlauben. Im August 2024 gelang AltStore zudem eine Partnerschaft mit Epic Games, um Fortnite und andere mobile Spiele in den EU-Markt zu bringen. Weiterhin wagte AltStore mit dem App-Angebot „Hot Tub“, einer Porno-App, den Einstieg in den Erwachsenenbereich. Die App entwickelte sich schnell zur meistgenutzten Anwendung im Store.

Im April 2024 ermöglichte AltStore Entwickler:innen, ihre Apps kostenlos auf AltStore PAL selbst zu veröffentlichen, was den Zustrom neuer Anwendungen zusätzlich verstärkte. Inzwischen sind nach eigenen Angaben über 100 Entwickler:innen vertreten – mehr als im konkurrierenden Epic Games Store in diesem Marktsegment. Besonders unabhängige Entwickler:innen profitieren von lockeren Vorgaben und flexiblen Geschäftsmodellen, etwa klassischen Abos oder Spendenoptionen.

Neben der Vernetzung mit dem Fediverse startet AltStore jetzt auch einen eigenen Mastodon-Server auf Basis des ActivityPub-Protokolls. Über diesen Kanal können Nutzer:innen App-Updates und Informationen abonnieren und erhalten damit mehr Transparenz über Veränderungen und neue Apps, ganz gleich, ob ihr Mastodon, Threads oder später Bluesky benutzt. Wer möchte, kann sogar direkt reagieren oder „liken“ – ein echter sozialer Mehrwert. Für die Integration ins Fediverse stellt AltStore pro App automatisierte JSON-Metadaten bereit, sodass die Verbreitung im offenen Netzwerk reibungslos funktioniert.

AltStore will die Entwicklung des Fediverse weiter fördern und spendet daher insgesamt 500.000 US-Dollar (ca. 470.000 Euro) an verschiedene Projekte wie Mastodon gGmbH, Bridgy Fed, Ivory + Phoenix, Tapestry, mstdn.social, Akkoma, PeerTube, Bookwyrm und Fedify. Damit entsteht ein gestärktes Ökosystem, das Entwickler:innen und Nutzer:innen vernetzt, Innovation fördert und Vielfalt ermöglicht.

Via: https://techcrunch.com

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Michael Reimann

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