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Alexa Plus für alle: So schaltet Ihr Amazons neue Assistentin wieder ab

Amazon rollt den neuen Sprachassistenten Alexa Plus breit aus – inklusive vieler Nutzer:innen, die sich dafür nie angemeldet haben. Wir zeigen Euch, was passiert und wie Ihr zur ursprünglichen Alexa zurückkehrt.

Was sich mit Alexa Plus ändert

Wenn Alexa bei Euch zu Hause läuft, seid Ihr womöglich in den vergangenen Wochen automatisch von der bisherigen Alexa auf die neue, KI-gestützte Alexa Plus umgestellt worden. Amazon hatte Anfang Januar auf der Elektronikmesse CES angekündigt, Alexa Plus für alle bisherigen Frühzugangs-Nutzer:innen bereitzustellen – ein Schritt, der offenbar auch alle Prime-Mitglieder einschließt, selbst wenn sie sich nicht aktiv für den Frühzugang registriert hatten.

Alexa Plus befindet sich weiter im Frühzugang und ist damit noch nicht fertig entwickelt. Gleichzeitig fällt aber die Warteliste weg, der Dienst ist nun vollständig verfügbar. Prime-Mitglieder zahlen aktuell noch keine Zusatzgebühr, während für Nicht-Prime-Kund:innen nach dem offiziellen Start ein monatlicher Preis von 20 US-Dollar (rund 18 bis 20 Euro) vorgesehen ist. Habt Ihr Prime, taucht die neue Assistentin inklusive neuer Stimme automatisch auf Euren Echo-Geräten auf – selbst wenn Ihr diese Änderung nicht angefordert habt.

Alexa Plus soll eine neue Generation der Sprachassistentin sein. Sie setzt stärker auf künstliche Intelligenz, reagiert gesprächiger, soll komplexe Anfragen besser verstehen und ähnelt eher einem Chatbot, mit dem Ihr sprecht, als einem digitalen Butler, dem Ihr Befehle gebt. Auf Echo-Show-Geräten werden Unterhaltungen zusätzlich als Textchat angezeigt, ähnlich wie in der ChatGPT-App.

Besonders auffällig ist die neue Standardstimme, die Nutzer:innen als „freche Teenagerin“ beschreiben. Offiziell lässt sie sich auf die alte Stimme umstellen, dazu später mehr. Alexa Plus steht außerdem breit über die Webseite Alexa.com bereit, sodass Ihr den Dienst auch direkt im Browser nutzen könnt. Damit tritt Amazon eher gegen Angebote wie ChatGPT an, als den Alltag mit Alexa im Smart Home zu verändern. Die Nutzung über verschiedene Plattformen ist für Prime-Mitglieder kostenlos, Alexa Plus gilt aber noch als unfertig und technisch derzeit weniger leistungsfähig als manche Konkurrenzprodukte.

Laut Amazon wurden Nutzer:innen per E-Mail, in der Alexa-App sowie auf Echo- und Echo-Show-Geräten über das Upgrade informiert, inklusive Hinweisen zur Rückkehr zur ursprünglichen Version. Eine Redaktionsmitarbeiterin des ursprünglichen Artikels, die das Upgrade mehrfach ablehnte, fand Alexa Plus dennoch eines Morgens zwangsweise auf ihrem Echo Dot vor – inklusive komplett veränderter Stimme, die sie als unzumutbar empfand.

Amazon erklärt, man wolle Alexa Plus möglichst vielen Kund:innen zugänglich machen, da die neue Assistentin deutlich leistungsfähiger sei. Prime-Mitglieder mit kompatiblen Geräten werden im Rahmen der aktuellen Welle automatisch auf Alexa Plus im Frühzugang umgestellt und sollen sie auch nach dem regulären Start kostenlos nutzen können. Die Liste unterstützter Geräte ist umfangreich und reicht bis zu ersten Generationen von Echo, Echo Dot, Echo Show, Echo Spot und Echo Plus. Hinzu kommt eine lange Reihe kompatibler Fire-TV- und Fire-Tablet-Modelle, sodass Alexa Plus je nach Gerätebestand und Prime-Status an vielen Stellen auftauchen kann.

