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AirTags vor Gericht: Wie sicher sind Apples Ortungs-Gadgets wirklich?

Apples AirTags geraten erneut unter rechtlichen und öffentlichen Druck. In den USA sieht sich der Konzern mit mehr als 30 Klagen wegen mutmaßlichen Stalkings konfrontiert.

Zerplatzte Sammelklage, viele Einzelverfahren

Ausgangspunkt der aktuellen Entwicklung ist ein Verfahren aus dem Jahr 2022 mit der Bezeichnung „Hughes gegen Apple“. In diesem Fall scheiterte der Versuch, eine Sammelklage gegen Apple zu bilden. Ein US-Gericht verweigerte die Sammelklage-Zertifizierung, sodass die Betroffenen ihre Ansprüche nicht gemeinsam durchsetzen konnten.

In der Folge wurden in den USA inzwischen über 30 einzelne Klagen eingereicht. Die Kläger:innen geben an, mit Hilfe von AirTags verfolgt worden zu sein. In jedem dieser Verfahren wird Apple vorgeworfen, den AirTag in den Handel gebracht zu haben, obwohl das Unternehmen gewusst habe, dass das Produkt von „missbräuchlichen, gefährlichen Akteuren“ gekauft und zum Stalking eingesetzt werden könne.

Damit droht Apple nun ein Flickenteppich aus parallelen Prozessen mit hohem Medieninteresse, statt eines zentral gebündelten Verfahrens. Inhaltlich ähneln sich die Vorwürfe in den Klageschriften jedoch stark: Im Kern geht es darum, ob Apple ausreichend vor bekanntem Missbrauch gewarnt und seine technischen Schutzmaßnahmen früh und konsequent genug umgesetzt hat.

Schutzmechanismen: Anspruch und Realität

AirTags sind als einfaches Ortungswerkzeug für Gegenstände gedacht, etwa für Schlüssel oder Taschen. Der aktuelle Streit dreht sich darum, wie gut Apple gegen missbräuchliche Nutzung absichert. Die Kläger:innen argumentieren, Apple habe AirTags auf den Markt gebracht, obwohl die Gefahr von Stalking und Überwachung durch Dritte absehbar gewesen sei. Zugleich stehen die bisherigen Sicherheitsfunktionen auf dem Prüfstand.

Im Fokus stehen insbesondere technische Mechanismen, die unbemerktes Tracking verhindern sollen. Diese sollen sicherstellen, dass Benutzer:innen gewarnt werden, wenn ein fremder AirTag über längere Zeit in ihrer Nähe bleibt oder sich mit ihnen bewegt. Nach Ansicht der Kläger:innen greifen diese Schutzmaßnahmen in der Praxis jedoch nicht zuverlässig genug oder nicht schnell genug, um Betroffene effektiv zu schützen.

Die Verfahren richten den Blick damit nicht nur auf die konkrete Umsetzung in der „Wo ist?“-Infrastruktur von Apple, sondern auch auf die Frage, ob das Unternehmen seine Systeme angesichts der bekannten Risiken zügig weiterentwickelt hat.

Checkliste: So schützt ihr euch vor missbräuchlichen Trackern

Die Klagen zeigen, dass AirTags und ähnliche Tracker für Betroffene zur realen Gefahr werden können. Ihr könnt aber selbst einige Schritte gehen, um euch besser zu schützen. Auf dem iPhone solltet ihr sicherstellen, dass die „Wo ist?“-Funktionen aktiviert sind und Mitteilungen zu unbekannten Trackern erlaubt werden. Haltet iOS und die „Wo ist?“-App stets aktuell, damit neue Sicherheitsfunktionen ankommen.

Nehmt Warnhinweise zu „unbekannten Objekten“ ernst, die sich mit euch bewegen. Prüft in solchen Fällen eure Umgebung und eure Gegenstände sorgfältig auf versteckte Tracker. Findet ihr einen AirTag, der nicht euch gehört, könnt ihr ihn mit einem kompatiblen Gerät auslesen und weitere Hinweise zur Deaktivierung abrufen.

Auch auf Android-Geräten solltet ihr eine App installieren, die AirTags und andere Tracker erkennen kann, und Benachrichtigungen aktivieren. Achtet darauf, Taschen, Jacken, Autos und gemeinschaftlich genutzte Gegenstände regelmäßig zu kontrollieren, wenn ihr einen begründeten Verdacht habt. Im Zweifel solltet ihr Dokumentationen wie Screenshots von Warnmeldungen anfertigen und euch an die Polizei wenden.

Die laufenden Verfahren gegen Apple dürften den Druck auf Gesetzgeber und Hersteller erhöhen, strengere Vorgaben und effektivere Schutzmechanismen für Ortungstechnik zu etablieren. Bis dahin bleiben Aufmerksamkeit, aktuelle Software und sorgfältige Kontrolle die wichtigsten Werkzeuge für einen möglichst sicheren Umgang mit Trackern.

Via: www.macrumors.com

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Michael Reimann

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