Zurück zur ursprünglichen Alexa wechseln

Wenn Ihr Alexa Plus nicht mögt oder das Upgrade nie wolltet, könnt Ihr leicht zur vorherigen Version zurückkehren. Sagt dazu einfach zu Eurem Echo-Gerät: „Alexa, beende Alexa Plus.“ Anschließend stellt Amazon wieder die ursprüngliche Alexa-Stimme und das vertraute Nutzungserlebnis her. Die chatartige Darstellung verschwindet, die Antworten fallen weniger gesprächig aus.

Die Kernfunktionen bleiben weitgehend erhalten. Nutzer:innen berichteten, dass sie ihre Art zu fragen zwischen beiden Versionen kaum ändern mussten. Auf Geräten mit Bildschirm kehrt die Darstellung fast zu dem zurück, was sie vor Alexa Plus war, wenn auch teils leicht aktualisiert. Amazon weist beim Zurückwechseln darauf hin, dass einige Funktionen in der Alexa-App angepasst werden müssten, nennt diese aber nicht konkret und macht die entsprechenden Einstellungen schwer auffindbar.

Seid Ihr keine Prime-Mitglieder und habt keine automatische Umstellung erhalten, könnt Ihr Alexa Plus dennoch relativ einfach aktivieren – entweder in der Alexa-App oder direkt per Sprachbefehl. Eine separate Anmeldeseite gibt es nicht mehr, da die Warteliste entfallen ist. Details zu Alexa-Plus-Zugang und Steuerung findet Ihr in Eurem Amazon-Konto unter „Mitgliedschaften & Abonnements“.

Unterschiede zwischen Alexa und Alexa Plus

Auch wenn Ihr zur ursprünglichen Alexa zurückkehrt, ist sie nicht vollständig identisch mit der früheren Version. Zwar kommt wieder die Stimme „Weiblich 2“ („Entspannt“) zum Einsatz, allerdings berichten Nutzer:innen von leicht veränderten Betonungen, die anders klingen als früher. Diese Stimme ist außerdem auch in Alexa Plus verfügbar, offenbar angepasst an den gesprächigeren Stil der neuen Assistentin.

Die neue Standardstimme „Weiblich 1“ beschreibt die Alexa-App als „lebhaft“, während Nutzer:innen sie eher als „Teenagerinnen-Stimme“ oder „freche Teenagerin“ wahrnehmen. Sie klingt jünger, mit einem Tonfall, den manche fast sarkastisch finden. In Alexa Plus stehen insgesamt vier weibliche und vier männliche Stimmen zur Auswahl, die jeweils mit einem Adjektiv wie „Einladend“ oder „Warm“ beschrieben werden.

Ihr könnt Alexa auch direkt bitten, „zur alten Stimme“ zu wechseln. Dann stellt sie auf „Weiblich 2“ um, ohne Alexa Plus zu verlassen. Während ein Reddit-Nutzer berichtete, dass das bei ihm nicht funktionierte, gelang diese Umstellung im ursprünglichen Test im Januar 2026 problemlos und sofort.

Wenn Ihr auf die ursprüngliche Alexa-Erfahrung zurückstellt, verschwinden auf Display-Geräten außerdem die Textchats und der neue Darstellungsstil. Werbung gibt es in beiden Versionen, aber Alexa Plus blendet Anzeigen auch während aktiver Anfragen ein, während die ältere Alexa ihre Werbung hauptsächlich in der Diashow und gelegentlich etwa im Wetterbericht unterbringt.

Im Alltag kann die Rückkehr zur alten Darstellung Vorteile bringen. In Alexa Plus wird etwa der lokale Wetterbericht auf den Textchat beschränkt und nur teilweise angezeigt – ähnlich einer Bilderreihe in einem Chat, die Ihr nicht vollständig öffnen könnt. Die ursprüngliche Alexa nutzt dagegen den gesamten Bildschirm für den Wetterbericht und zeigt nacheinander mehrere Seiten mit stündlichen und wöchentlichen Vorhersagen.

Ob Amazons aktueller Vorstoß die Verbreitung von Alexa Plus wirklich beschleunigt, bleibt abzuwarten. Einen Termin für die fertig entwickelte, endgültige Version der Assistentin nennt Amazon derzeit nicht. Angesichts der langen Frühzugangsphase könnte es sich noch bis ins kommende Jahr ziehen, bis Alexa Plus vollständig ausgerollt ist.

In Deutschland läuft derzeit noch die geschlossene Beta-Phase. Wann Alexa Plus hier für alle ankommt ist noch unklar.

Via: https://www.wired.com

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Michael Reimann

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